Großartiger Chorgesang in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
Weihnachts-Oratorium begeisterte Besucher
Brohl-Lützing. Zu einem großartigen Klangereignis hatten sich zahlreiche Zuhörer in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Brohl-Lützing eingefunden. Sie wurden nicht enttäuscht, sondern sie spendeten den Akteuren des Abends am Ende eines tollen Konzertes Standing Ovations. Schon bei der Premiere in der Pfarrkirche St. Peter in Westum, wurden die Sängerinnen und Sänger der beteiligten Chöre mit viel Lob für die dargebotene Leistung bedacht. Hiervon scheinbar animiert, ließen sie in der weihnachtlich geschmückten Pfarrkirche in Brohl-Lützing noch einmal das Weihnachts-Oratorium von Heinrich Fidelis Müller erklingen.
Es war schon beachtlich, was die über 80 Sängerinnen und Sänger der Kirchenchöre Bad Breisig-Brohl, Oberbreisig und Waldorf, des MGV Eintracht Westum und des Kinderchores aus Waldorf darboten. Die nicht enden wollende Schlange der Akteure beeindruckte die Besucher schon beim Gang in den Altarraum, der zur Bühne wurde. Unterstützt wurden die Sängerinnen und Sänger durch das Orchesterensemble „Musical for You“. Mit dem Weihnachts-Oratorium hatte Andrea Ernst, die alle beteiligten Chöre leitet, eine Komposition ausgewählt, die den Chören einiges abverlangte.
Der Priester und Komponist Heinrich Fidelis Müller (1837 - 1905) wurde 1859 zum Priester geweiht. Er hatte bald das Bedürfnis, verständliche, praktikable Werke mit lebendigem, handlungsreichen Inhalt zu komponieren. Während eines Besuchs der Oberammergauer Passionsspiele 1871 fasste er den Entschluss, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Und so entstand schließlich 1879 das Weihnachts-Oratorium aus seiner Feder. Nach eigener Aussage bevorzugte er dabei die „einfachen, kräftigen und herzinnigen Kirchen- und geistlichen Lieder“, die in „einem kleinen Weihnachtsspiel nach den eben betonten Grundsätzen“ ihren Niederschlag fanden.
So konnte die Vorsitzende des Kirchenchores Oberbreisig, Edda Hornberger, in ihrer Begrüßungsansprache ankündigen, dass man die Weihnachtsgeschichte musikalisch erzählen möchte. Abgerundet von den Beiträgen des Evangelisten (Markus Selbach - Tenor) und der Solisten Edda Hornberger (Sopran), Christel Nietgen (Alt), Peter Schmidgen (Tenor), Paul Weber (Tenor) und Klemens Neuhaus (Bass) sowie der Chorleiterin Andrea Ernst (Sopran) waren die Zuhörer besonders angetan, wenn der Gesamtchor einsetzte und den Kirchenraum mit einem großartigen Klangvolumen ausfüllte.
„O Heiland, reiß die Himmel auf“
Die Sehnsucht nach dem Erlöser drückte der Chor leise und bittend mit dem Choral „O Heiland, reiß die Himmel auf“ aus. Steigernd im Anschluss das „Rorate caeli“ und „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt“. Die Besonderheit Mariens wurde im Choral „Es ist ein Ros entsprungen“ wie auch im anschließenden „Gegrüßet seist du, Maria“ zum Ausdruck gebracht. Die „Geburt des Herrn“ wurde mit dem bekannten „Stille Nacht, Heilige Nacht“ eingeläutet, zu dem auch der sechsköpfige Kinderchor die Bühne betrat. Nach der Verkündung der Geburt an die Hirten jubilierte der Chor mit dem Gesang der Engel „Ehre sei Gott“. Die Hirten bei der Krippe stellte danach mit zarten Stimmen der Kinderchor dar, mit dem Lied „Lasst uns das Kindlein grüßen“. Zwei Hirtenknaben und der Männerchor fielen ein mit „Lasst uns nach Bethlehem eilen“, bevor ein Soloquartett das Hirtenlied „Sei willkommen, Trosts der Frommen“ darbot. Schließlich kommen auch die Heiligen Drei Könige zu ihrem Recht. „Zu Bethlehem geboren“, „Da nun Jesus geboren war“, „Du, o Bethlehem im Lande Juda“ und „Gegrüßet seist du, Himmelskind“ drückten die Ehrfurcht der drei Weisen aus. Den Weihnachtsjubel drückten die Sängerinnen und Sänger mit dem „Dank sagen wir alle“ mit kräftiger Stimme aus, bevor die Dirigentin selbst mit der Arie „Sehet, welche Liebe hat uns der Vater geschenkt“ als Solistin in Szene trat. Den krönenden Abschluss bildete der erneute Lobpreis, wobei beim „Ehre sei Gott in der Höhe“ die Chöre das Gotteshaus mit einer wahren Klangfülle erbeben ließ. Langanhaltender Applaus und Standing Ovations der Besucher bezeugten den Akteuren eine tolle Leistung.
Pfarrer Günter Marmann sagte allen Akteuren Dank für ein großartiges musikalisches Erlebnis, das am Ende der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel noch einmal die Feiertagsstimmung aufleben ließ. „Dieses Gemeinschaftswerk der Chöre zeigt, dass Musik verbindet und das Musik auch begeistern kann“, lobte Pfarrer Marmann. „Dieser verbindende Funke ist auch bei uns über gesprungen“, so Marmann. Stellvertretend für alle Teilnehmer des Konzertes dankte man der Chorleiterin Andrea Ernst mit einem Blumenstrauß, bevor man gemeinsam mit allen Besuchern „O Du fröhliche“ anstimmte und danach das Orchester-Ensemble „Musical for You“ das Konzert klanglich beendete.
Da man auf Eintrittsgelder verzichtet hatte, bat man um eine Spende. Hierbei konnten 919 Euro gesammelt werden, die an die Caritas in Ahrweiler für Kinder- und Jugendprojekte weitergeleitet werden.
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