Allgemeine Berichte | 15.07.2024

ADKN (Allg. Deutscher Klub der Neufundländer)

Wandertag mit „Neufis“ in Bell

Die Teilnehmer der Wanderung des Allgemeinen Deutschen Klub für Neufundländer in Bell.  Fotos: privat

Bell. „Wir haben im Juni 2022 wieder einen Hund in unsere Familie aufgenommen – die Wanja. Ein kleiner Wuschel voller Energie, und weil Wanja ein Neufundländer ist sind wir mit vielen anderen Freunden von Neufundländern in Kontakt gekommen. Ja, wir sind im ADKN, dem Allgemeinen Deutschen Klub für Neufundländer.“

Eine wunderschöne Tradition im ADKN ist, sich regelmäßig zu treffen und gemeinsam mit unseren Hunden zu wandern. Große und kleine Wanderungen haben wir schon miteinander erlebt.

Aber der „Hundsgemeine“ Hundebesitzer wird sich natürlich fragen warum sollen wir das tun?! Unsere Vorfahren hätten sich ungläubig an den Kopf gegriffen. Zu Fuß gehen aus freien Stücken? Was für eine „Not“ treibt mich an?

Die Mitglieder wandern um einen Ausgleich zur Hektik und Monotonie des Alltags zu schaffen, um den Kopf von all den Fragen und Sorgen die einen begleiten frei zu bekommen. Es wird gewandert, um Kraft aus der Natur zu schöpfen, die schöne Geselligkeit zu spüren und der Natur wegen. Es findet ein Austausch von Ideen, Erlebten und Erfahrungen statt.

„Wir wandern freiwillig und nicht nur das - wir wandern mit unseren geliebten Fellnasen, unseren „Bären“.“

Ja, die Not ist vorbei. Zu Fuß gehen ist ein Luxus geworden. Auch Immanuel Kant wollte im Zufußgehen weniger die Not als Tugend sehen und brach täglich um exakt 19.00 Uhr zu einem Spaziergang durch seine Heimatstadt Königsberg auf. Auch Friedrich Nietzsche sprach sich für die Selbstbewegung aus. Nietzsche erklärte „Sitzfleisch“ in seiner Schrift „Ecce Homo“ zur „eigentlichen Sünde“. Und weiter liest man: „So wenig als möglich sitzen; keinem Gedanken Glauben schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung, in dem nicht auch die Muskeln ein Fest feiern.“ Streng genommen sind alle im ADKN also überzeugte Nietzscheaner.

Die vielen schöne Wanderungen (vor allem im Waldaschaff und in den Dolomiten) hat man als Familie inspiriert und beschlossen den ADKN-Freunden die Vordereifel zu zeigen. So entstand der Gedanke, eine Wanderung in ihrer Heimat Bell – Mendig zu organisieren.

Gesagt…ist nicht getan. Mann begann die Wanderung zu planen und zu organisieren. Routen auszukundschaften und auszuwerten. Letztendlich entschied man sich für einen wunderschönen Weg zwischen Bell und Obermendig, um den „Erlenbrunnen/ Erlebuur“ herum. Dankenswerterweise konnte man die wunderschöne Grillhütte am Sportplatz/ Waldplatz in Bell als Start und Endpunkt buchen. Ein letztes Check-up der Umgebung und der Route einen Tag zuvor – oh, Schreck! Der Fußweg neben der Straße nach Ettringen war überwuchert, der Wanderweg mit großen Baumstämmen blockiert…. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

Es wurden noch eigene Wegweiser strategisch angebracht, leckere Steaks und Würstchen von dem Metzger unseres Vertrauens besorgt und zu guter Letzt der Kühlwagen mit Getränken von Wierlemann gefüllt. Nachts hat es wie aus allen Eimern geregnet ….

Am nächsten Morgen ging es endlich los. Mit einem Blick in Richtung Hochstein, das ist „unser Hausberg in unmittelbarer Sichtweite“, prognostizierten wir für die kommenden Stunden optimales Wanderwetter voraus.

Gegen 10.00 Uhr steuerten die ersten Gäste die Grillhütte an, umrahmt von majestätischen Bäumen und Felsen. Bei belegten Brötchen und Kaffee tauschten sich die Teilnehmer fröhlich aus und machten uns, wie geplant gegen 10.45 Uhr, auf den Weg, eine Gruppe von (leider nur) 12 Personen und 10 Neufundländern. Am Kehrpunkt gab es für alle Wanderer und Hunde eine willkommene Erfrischung.

Die Leckereien auf dem Grill warteten. Gut gelaunt trudelten die Wanderer zurück auf dem Waldplatz ein. Die ersten Vulkan Pils/ Helles wurde degustiert und als hervorragend befunden. Also, wenn der Umbau in der Vulkan-Brauerei beendet ist, organisieren wir einen Besuch des Lava Doms und dem Lavakellers mit anschließendem Bier-Tasting. Prost!

Die Steaks, die Würstchen, der gegrillte Fetakäse, das reichliche Salat-Buffet und die leckeren Kuchen rundeten die Wanderung kulinarisch ab.

Der Wettergott war den Wanderern gut bedacht und diese konnten den ganzen Tag in der wunderschönen Natur ihrer Heimat draußen mit ihren Freunden genießen. Und nicht zu vergessen, Bell und auch Mendig sind zwei Orte wo einige Neufundländer Zuhause sind. Davon haben diese auch welche besucht und begleitet, was den Verein sehr erfreut hat. „Ihr seid, wie die Anderen auch, jederzeit herzlich willkommen!“

Ein schöner und erlebnisreicher Wandertag ging gegen 16.00 langsam Uhr zu Ende. Die schöne Erinnerung wird die Mitglieder bei den nächsten Wanderungen rund um Bell begleiten und ihre Herzen bis zum nächsten Mal erwärmen.

Und das ist nun vielleicht der große Unterschied zum „Fußvolk“ von damals. Das Gehen ist kein Mittel zum Zweck mehr, keine Maßnahme, um von einem Punkt A zu einem Punkt B zu gelangen. Es ist im Grunde ein komplett zweckentleertes Unterfangen geworden, das ausschließlich dazu dient, ohne Ziel umherzustreifen. Das Gehen ist zum Selbstzweck, ist zum Heilmittel geworden. Mit anderen, populäreren Worten: „Der Weg ist das Ziel – Wer am Ziel ist, ist auf dem Weg.“

Die „Bären“ wie die Mitglieder ihre Neufundländer liebevoll nennen.

Die „Bären“ wie die Mitglieder ihre Neufundländer liebevoll nennen.

An der Grillhütte wurden die Teilnehmer gut verköstigt.

An der Grillhütte wurden die Teilnehmer gut verköstigt.

Die Teilnehmer der Wanderung des Allgemeinen Deutschen Klub für Neufundländer in Bell. Fotos: privat

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