„Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ in Ahrweiler
„Warteschlangen vor der Toilette wird es nicht mehr geben“
Neues Funktionsgebäude wurde nun offiziell eröffnet – Gastronomiebereich bietet insgesamt 50 Sitzplätze
Ahrweiler. Die „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ ist die wichtigste singuläre touristische Einrichtung des Kreises Ahrweiler – ein sogenannter Frequenzbringer, der zahlreiche Synergieeffekte zur Folge hat. Schon bald wird man in Sachen Besucherzahl die Millionenmarke durchbrechen, denn auch über zehn Jahre nach seiner Eröffnung hat das Relikt des Kalten Krieges nichts von seiner Faszination verloren.
Als logische Folge des enormen Gästezuspruchs wurden auf dem Ahrweiler Silberberg jetzt auch die Funktionseinrichtungen den Bedürfnissen angepasst, denn die geringe Kapazität in Sachen Gastronomie sowie die nur zwei Toiletten sorgten nicht selten für Klagen der Besucher. Um diesen Missstand zu beheben, begann der Vorstand des Heimatvereins „Alt-Ahrweiler“, der die Dokumentationsstätte betreibt, schon vor elf Jahren mit der Planung des notwendigen Bauvorhabens. Da der Heimatverein jedoch nicht der Eigentümer ist, gestaltete sich das Bauvorhaben zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und dem Betreiber äußerst schwierig. Zudem standen die Urheberrechte des Architekturbüros, dass die Eingangshalle des Bunkers geplant hatte, einer Umsetzung im Wege.
Schon seit 2012 am Wasser- und Abwassernetz
Die technischen Voraussetzungen waren bereits seit 2012 gegeben, wurde man seinerzeit doch an das Wasser- und Abwassernetz der Stadt angeschlossen. Intensive Verhandlungen führten schließlich doch zur ersehnten Genehmigung der BImA, die dem Heimatverein erneut die Aufgabe übertrug, das Gebäude in Eigenregie zu bauen. Eben jene Bauarbeiten wurden ausschließlich von regionalen Firmen durchgeführt. Die Kosten von rund 698.000 Euro finanzierte der Heimatverein komplett aus Überschüssen der Einnahmen, sodass für die öffentliche Hand keinerlei Ausgaben anfielen. Im Beisein zahlreicher Gäste wurde das neue Funktionsgebäude jetzt offiziell seiner Bestimmung übergeben. Zur Gesamtgröße von 118 Quadratmetern kommt noch eine 160 Quadratmeter große Außenterrasse hinzu. Im Gastronomiebereich finden sich 16 Innen- sowie 34 Außensitzplätze. Der Toilettenbereich ist mit insgesamt acht Sitzen und sechs Urinalen ebenfalls gut ausgerüstet. „Warteschlangen vor den Toiletten wird es jetzt nicht mehr geben“, gab ein Vorstandsmitglied des Heimatvereins augenzwinkernd zu Protokoll.
Geschichte und Zukunft der Dokumetationsstätte
Dessen Vorsitzender Hans-Georg Klein blickte in seinem Grußwort nicht nur auf die Geschichte der Dokumentationsstätte zurück, sondern wagte auch einen Ausblick, denn beim Heimatverein ist man für avantgardistische Ideen bekannt. So könnten die noch existierenden 1,5 Restkilometer des Bunkers in die Dokumentationsstätte integriert und beispielsweise für Eventführungen genutzt werden. Der Gedankengang passte, war doch mit Paul Johannes Fietz von der BImA gleich der richtige Ansprechpartner vor Ort. Der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies lobte die passende Optik des Neubaus, der sich mit seinem Bruchsteinmauerwerk hervorragend der Umgebung anpasse. Zudem dankte er Museumsleiterin Heike Hollunder und ihrem engagierten Team für den hervorragenden Ruf, den die Dokumentationsstätte im In- und Ausland genießt. Bürgermeister Guido Orthen würdigte das Museum nicht nur als touristisches Highlight, sondern auch als Mahnmal für den Frieden. Die Einsegnung des neuen Gebäudes nahmen Dechant Jörg Meyrer und Pastor Friedemann Bach vor
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Das neue Funktionsgebäude verfügt über einen Gastronomie- sowie einen Toilettenbereich.
Pastor Friedemann Bach und Dechant Jörg Meyrer nahmen die Einsegnung vor.
Freuen sich über den gelungenen Neubau des Funktionsgebäudes an der „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“, von links Dr. Wilbert Herschbach (Ehrenvorsitzender Heimatverein „Alt-Ahrweiler“), Bürgermeister Guido Orthen, Paul Johannes Fietz (BIMA), Hans-Georg Klein (Vorsitzender Heimatverein „Alt-Ahrweiler“), Dechant Jörg Meyrer, Museumsleiterin Heike Hollunder und Pastor Friedemann Bach. Fotos: DU
