Weihe des Ahrtalkreuzes
Kreuzberg. Die Einsamkeit und Mutlosigkeit vieler Menschen während der Corona-Pandemie brachten 2020 den Pfarrgemeinderat in Altenahr auf die Idee, in der Tradition der Pest-Kreuze ein „Corona Kreuz“ entstehen zu lassen. Dann kam die Flut und brachte neue Traumata.
Die Wunden sind noch nicht verheilt. So manches macht sich erst jetzt bemerkbar. Alles das sollte in ein Kreuz münden: Von allen und für alle im Ahrtal. Es sollte ein Wanderkreuz entstehen. Die Initiative „Ahrtalkreuz“ nahm ihren Lauf. So wurden Pappboxen verteilt, in denen die Menschen längs der Ahr alles sammeln konnten, was auf Papier wertvolles Zeugnis ihres ganz eigenen Erlebens von Flut und Corona gewesen ist. Alle diese Papiere verarbeitet der Kreuzberger Bildhauer Rudolf Schneider zu einem Christus- Leib, den er auf zwei gekreuzten, aus dem Flutschlamm geborgenen Holzstämmen befestigt. Damit möchte er dem verwundeten Ahrtal schöpferisch dienen.
Alles, was Menschen preisgaben und anvertrauten, ist dem Ahrtalkreuz einverleibt und hat einen bleibenden Ausdruck gefunden. Es ist als persönlicher Beitrag anonym geblieben, spricht aber weiter im Kreuz Jesu. (Es sind u.a. Tagebuch-Einträge, Kinder- und Jugendzeichnungen, Totenbildchen, ein leeres Blatt, Zeitungsartikel, die Namen von Helfern, Fotos, E-Mails, Gedichte, Gebete, oder nur ein Fragezeichen...)
Drei Jahre und vier Monate nach der Flut ist das Ahrtalkreuz nun fertig gestellt.
Am 15.November 2024 um 19.00 Uhr wird es in der Pfarrkirche Maria Verkündigung in Altenahr von Bischof Stefan Ackermann feierlich geweiht.
In dem sich direkt anschließenden „Abend des Lichts“ ist das Allerheiligste in der Mitte der Kirche ausgesetzt. Es besteht die Möglichkeit dem Ahrtalkreuz nahe zu sein. In einer von Kerzen beleuchteten Kirche können Sorgen, Friedlosigkeit, Hoffnung, Bitte und Dank zu ihrem Recht kommen.
Ein jeder kann kommen und gehen, wann er will. Man ist eingeladen zur Ruhe zu kommen, Bibelstellen samt geistlichen Impulsen aufzunehmen und Musik zu hören. Seelsorger stehen für Gespräche, für einen Segen und für die Beichte zur Verfügung.
Interessierte sind herzlich zu einem Atelier Besuch am 29.10 um 16.00 beim Bildhauer Rudolf Schneider im Vorfeld der Weihe eingeladen. Für Fragen stehen dort R. Schneider und Mitglieder des Organisationsteams zur Verfügung.
Rudolf Schneider,
Bad Münstereifelerstr.16 53505 Kreuzberg
Zur Koordination und bei Rückfragen: Anne Mathar: 0174 1961019 anne@derbelgier.de
