Allgemeine Berichte | 25.05.2016

Der Fall Sauvage: Martyrium von Frauen in einer von Gewalt geprägten Beziehung

Warum Frauen so lange beim Peiniger bleiben

Mayener Forum bietet Hilfe an

Mayen. Nach einem Gnadengesuch hat Frankreichs Präsident Hollande Jacqueline Sauvage begnadigt, die wegen Mordes zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Jacqueline Sauvage hatte ihren Ehemann von hinten mit drei Schüssen erschossen. Vorausgegangen war ein Martyrium, das 47 Jahre dauerte, wobei Ehefrau und Kinder immer wieder den Gewalttaten des Ehemannes ausgesetzt waren. Warum aber hat diese Frau die Gewalt solange ausgehalten und auch bei der Gewalt gegenüber ihren Kindern zugeschaut? Die Geschichte von Jacqueline Sauvage gibt hierzu keine Antwort. Jedoch ist es nicht ungewöhnlich und wird häufig beobachtet, dass Opfer von häuslicher Gewalt den Peiniger nicht verlassen, obwohl der gewalttätige Partner das Opfer zu unterwerfen versucht und etwa all seine Lebensbereiche kontrolliert. Meist verlangt er, dass das Opfer alle Beziehungen nach außen abbricht, damit die Kontrolle noch effektiver ist und alles durch sein Verhalten bestimmt wird. Dann ist immer wieder vom „allmächtigen Partner“ die Rede, gegen den man nichts ausrichten könne. Auch Dritten traut man nicht zu, etwas gegen den Täter tun zu können. Aus diesem Grund holen sich die Frauen oft keine Hilfe. Hat es das Opfer doch einmal geschafft, von zu Hause auszubrechen, versucht der Täter in der Regel alles, sie zurückzubekommen. Unzählige Versprechungen werden gemacht, die von den Frauen häufig als Liebesbekundungen gewertet werden, auf die sie solange gewartet haben. Kehren sie dann wieder zurück, beginnt in der Regel nach kurzer Zeit wieder der alte Kreislauf von Macht und Kontrolle. Für die betroffenen Frauen bedeutet es eine große emotionale Anstrengung, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Hilfe von außen holen

Wichtig ist es, sich im ersten Schritt Hilfe von außen zu holen, ein schwerer Schritt, der die Betroffenen allerdings ein gutes Stück weiterbringt. Zielführend ist in diesem Zusammenhang, dass Organisationen und Institutionen, die der Frau den Weg aus der Spirale der Gewalt zeigen können, auch vor Ort präsent sind, damit Frauen auch wissen, an wen sie sich überhaupt wenden können und eine Nähe vorhanden ist. Das „Mayener Forum gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ ist eine solche Organisation direkt vor Ort. In einer Broschüre listet das Mayener Forum alle lokalen Hilfeeinrichtungen auf, die bei häuslicher Gewalt helfen können. Lea Bales vom Mayener Forum ermutigt betroffene Frauen: „Der erste Schritt nach außen ist der Schritt in die richtige Richtung. Es ist den Frauen zu wünschen, dass sie den Mut haben, diesen ersten Schritt zu tun, Hilfe in Anspruch zu nehmen und in ein eigenbestimmtes Leben zu gehen.“

Erste Anlaufstellen für Hilfsangebote für alle Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist die Interventionsstelle Mayen (IST) beim Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. Weitere Hilfsangebote finden sich im Internet: www.mayener-forum-gewalt.de und www.rigg.rlp.de

Die Broschüre mit Anlaufstellen in Notsituationen und Beratungsstellen kann bei der IST Interventionsstelle gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen in Mayen oder bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz angefordert oder auf der Homepage des Landkreises Mayen-Koblenz www.kvmyk.de unter dem Stichwort „Gewalt“ heruntergeladen werden: Interventionsstelle gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, Mehrgenerationenhaus St. Matthias, St.-Veit-Straße 14, 56727 Mayen, Beratungstel. (0 26 51) 98 69 139, Fax (0 26 51) 98 69 5 139, interventionsstelle@caritas-mayen.de

Lea Bales, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mayen-Koblenz, Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Bahnhofstraße 9, 56068 Koblenz, E-Mail lea.bales@kvmyk.de

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Bertram: Das ist mittlerweile der 4. Bus der von dieser Marke vollkommen ausbrennt. Des Weiteren berichte die Rhein Zeitung darüber, dass der VREM 37. Busse der ersten Generation vorsichtshalber außer betrieb...
  • Fabian F: Nichts Neues gefühlt ein Bus pro Woche
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Dienstleistungen
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Staplerfahrer (m/w/d)
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür
130 Jahre freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr und Tag der offenen Tür, 19.04.26
Empfohlene Artikel
Kitty wurde von unbekannten Tätern erschossen. Foto: privat
638

Bad Bodendorf. Ein besonders schwerer Fall von Tierquälerei sorgt derzeit für große Bestürzung in Bad Bodendorf. Am Montag, 30. März 2026, wurde im Bereich Naheweg, Ahrweg, Gartenstraße und Saarstraße eine Katze mutwillig mit einer Schusswaffe verletzt. Das Tier erlag wenig später seinen schweren Verletzungen. Nach Angaben der Halter wurde ihre Tigerkatze „Kitty“ im Zeitraum zwischen etwa 13:30 Uhr und 15:50 Uhr angeschossen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Mark Geimer Foto: privat
379

Parteiloser Bewerber setzte sich gegen Volker Risse (CDU) durch

Bürgermeisterwahl in Bad Hönningen: Mark Geimer (parteilos) macht das Rennen

Bad Hönningen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Hönningen haben gewählt: Mark Geimer ist neuer Stadtchef. Der parteilose Kandidat setzte sich mit 62,5 Prozent der Stimmen gegen seinen christdemokratischen Konkurrenten Volker Risse (37,5 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent. BA

Weiterlesen

Die Koblenzer Innenstadt bietet an drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm. Foto: SCH
45

Koblenz. Der Koblenzer Frühling ist zurück! Am zweiten April-Wochenende hat die Stadt am Deutschen Eck ihre Besucher ganz im Zeichen der wärmeren Jahreszeit begrüßt. Der Winter ist Schnee von gestern und überall grünt und blüht es. Die Blumenbeete sind neu bepflanzt, Tulpen und Narzissen blühen auf großen Flächen und es duftet nach frisch gemähtem Rasen.

Weiterlesen

Hausmeister, bis auf Widerruf
Image Anzeige
Dauerauftrag 2026
Jörg Schweiss
Wir helfen im Trauerfall
Titelanzeige KW 15
Kleinanzeigen
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Wohnträume
Blütenfest Meckenheim
Leiter/in (w/m/d)
Aushilfskraft (w/m/d)
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Lagerverkauf
Anzeige Beratertage Schlafexperte
Titelanzeige
Rückseite