Aktiv-Region Rhein-Wied
Weichenstellung in die gemeinsame Zukunft
Die Bürgermeister der AktivRegion Rhein-Wied unterzeichneten den neuen Kooperationsvertrag
Waldbreitbach. Am vergangenen Montag präsentierte die „AktivRegion Rhein-Wied“ im Forum Antoniuskirche auf dem Waldbreitbacher Klosterberg die bisherigen Ergebnisse und stellte die Weichen für die Zukunft der Region. Dass dieses Thema die Bevölkerung interessierte, zeigte der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal. Neben MdL und Staatssekretär Günter Kern aus Mainz, den drei Verbands-Bürgermeistern Werner Grüber (VG Waldbreitbach), Hans-Günter Fischer (VG Linz) und Michael Mahlert (VG Bad Hönningen) sowie den aktiven Mitarbeitern, hatten rund 150 interessierte Bürgern den Weg auf den Berg hoch über dem Wiedtal gefunden. Hintergrund der kurzweiligen Veranstaltung war die Präsentation der bisher erreichten Ergebnisse und der Planungen für die Zukunft.
Ende 2013 hatten die drei Verbandsgemeinden an der Zukunftsinitiative „Starke Kommunen – starkes Land“ (SKSL) teilgenommen und zogen jetzt ein rundum positives Resümee. Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit wollen die drei Gemeinden ihre Zusammenarbeit über die Aktion SKSL weiterführen und unterschrieben daher einen Kooperationsvertrag zur Fortführung der gemeinsamen Arbeit. Seit Anfang 2014 wurden im Rahmen der Handlungsfelder „Ehrenamt/Senioren“, „Integration“ und „Gesundheit“ schon mit großem Engagement der Beteiligten und Vertreter der drei Verbandsgemeinden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, von denen die AktivRegion Rhein-Wied auch nachhaltig profitiert.
Alle drei VG-Bürgermeister bezeichneten die Zusammenarbeit als „großen Schritt in die gemeinsame Zukunft“. Man habe gute Erfahrungen gesammelt und „muntere Diskussionen“ geführt. Nach den guten Erfahrungen und Ergebnissen unterzeichneten die drei VG-Bürgermeister von Waldbreitbach, Linz und Bad Hönningen. Bürgermeister Grüber berichtete zu den bisherigen Erfahrungen stolz: „Viele Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich! Die engagierten Menschen von hier bringen sich ein und setzen sich mit den Themen auseinander.“ Er rief alle Bürger auf, mitzumachen und das Engagement zu unterstützen.
Starkes ehren- amtliches Engagement
BM Fischer betonte zu den „übergeordneten Botschaften der AktivRegion Rhein-Wied, dass die drei Verbandsgemeinden noch mehr zusammengewachsen sind und jenseits von Kirchtürmen viel selbstverständlicher kooperieren.“ Auch der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern habe sich intensiviert. Bei den Themen „Ehrenamt und Senioren“ verwies er auf die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements als „Stütze der Gesellschaft“. In diesem Thema sprach Fischer auch den großen Einsatz von Waltraud Schmaus als „Kümmerin für einsame und hilfsbedürftige Menschen“ an.
Zum Thema „Integration“ erläuterte der Bad Hönninger Verbands-Bürgermeister Mahlert die gelebte „Willkommens-Kultur“ über die in SKSL eingerichtete Stelle der Flüchtlings-Koordinierung, die von Barbara Schmitz geleitet und erfolgreich gemanagt wird. Sie berichtete, dass man klein angefangen habe und jetzt bereits sechs Sprachlehrer einsetze: „Türen müssen aufgemacht werden, denn alle Flüchtlinge wollen arbeiten. Das Problem ist aber noch für viele die Sprache.“ Sie hat erkannt, dass die Flüchtlinge integriert werden wollen. Die Frage sei dabei immer, wie die Integration gelingen kann. In der Verbandsgemeinde will man für jede Familie Paten finden und die Menschen integrieren . Erste Pläne wurden schon umgesetzt. Auch das Gemeinde-Café unter Wolfgang Walter schafft Kontakte
Für den Bereich „Gesundheit“ betonte BM Grüber, dass man in Sachen Gesundheit „die Sicherung der ärztlichen Versorgung“ als wichtiges Zukunftsthema erkannt hat. Noch bis Ende des ersten Halbjahrs 2016 soll daher in Gesprächen mit Ärzten ein „Masterplan Gesundheit“ entwickelt werden, um die medizinische Versorgung sicherstellen. Viele Ärzte seien schon über 50 Jahr alt. Je älter die Bevölkerung, ist, sei es desto wichtiger, dass ein Arzt in der Nähe ist. Die Frage, ob das Land etwas tun müsse, ist aber noch nicht geklärt.
Lob von der Politik
Lobende Worte für die drei VGen gab es für alle Aktiven von Staatssekretär Kern:“Sie haben die ganze Region belebt und neue Wege gesucht.“ Es zahle sich aus, gemeinsam und abgestimmt zu handeln. Er betonte: „Kommunen brauchen starke Menschen, die bereit sind, in den Prozess einzusteigen. Das haben Sie hier vorbildliches erreicht.“
Auch die Politik müsse neue Wege gehen und beobachten, wie diese angenommen werden. In der AktivRegion Rhein-Wied spüre man, dass „die Menschen hier Spaß haben. Ich freue mich, dass es eine neue Gemeinsamkeit gibt und die AktivRegion Rhein-Wied als einer der sechs Modellräume in Rheinland-Pfalz eine Erfolgsgeschichte wurde.“ Die drei Kommunen hätten „Neues gewagt und aus Fehlern gelernt“. Er sei sicher, dass sich die Region hier gut entwickelt hat. Man habe die Arbeit aufgeteilt, wo Erfahrung ist.
Die Kooperation der drei Verbandsgemeinden war in der Region offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen. Daher wurde am Montag ein weiterer Kooperations-Vertrag unterzeichnet. Die Erfahrung zeige, dass die Zusammenarbeit gute Ansätze und Chancen habe. Daher will man in der Region den Weg weiter gehen. Kern bestätigt: „Das zeigt, wie wertvoll Politik ist, denn sie kann gute Ideen weitertragen.“ Wichtig sei es, die Zusammenarbeit zu verzahnen. Zum „Mut zur Entwicklung“ gratulierte er allen Beteiligten. .
Der Bad Hönninger VG-Bürgermeister Mahlert resümierte; "Das war eine gute Geschichte, und die Mentalität ist wichtig." Er dankte daher alle Ehrenamtlichen und Besuchern: "Hier sind viele Leute mit Herzblut, denn sonst wäre das nicht so gelaufen." BM Fischer aus Linz fasst den Abend zusammen: „Wir drei sehen uns als Manager und sind zukunftsorientiert.“
Starke Gemeinschaft zwischen Rhein und Wied
Für feierliche Stimmung sorgten der Kinder- und Jugendchor Waldbreitbach und der gemischte Chor Oberbieber. Geleitet wurden beide Chöre von Dekanatskantor Peter Uhl aus Waldbreitbach. Mit einer Dauer von rund zweieinhalb Stunden wurde die Veranstaltung nahezu doppelt so lang, wie vorgesehen. Ursache war das große Interesse der mehr als 150 Besucher. Vom Rhein bis an die Wied hat sich eine starke Gemeinschaft gebildet, die sich offensichtlich für ihre Heimat und Region interessiert und einsetzt. Viele Gemeinden können die AktivRegion Rhein-Wied darum beneiden. Als Präsent an MdL Kern übergab Grüber ein „Wiedtal Badetuch“.
Die Bürgermeister der drei Verbandsgemeinden sprachen allen beteiligten ihren Dank aus.
Die Chöre unter der Leitung von Dekanatskantor Peter Uhr sorgte für den feierlichen Rahmen.
