Gertrudiskapelle des Frauenmuseums
Weihbischof zu Gast in Gertrudiskapelle
Bonn. Weihbischof Ansgar Puff aus Köln besuchte die Gertrudiskapelle im Frauenmuseum, um sich über die, aus den Trümmern der Bonner Altstadt wiedererstandene, Kapelle zu informieren. Ihre Wurzeln liegen in vorchristlichen Zeiten. Bei der Bombardierung Bonns 1944 wurde sie schwer getroffen und nach dem Krieg vollständig abgerissen. Curt Delander rettete Reste dieser historischen Weihestätte aus der Baugrube der Bonner Rheinlogen und installierte sie gemeinsam mit Marianne Pitzen im Frauenmuseum Bonn. Die Gertrudiskapelle wurde 2013 ökumenisch geweiht und ist mittlerweile Zentrum vieler religiöser und kultureller Aktivitäten.
Dr. Meik Schirpenbach, Stadtjugendseelsorger von Bonn, hielt eine kurze Andacht, in der er auch über die Beziehung der Heiligen Gertrud zu den irisch-keltischen Ritualen sprach. So nahm die Urahnin von Karl dem Großen irische Missionare in ihrem Kloster auf, die ihr religiöses und naturwissenschaftliches Wissen an die Äbtissin weitergaben. Nicht umsonst fallen der St. Patrick‘s day und der Gertrudis Gedenktag auf den 17. März, den Beginn der Feldarbeit. Heinz Meyer von den Kolpingsbrüdern verwies auf das Dritte Reich, in dem die Gertrudiskapelle zu deren heimlichen Versammlungsort, dem Kolpingsdom wurde. Jean-Claude Hauser vom Gertrudiskomitee Wattenscheid berichtete von den engen Beziehungen zu Nivelles, dem Geburtsort der Heiligen Gertrud, die schon in der Nachkriegszeit vorsichtig aufgebaut wurden.
Angeregt von diesen persönlichen Berichten erzählte der Weihbischof von seiner Vergangenheit in der Bonner Nordstadt; als Student initiierte er 1981 gemeinsam mit Kommilitonen das Jugendzentrum „Uns Huus“.
Der Weihbischof (zweiter von rechts) nahm auch weitere Eindrücke aus dem Frauenmuseum mit.
