Vortrag von Alexander Thon über die Reichsinsignien im Landesbibliothekszentrum
Was man braucht, um ein richtiger König zu sein
Koblenz.Benjamin Merkler, Direktor der Rheinischen Landesbibliothek in Koblenz, war sichtlich stolz, im völlig neu gestalteten Multimediasaal mehr als 60 Gäste begrüßen zu können. Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung zwischen der Bibliothek und der Kaiser Ruprecht Bruderschaft zu Rhens e. V. hielt der Kanzler der Bruderschaft, Alexander Thon M.A. aus Lahnstein, einen hoch kompetenten Vortrag unter dem Titel: „Alle Macht dem König!“ über die Reichsinsignien, also die repräsentativen Zeichen der Herrschaft der römisch-deutschen Könige. Thon hat sich mit mehr als 190 Veröffentlichungen als freiberuflicher Historiker seit vielen Jahren als sehr versiert in Sachen regionaler Geschichte etabliert. Er befasst sich vor allem mit den Burgen in Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Gebieten.
Da Nachbildungen der Reichsinsignien u. a. auf Burg Trifels gezeigt werden, informierte der Referent die Zuhörer auch darüber, dass man sich die Reise nach Wien in die weltliche Schatzkammer der Hofburg sparen kann, sofern man nicht unbedingt die Originale von Krone, Zepter, Schwert, heiliger Lanze und Reichsapfel sehen möchte. Sehr präzise zeigte er auf, dass Reichsinsignien etwas anderes sind als Reichskleinodien, zu denen unter anderem auch Gewänder und Schuhe gezählt werden. Mit beeindruckender Detailkenntnis erläuterte er darüber hinaus den faszinierten Zuhörern die Bilder dieser mittelalterlichen Kostbarkeiten. Auch ein aktueller Bezug zur baldigen Krönung König Karls / King Charles III. in London wurde hergestellt, der mit dem Tod seiner Mutter als König nachrückt. Vor allem im späteren Mittelalter funktionierte das im römisch-deutschen Reich allerdings ganz anders: Damals trafen sich sieben deutsche Kurfürsten, um einen neuen Herrscher zu wählen. Dieser König führte auf seinen Reisen durch das Land dann zumindest einen Teil der Insignien mit sich, um sich als legitimer König ausweisen zu können.
Daraus ergibt sich der Bezug zur Kaiser Ruprecht Bruderschaft, denn dieser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das Andenken an den Königsstuhl zu Rhens, auf dem Pfalzgraf Ruprecht im Jahr 1400 zum römisch-deutschen König gewählt worden ist, zu pflegen und bekannter zu machen. Auch wenn das heutige Bauwerk auf der Rheinhöhe Schawall oberhalb der Stadt nicht mehr das originale „Gestuhl“ ist, so bleibt es doch ein „erstrangiges Dokument deutscher Verfassungsgeschichte“, wie Thon es dank seinen intensiven Forschungsarbeiten bezeichnet. Mit intensiver Diskussion und einem Glas hervorragenden Weines nebst Speckbrot fand der Abend in der Landesbibliothek Koblenz fand seinen Ausklang.
Die Reihe der „Dämmerschoppen“ der Kaiser Ruprecht Bruderschaft wird am 24. Mai um 18 Uhr im Bürgerhaus in Brey fortgesetzt. Es referiert die Schreiberin der Kaiser Ruprecht Bruderschaft, Maggy Ziegler aus Bad Hönningen, im Rahmen ihrer inzwischen sehr beliebten und geschätzten Vortragsreihe über historische Frauengestalten. Das Thema in diesem Jahr: „Elisabeth von Schönau – Visionärin? Geschichtenerzählerin? Eine fast vergessene Nonne aus dem 12. Jahrhundert“. Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Pressemitteilung der
Kaiser Ruprecht Bruderschaft
zu Rhens e. V.
