Allgemeine Berichte | 30.01.2017

Dorfgemeinschaft in Niederraden

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Das Knut-Fest wurde mittlerweile zum dritten Mal gefeiert

Die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr haben bei diesem Einsatz nicht viel zu tun, obwohl Tannenbäume und Schwedenfeuer brennen.KER

Niederraden. Knut ist kein kleiner Eisbär, sondern ein Fest, das die Niederradener feiern und das nur zufällig Ähnlichkeiten zu haben scheint mit einem angeblich schwedischen Brauch, den ein skandinavischer Möbelhersteller bekannt gemacht hat. Am Sonntag strömten Männer und Frauen aus Niederraden zum Dorfgemeinschaftshaus und warfen ihre abgeschmückten Weihnachtsbäume auf ein Feuer. Anschließend gingen sie zu einem im Schnee aufgebauten Holzhüttchen und holten sich einen Glühwein ab.

Kein echter Brauch in der Verbandsgemeinde Rengsdorf? Es könnte aber einer werden, denn in Niederraden wurde das Knut-Fest bereits zum dritten Mal gefeiert.

Veranstalter ist die Dorfgemeinschaft Niederraden. Deren Vorsitzender ist seit zwei Jahren Martin Kösters. Die Dorfgemeinschaft Niederraden ist ein Zusammenschluss aus der Interessengemeinschaft der Feuerwehr Niederraden und einem ehemaligen Dorfverein. Vor Martin Kösters war Hans-Jürgen Barg viele Jahre Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Niederraden. Das Hauptanliegen der Dorfgemeinschaft ist laut Martin Kösters, „das Dorfleben zu stärken und Aktivitäten zu ermöglichen. Dazu gehört auch das Knut-Fest, das irgendwann mal aus einer Feierlaune heraus entstanden ist. Schließlich muss ja die Winterzeit irgendwie überbrückt werden. Bis zur Kirmes vergehen noch viele Wochen. Mit dem schwedischen Knut-Fest hat unsere Veranstaltung eher wenig zu tun. In Schweden gibt es ja zum Beispiel auch den Tannenbaum-Weitwurf. Den machen wir nicht. Und das Verbrennen des Tannenbaums habe ich bei denen noch nie gesehen. Eigentlich haben wir nur nach einem Grund gesucht, um zu feiern.“

Und wer hat diesem neuen Niederradener Fest seinen Namen gegeben? Dazu Martin Kösters: „Das war ein Mitglied aus unserem Vorstand, die Elke Eberwein. Die hat das irgendwann mal so getauft.“ Das Fest ist beliebt, nicht zuletzt wegen der Möglichkeit, zum Ende der Weihnachtszeit die Christbäume loszuwerden, die langsam anfangen zu nadeln. Bis zu 60 Bäume wurden in der Vergangenheit beim Knut-Fest in Niederraden schon angeliefert und gingen dort in Flammen auf. Nicht viel mehr als 200 Einwohner hat das Dorf. Manche kommen auch ohne Tannenbaum, einfach nur, um einen der leckeren Glühweine zu probieren. Es gibt weißen und roten Winzerglühwein, wer mag auch mit Amaretto oder Eierlikör, es gibt alkoholfreien Kinderpunsch und Kaltgetränke. Zur Stärkung kann sich jeder am Grill über dem offenen Kaminfeuer auch eine leckere Bratwurst im Brötchen geben lassen. Beginn war diesmal um 16 Uhr, weil das Fest ausnahmsweise auf einen Sonntag gelegt werden musste. Sonst findet es samstags statt und beginnt erst um 17 Uhr. Mit den Einnahmen aus dem Knut-Fest finanziert der Verein Dorfgemeinschaft Anschaffungen für den Ort, wie zum Beispiel die fest installierten, massiven Tisch-Bank-Sitzgarnituren am Dorfgemeinschaftshaus und auf dem angrenzenden Boule-Platz. Außerdem bietet der Dorfverein einmal im Jahr eine gesponserte Halbtagestour an, zum Beispiel an die Mosel oder in die Düsseldorfer Altstadt oder nach Köln. Der Verein hat momentan 90 Mitglieder. Für die zahlreicher werdenden Senioren im Ort werden Seniorennachmittage und -feiern veranstaltet. Die älteren Mitbürger lädt der Dorfverein auch zu einer speziellen Senioren-Halbtagestour ein. Martin Kösters: „Das ist unser Dankeschön, weil die Senioren ja letzten Endes das hier alles aufgebaut haben.“ Martin Kösters fällt eine lustige Anekdote aus dem vergangenen Jahr ein: „Auf einmal kamen die Oberradener mit einem Anhänger voller Tannenbäume zum Knut-Fest gefahren. Sie hätten natürlich auch zu Fuß gehen können, aber der einen Kilometer lange Weg war ihnen wohl zu weit. Na ja, fair wie wir sind, haben wir die Oberradener zum Schluss noch nach Hause gefahren, denn die waren ja nicht nur der Bäume wegen gekommen, sondern auch, um Glühwein zu trinken.“

Bei dieser Geschichte lacht Feuerwehrmann Peter Peil, der mit seinen Kameradinnen und Kameraden für die brandschutztechnische Sicherheit beim Knut-Fest sorgt. Er stammt aus Oberraden und ist dort nicht nur Gruppenführer der Feuerwehr, sondern auch Präsident des dortigen Karnevalsvereins. Er unterstützt gern das Niederradener Knut-Fest, weil er sich auf die Dorfgemeinschaft immer verlassen kann als Helfer bei der von seinem Karnevalsverein ausgerichteten gemeinsamen Nikolausfeier für die beiden Dörfer Ober- und Niederraden. Als nächstes treffen sich die Mitglieder der Dorfgemeinschaft Niederraden im März zur Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen des Vorstands. Martin Kösters möchte gern weitermachen, macht dies aber vom Votum der Mitglieder abhängig. Vorstellbar ist auch, dass in diesem Jahr noch einmal ein Kinderfest veranstaltet wird, das es auch schon einmal gegeben hat. Das wäre aber dann von größeren Dimensionen und für alle Kinder des Kirchspiels, wozu auch noch Oberhonnefeld und Straßenhaus gehören. Ein Boule-Turnier wird in diesem Jahr wieder stattfinden. Für die weitere Zukunft hat Martin Kösters auch schon Pläne: „Unser Ziel ist mittelfristig, aufgrund dessen, dass die Vereine immer mehr auseinander bröseln, dass wir mehr Aktivitäten mit den anderen Vereinen zusammen haben. Das kann schon in die Richtung von Kooperationen gehen. Vielleicht auch beim Thema Kirmes, da wird etwas passieren müssen. Da denken wir hier in Niederraden schon über mögliche Zusammenarbeiten mit Oberraden nach, auch in Richtung einer gemeinsamen Kirmes.“

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Weihnachtsbäume gingen in Flammen auf

Die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr haben bei diesem Einsatz nicht viel zu tun, obwohl Tannenbäume und Schwedenfeuer brennen.Fotos: KER

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