Allgemeine Berichte | 11.06.2019

Gerd Lüttgen über die Auswirkungen des Wanderns

„Wandern formt den Charakter“

Remagen. Wandern als Sport, vor allem das Wandern langer Strecken, ist ein Weg, einen positiven und festen Charakter zu formen. Diese Art von Sport gibt ein Gefühl dafür, dass Ziele schließlich nach langen Bemühungen und Anstrengungen erreicht werden können.

Dabei können dieser Weg und die Mühen auch Freude und Zufriedenheit vermitteln. Nach langen, einförmigen Wegstücken, die durchwandert werden müssen, folgt oft eine Quelle, ein Berggipfel oder ein Stück wunderschöner Natur, die für die Mühen belohnen. Im Alltagsleben ist es ja ebenso. Das Wandern langer Strecken zusammen mit einer Anzahl von Menschen vermittelt einen guten Sinn für Kameradschaft. Wenn in Gruppen gegangen wird, ist es oft notwendig, dass ein Mitwanderer dem anderen auf verschiedene Art und Weise hilft, wobei Gemeinsinn gefordert ist. Oft entstehen schöne neue Freundschaften. Ein Verständnis für sportliches Denken wird geschaffen, wobei auch die Bemühungen und Leistungen von anderen in verschiedensten Sportarten und Leistungsbereichen anerkannt werden. Die erbrachten körperlichen Anstrengungen fördern ein Gefühl geistiger Kraft in schwierigen Situationen des täglichen Lebens. In Krankheit scheint der Wille, wieder gesund zu werden, stärker zu sein. Diese Fähigkeit wurde eingeübt durch das Erbringen vielfältiger Anstrengungen und das Erproben der Beharrlichkeit in gutem und schlechtem Wetter und auf langen Stunden des Wanderns dem Ziel entgegen. In religiösen Menschen wird die Beziehung zu Gott durch das Erleben der Natur gestärkt.

Durch das Gefühl, ein Teil der Natur und ein Geschöpf Gottes zu sein, wird eine bewusste Bejahung oder sogar Liebe für die Schöpfung gefördert.

Andererseits entwickeln Menschen, die nicht religiös sind, oft einen starken Sinn der Verbundenheit mit der Schöpfung als einer Form des Seins. Das Wandern langer Strecken schult das Bewusstsein, dass Natur und Umwelt die Grundlagen der Existenz auf unserem Planeten sind. Es lenkt den Blick auf die Schönheit der Natur, die sich sogar in kleinen Dingen zeigt und erfahren lässt. Dies führt oft zu einem umweltbewussten Verhalten. Man kann sagen, dass Wandern zu einer positiven körperlichen und geistigen Entwicklung der Menschen beiträgt, die es regelmäßig und mit ganzem Herzen betreiben. Wandern, insbesondere das Wandern langer Strecken, stärkt die Willenskraft und Energie und formt einen festen Charakter und die Art, wie Menschen denken und handeln. Gerd Lüttgen

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