Allgemeine Berichte | 08.11.2021

Großes Interesse am 26. Bendorfer Wirtschaftstag

Wasserstoff als Schlüssel in der Energiewende

V.li. Cornelius Breil, Keyou GmbH, Nadine Hölzinger, Geschäftsführerin Spilett New Technologies GmbH, Andreas Normann, Spedition Normann, Henning Schröder, Geschäftsführer WFG, Werner Prümm, Wirtschafsförderung Bendorf, Rita Emde, Prokuristin WFG, Bürgermeister Christoph Mohr.Quellen: Stadt Bendorf

Bendorf. Beim 26. Bendorfer Wirtschaftstag stand die Transformation der Wirtschaft durch den Klimawandel und die damit einhergehenden Chancen im Fokus. Rund 140 Besucherinnen und Besucher waren zu dem traditionellen Treffen von Wirtschaft und Politik, Handel und Tourismus, Verwaltung und Medien in die Krupp’sche Halle der Sayener Hütte gekommen, um sich Impulse einzuholen und sich auszutauschen.

„Der Klimawandel ist die größte Bedrohung unserer Zeit“, betonte Bürgermeister Christoph Mohr in seiner Begrüßung. Bendorf wolle die Herausforderungen durch den Klimawandel aber auch als Chance begreifen und versuchen, über ein neues Stadtentwicklungskonzept transformative Lösungen zu finden, so der Rathauschef. Die Bewerbung zur Landesgartenschau 2027 sei Treiber von vielen innovativen Ansätzen und Konzeptideen gewesen.

Die Sinn- und Visionsmarke CircuLaGa steht für die Orientierung an kreislaufwirtschaftlichem Denken und Handeln, bei dem es darum geht, den Wert von Produkten, Stoffen und Ressourcen so lange wie möglich zu erhalten und so wenig wie möglich Abfall zu erzeugen, damit Dekarbonisierung, Klimafolgenanpassung und der Erhalt von Biodiversität gelingt.

Um die Energiewende weiter voranzubringen, ist außerdem die Wasserstofftechnologie ein wichtiger Baustein für die Stadt Bendorf. „Wir wollen die Entwicklung nicht abwarten, sondern die Zukunft proaktiv gestalten“, erklärte Christoph Mohr. Dafür gab es ein Lob von Landrat Dr. Alexander Saftig, der ebenfalls die wirtschaftlichen Chancen durch Klimaschutzmaßnahmen hervorhob. Es sei wichtig, fossile Energieträger durch Alternativen wie grünen Wasserstoff zu ersetzen. „Der Landkreis und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft unterstützen die Stadt Bendorf bei der Realisierung der Projekte“, so Saftig.

Als einer der Gewinner der Initiative „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ in der Kategorie HyStarter wird die Stadt Bendorf ein Jahr lang fachlich und organisatorisch bei der Entwicklung eines regional zugeschnittenen Wasserstoffkonzepts und der Bildung eines Netzwerks für lokale Wasserstoffakteure begleitet.

Nadine Hölzinger, Geschäftsführerin der Spilett New Technologies GmbH, Berlin wird die Verwaltung dabei organisatorisch und inhaltlich beraten. In einem spannenden Vortrag gab sie beim Wirtschaftstag erste Einblicke in Herstellung, Anwendungsfelder und Vorteile des leichtesten chemischen Elements. Klimafreundlich hergestellter Wasserstoff ermögliche es, die CO2-Emissionen vor allem in Industrie und Verkehr dort deutlich zu verringern, wo Energieeffizienz und die direkte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien nicht ausreichen.

Wasserstoff ist ein integrativer Energieträger. Eine Vielzahl konventioneller und neuer Primärenergiequellen können zu seiner Herstellung verwendet werden. Er ist außerdem universell einsetzbar und diskriminierungsfrei. „Es ist keine Frage, ob man die Energiewende macht, sondern wann man damit startet“, sagt Hölzinger und wies auf attraktive Förderprogramme zum Thema Wasserstoff hin.

In Bendorf startet der HyStarter-Prozess im Frühjahr 2022 – gemeinsam wird zunächst eine „Roadmap“ zur Erarbeitung und Initiierung einer regionalen Wasserstoffwirtschaft angefertigt. Es gelte, die Potentiale der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zur Beschleunigung der regionalen Aktivitäten zu identifizieren zu und die regionalen Akteure mit Wissensträgern aus Industrie und Wissenschaft zu vernetzen, erklärte Hölzinger. In verschiedenen Workshops und Fachgesprächen soll dann in weiteren Schritten ein Handlungsprogramm für die nächsten Jahre aufgestellt werden.

Erste Ideen der Stadt Bendorf betreffen die Transformation des Hafengebiets und weiterer Gewerbestandorte zu einem Innovationshub für Wasserstofftechnologie. So gibt es erste Überlegungen zu grüner Wasserstoffproduktion und Speicherung im Bendorfer Hafen, Wasserstoffvertriebslogistik mit dem Hafen als Umschlagplatz für Transport und Antrieb im Bereich Binnenschiffe, Nutzfahrzeuge sowie Güterverkehr.

Ein weiterer Kernbereich ist die Emissionsminderung der lokalen Industriestandorte durch Nutzung von grünem Wasserstoff sowie Wasserstoffproduktion am Gewerbestandort der Spedition Normann, inkl. dem Tankstellenvertrieb von H2 und eine Sektorenkopplung im Bereich Wärmenetz.

Welche Möglichkeiten es beim Thema Mobilität gibt, wurde beim Vortrag von Cornelius Preil von der Keyou GmbH deutlich. Das Start-up aus Bayern kombiniert den klassischen Verbrennungsmotor mit Wasserstoff und unterstützt Motor- und Fahrzeughersteller bei der Umrüstung bzw. Entwicklung. Es bestehe großer Bedarf an emissionsfreier Technologie und der H2-Motor habe dabei im Vergleich zur Batterie und Brennstoffzelle große Vorteile.

Der Wasserstoffverbrennungsmotor sei einem Brennstoffzellen-Elektroantrieb hinsichtlich Robustheit, Lebensdauer, Herstellkosten, einer höheren spezifischen Leistungsdichte und einem geringeren Aufwand in der Kühlung überlegen, so der Experte. Die größte Herausforderung liege in der Speicherung des Wasserstoffs. Hier seien effiziente Methoden gefragt, erklärte Preil im Austausch mit Nadine Hölzinger, Werner Prümm, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Kultur und Spediteur Andreas Normann, der seine Fahrzeugflotte gerne auf Wasserstofftechnologie umrüsten würde.

Neben dem Blick in die Zukunft gab es beim Wirtschaftstag auch die Würdigung aktueller Verdienste: Ein Präsent und herzliche Glückwünsche von Bürgermeister Mohr und Landrat Dr. Saftig gingen an Fabian Baldus und sein Team von der Baldus Medizintechnik GmbH. Das Unternehmen aus Bendorf hat 2021 den Großen Preis des Mittelstandes und den Gründerpreis der Sparkasse Koblenz gewonnen.

Pressemitteilung der

Stadt Bendorf

Bürgermeister Mohr bei der Begrüßung zum 26. Wirtschaftstag.

Bürgermeister Mohr bei der Begrüßung zum 26. Wirtschaftstag.

Das Treffen von Wirtschaft und Politik, Handel und Tourismus, Verwaltung und Medien fand in der Krupp’schen Halle statt.

Das Treffen von Wirtschaft und Politik, Handel und Tourismus, Verwaltung und Medien fand in der Krupp’schen Halle statt.

V.li. Cornelius Breil, Keyou GmbH, Nadine Hölzinger, Geschäftsführerin Spilett New Technologies GmbH, Andreas Normann, Spedition Normann, Henning Schröder, Geschäftsführer WFG, Werner Prümm, Wirtschafsförderung Bendorf, Rita Emde, Prokuristin WFG, Bürgermeister Christoph Mohr.Quellen: Stadt Bendorf

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Kommentare
11.11.202118:21 Uhr
ewe

Guter Ansatz, fragliches Fazit. Es ist zwar richtig, dass wir aktuell nicht dazu in der Lage sind den gesamten Energiebedarf jederzeit mit EE zu decken, allerdings ist dies eher durch fehlenden und politisch verkleinerten Ausbau von Generatoren und Speichern begründet. Beides Techniken, welche existieren und verfügbar sind. Wasserstoff gilt es zwar prinzipiell wegen der schlechten Bilanz zu vermeiden, um Überproduktion - die es vor Allem im Simmer durchaus gibt - über längere Zeiträume zu lagern aber immerhin eine (K/B)rückentechnologie. Kernenergie sehe ich eher nicht als realistischen Baustein. Aktuelle Reaktoren sind fehleranfällig, deren Brennstoff eine endliche und weiter unter druck geratende Ressource. Die massiven Risiken beim Bau in dicht besiedelten Gebieten, insbesondere bei zunehmenden Extremwettern, sind ebenso bekannt. Bessere Reaktortypen existieren fast ausschließlich im Versuchsstadium, ein Bau solcher Großanlagen würde zudem mehrere Jahrzehnte dauern.

08.11.202110:11 Uhr
S. Schmidt

Diese Art der Energuegewinnung weist einen katastrophal schlechten Wirkungsrade auf (allein für Windenergie zu Wasserstoff zu Strom muss 4xl soviel Windstrom produziert werden). Wo soll der ganze Strom eigentlich herkommen mit dem Wasserstoff und später synthetisches Gas hergestellt werden soll? Wir sind ja nicht einmal in der Lage den bereits heute benötigten Strom sicher und zuverlässig über die Grünen Stromquellen zu erzeugen. Es führt langfristig kein Weg an der Kernenergie vorbei, auch wenn das so mancher Zeitgenosse wahr haben möchte.

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