Allgemeine Berichte | 12.06.2019

Verlängerte Strecke des Radwanderwegs Maifeld von Ochtendung nach Bassenheim wurde ihrer Bestimmung übergeben

„Was lange währt, wird endlich gut“

Kosten für das 6,4 Kilometer lange Projekt über die ehemalige Bahntrasse belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro

Mit der Schere bewaffnet (von links): Thomas Przybylla (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm), Maximilian Mumm (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld), Rita Hirsch (Ortsbürgermeisterin von Ochtendung) und Georg Hollmann, der ehemalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, schneiden das rot-weiße Absperrband durch.Fotos: SK

Ochtendung/Bassenheim. Am Pfingstsamstag exakt um 10.36 Uhr wurde die Ampel symbolisch auf Grün geschaltet: Als die beiden Bürgermeister Maximilian Mumm (Verbandsgemeinde Maifeld) und Thomas Przybylla (Verbandsgemeinde Weißenthurm), dessen Vorgänger Georg Hollmann sowie die Ochtendunger Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch das rot-weiße Absperrband mit ihren Scheren durchschnitten hatten, konnte die 6,4 Kilometer lange Verlängerung des Maifeld-Radwanderwegs von Ochtendung nach Bassenheim auch offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden. In den Wochen zuvor hatten bereits zahlreiche Radfahrer die neue Strecke getestet und für gut befunden. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Hirsch in ihrer Begrüßungsrede. „Es hat lange gedauert bis zur Fertigstellung, aber jetzt können alle mit der Entwicklung zufrieden sein. Hoffen wir mal, dass der Radweg von nun an auch häufig frequentiert wird.“ Für die SPD-Politikerin, die am Mittwoch, 26. Juni, in der konstituierenden Sitzung des Ochtendunger Gemeinderats ihr Amt als Ortsbürgermeisterin an Lothar Kalter abgeben wird, war der Umbau der ehemaligen Bahntrasse in einen Fahrradweg eine Herzensangelegenheit.

Mit nach Bassenheim radeln konnte die Sozialdemokratin allerdings nicht: „Ein rotes Fahrrad hatte ich mir zwar gekauft, aber eine Wadenzerrung setzt mich leider außer Gefecht.“ So mussten sich Mumm, Przybylla und Hollmann allein auf den Weg machen, begleitet von etwa 30 weiteren Radfahrern.

Als die ersten Regentropfen fielen, sprach Przybylla von „Freudentränen, die der Himmel vergießt“. Es habe beim Bau zwar einige Verzögerungen gegeben, aber eine Eröffnung an Pfingsten sei noch im Rahmen. „Dieses Projekt ist für beide Verbandsgemeinden von außerordentlicher Bedeutung und Wichtigkeit“, so Przybylla. „Mein Vorgänger hat es 2001 initiiert und mit viel Herzblut, mit harter Arbeit, mit viel Beamtenschweiß und mit großer Beharrlichkeit durchgesetzt. Es ist ein perfektes Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit. Der Gegenwind ist zu Rückenwind mutiert.“

Hollmann nahm dieses Lob gern entgegen, legte aber dennoch den Finger in die Wunde: „Natürlich ist es heute ein besonderer Tag. Wenn ich aber bedenke, wie viel Nerven mich dieses Projekt in 15 Jahren gekostet hat, da könnte ich Bücher drüber schreiben. Wenn wir in der heutigen Zeit so viel Zeit brauchen, um einen Radweg zu bauen, müssen wir uns etwas einfallen lassen. Es handelt sich hier schließlich nicht um eine Autobahn oder eine Bundesstraße. Eine Vereinfachung des Planungsverfahrens wäre wünschenswert gewesen.“ Jeder Cent sei gut angelegt, „aber wenn die Gesetzgebung stringenter gewesen wäre, hätten die Kosten verringert werden können.“

Hollmann hofft nun darauf, dass die Strecke bis nach Lützel fortgesetzt wird. „Ich kann den Koblenzer Verantwortlichen nur zurufen: Kommt endlich in die Pötte. Wir können nicht immer nur über den Klimaschutz reden, wir müssen ihn auch durchsetzen.“

Insgesamt kostete der Radweg 2,5 Millionen Euro. Der neue Abschnitt ist 50 Zentimeter breiter als der Maifeld-Radwanderweg, der bereits seit knapp 30 Jahren existiert. Das soll die Sicherheit erhöhen. Mitte August des vergangenen Jahres erfolgte der Spatenstich an der Kreisstraße 66 in Bassenheim. 3,6 Kilometer der Strecke gehören zur Gemarkung Bassenheim, ein Großteil der 2,50 Meter breiten Asphaltschicht führt durch den Bassenheimer Wald, zwei Viadukte sind die Hauptattraktion. 2,8 Kilometer des neuen Aushängeschilds verlaufen durch die Gemarkung Ochtendung. Das Land Rheinland-Pfalz trug 65 Prozent (im Fall Bassenheim) beziehungsweise 70 Prozent (im Fall Ochtendung) der zuschussfähigen Kosten.

Nach zehnmonatiger Bauzeit wurde die neue Strecke am Pfingstsamstag schließlich eingeweiht. „Ich als Radfahrer habe sicherlich ein ureigenes Interesse. Wenn ich von Münstermaifeld komme, muss ich nicht schon in Ochtendung drehen“, erklärte Mumm, bevor er die 12,8 Kilometer (hin und zurück) unter die Räder nahm. „Der 1989 eröffnete Radwanderweg hat Erfolgsgeschichte geschrieben und ist weit über die Kreisgrenze hinaus bekannt. Die beiden benachbarten Verbandsgemeinden profitieren nun gegenseitig von ihren touristischen Potenzialen.“

Direkt nach der offiziellen Eröffnung machten sich zahlreiche Politiker auf den 6,4 Kilometer langen Weg nach Bassenheim.

Direkt nach der offiziellen Eröffnung machten sich zahlreiche Politiker auf den 6,4 Kilometer langen Weg nach Bassenheim.

Viele Gäste hatten sich am Alten Ochtendunger Bahnhof eingefunden.

Viele Gäste hatten sich am Alten Ochtendunger Bahnhof eingefunden.

Die Ochtendunger Rentnerband, an diesem Tag insgesamt neun Mann stark, sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Die Ochtendunger Rentnerband, an diesem Tag insgesamt neun Mann stark, sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Mit der Schere bewaffnet (von links): Thomas Przybylla (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm), Maximilian Mumm (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld), Rita Hirsch (Ortsbürgermeisterin von Ochtendung) und Georg Hollmann, der ehemalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, schneiden das rot-weiße Absperrband durch.Fotos: SK

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