Allgemeine Berichte | 08.12.2020

Diplom-Pädagogin der Lebensberatung Cochem im Interview

Weihnachtszeit mit Kindern gestalten trotz Corona

Simone Ibald-Strauch.Foto: Gina Tibus

Cochem. Zwar werden liebgewonnene Rituale im Advent und zu Weihnachten in diesem Jahr anders ausfallen, aber das muss keineswegs zu enttäuschten oder traurigen Kindern führen, weiß Simone Ibald-Strauch. Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitet bei der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung Cochem und gibt einige Tipps, wie Familien diese Zeit gestalten können.

Wie schätzen Sie die derzeitige Situation in den Familien ein?

Ibald-Strauch: Die Auswirkungen der aktuellen Lage sind in vielen Lebensbereichen deutlich spürbar, die Menschen sind angespannter, ängstlicher, manche gefrustet oder wütend. Vor allem Familien tragen eine große Last und müssen aktuell vieles bewältigen. Traditionelle Ereignisse in der Gemeinschaft, die vor allem für Kinder schön sind, wie zum Beispiel St. Martin konnten nicht stattfinden, und die vor uns liegende Adventszeit wird auch anders aussehen, als gewohnt. Uns ist es daher wichtig, einen Blick auf die Familien zu werfen und gerade in der Vorweihnachtszeit zu überlegen, wie mit dieser Situation umgegangen wird.

Welche Tipps haben Sie, damit Familien auch in diesem Jahr die Weihnachtszeit gut, besinnlich und schön gestalten können?

Die Reduzierung von sozialen Kontakten und die bestehenden Einschränkungen können als belastend empfunden werden, vielleicht besteht aber auch die Möglichkeit einen anderen, positiveren Blick darauf zu werfen. Wichtige Rituale können kreativ umgestaltet werden. Dies bestärkt das Erleben von Selbstwirksamkeit. Also die Erfahrung zu machen, ich kann Situationen mitgestalten, beeinflussen und bin ihnen nicht nur ohnmächtig ausgeliefert. Um dieses Potential zu entwickeln, muss ein Perspektivwechsel, eine Perspektiverweiterung vollzogen werden, weg von nur Frust und Negativismus, hin zu Zuversicht und Blick auf die Chance, kreativ Einfluss zu nehmen.

Und wie kann das geschehen?

In den vergangenen Jahren sind mir in der Beratungsarbeit einige Familien begegnet, die in der Adventszeit eher in Vorweihnachtsstress gerieten und nun bietet sich dieses Jahr, ausgelöst durch die Corona bedingten Einschränkungen, die Chance zur Entschleunigung und des Konzentrierens auf das Wesentliche. Hier können sich Familien mit der Frage beschäftigen, was brauchen wir als kleine Gemeinschaft, dass wir uns wohl fühlen miteinander und wie können wir es uns schön machen in der Adventszeit? Eltern können miteinander ins Gespräch kommen, welche adventlichen und weihnachtlichen Rituale Beständigkeit haben können und welche neu entdeckt oder kreativ umgestaltet werden müssen.

Wie können Eltern das ganz konkret angehen?

Ein wichtiger Schritt könnte sein, dass Eltern sich mit ihren Kinder zu Beginn der Adventszeit zusammensetzen und gemeinsam Ideen und Wünsche zusammentragen, wie die Vorweihnachtszeit gestaltet werden kann. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter haben erfahrungsgemäß viel Interesse daran gemeinsam mit Eltern etwas zu machen. Ganz konkret gibt es die Anregung, diese gesammelten Ideen in Form eines Familienadventskalender festzuhalten und jeden Tag eine dieser Ideen gemeinsam umsetzten.

Und vieles ist ja trotzdem weiterhin möglich!

Es kann gebacken und gebastelt werden. Hierbei können bei einem Spaziergang im Wald Naturmaterialien gesammelt werden und diese zu Hause kreativ eingesetzt werden. Auch besteht die Möglichkeit eine adventliche Geschichte mit auf einen Spaziergang zu nehmen und an verschiedenen Stellen in der Natur diese Geschichte in Etappen zu lesen. (Stationenlesen)

Musik ist auch ein wichtiger Faktor, um die Stimmung zu erhellen, gerade in der jetzigen dunkleren Jahreszeit. Gemeinsam kann gesungen, können Lieder gehört oder auch kleinere Musikinstrumente hergestellt werden, z.B. eine Rassel aus leeren Dosen/Behältern, die mit klappernden/rasselnden Materialien gefüllt wird.

Ein anderer ganz wichtiger Aspekt in Bezug auf die gemeinsame Zeit im Advent ist das Lesen. Die Familien können sich abends bei Kerzenschein zusammenfinden und z.B. eine Adventskalendergeschichte lesen, hierzu gibt es einige sehr schöne Bücher.

Das sind viele Anregungen, um in der Kernfamilie die Weihnachtszeit zu gestalten. Doch wie sieht es mit Kontakten darüber hinaus aus, wie zu Großeltern, anderen Verwandten und Bekannten?

Wir als Beratungsstelle möchten die Eltern ermutigen die Zeit mit den Kindern schön zu gestalten und das gemeinsame Tun in den Blick zu nehmen. Auch mit Blick darauf, wie ich vielleicht anderen dabei eine Freude machen kann. Z.B. die gebackenen Plätzchen oder die gebastelten Sterne, in Tütchen verpackt, der älteren Nachbarin an die Türe bringen oder den Großeltern zukommen lassen.

Wenn Besuche von Großeltern und Verwandten dieses Jahr zu Nikolaus oder Weihnachten nicht möglich sind, bleibt die Möglichkeit diese auf virtuellem Weg mit einzubeziehen.

Das Krippenspiel kann von den Kindern zu Hause nachgespielt werden und per Video an Oma und Opa geschickt werden.

Und vielleicht gibt es ja auch noch eine kleine Nachricht vom Nikolaus?

Der Nikolaus kann dieses Jahr nicht persönlich kommen, aber er kann z.B. über die Eltern den Kindern einen Brief zu kommen lassen. Hierin kann er erklären, dass er nicht kommen kann, aber dennoch an die Kinder denkt und über das Jahr mitbekommen hat, was sie alles gemacht und geschafft haben.

Frauen, Männer und Kinder finden in der Lebensberatung Unterstützung unabhängig von Religion, Weltanschauung oder Nationalität. – und das kostenfrei. Die Kosten trägt das Bistum Trier unterstützt durch staatliche oder kommunale Zuschüsse. Weitere Informationen zum Angebot der unterschiedlichen Lebensberatungsstellen im gesamten Bistum Trier gibt es hier www.lebensberatung.info

Pressemitteilung des

Bistums Trier

Simone Ibald-Strauch. Foto: Gina Tibus Foto: GINA TIBUS

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