Allgemeine Berichte | 26.06.2018

In Lehmen, dem ältesten Weinort an der Untermosel wird Tradition gelebt

Weinprobe und Fest bei den Razejunge

„Ein guter Wein vom Moselgrund, hält Leib und Seele wohl gesund“

Der erste Vorsitzende Ralf Menden hieß die Gäste willkommen und übergab der Kommentatorin und dem Moderator das Wort.EP

Lehmen. Vor Jahrmillionen schuf das Wasser die geologischen und klimatischen Voraussetzungen für das hohe Niveau und den unverkennbaren Charakter der Moselweine. Urzeitliche Schieferschichten sind ein Baustein für die markant mineralischen Rieslinge der Region, in der in steilsten Lagen unverwechselbare Weine von Weltrang produziert werden. Für das Kulturgut Weinbau, das Brauchtum und die Umwelt, setzen sich seit Jahren die Lehmer Razejunge ein. Und einmal im Jahr wird gefeiert. Beim diesjährigen Razejungefest stellten Dieter Möhring, 2. Vorsitzender der Razejunge und die Deutsche Weinkönigin 2009/10 Sonja Christ-Brendemühl bei der Weinprobe in der Sporthalle neun Moselweine vor.

„Moselburgen und ihre Weine“

Ein vierköpfiges Team, dem außer den Beiden noch Klaus Schmitt und Frank Stieglitzki angehörten, hatte im Vorfeld die schöne Aufgabe übernommen, geschmacklich abwechslungsreiche edle Tropfen zu finden. „Moselburgen und ihre Weine“ hieß das Motto der Weinprobe, die der Auftakt zum Razejungefest, zum Weinfest und der Ernennung des Ehrenrazejunge 2018 war.

„Wir haben die besten Lagen ausgesucht, vor allem ist es der Riesling - der König der weißen Reben - den wir präsentieren können.“ ließ die Kommentatorin die zahlreich erschienenen Gäste wissen. Doch vor dem Genuss stand ein Hinweis des Moderators Dieter Möhring zum Thema Datenschutz: „Wer nicht fotografiert oder gefilmt werden will, sollte sich unter den Tisch begeben, kann aber dann nix trinken!“ feixte er wohlahnend, dass alle auf ihren Stühlen bleiben würden.

Ein bekennender Freund des heimischen Weines ist Landrat Dr. Alexander Saftig, der auch stolzer Ehrenrazejung ist. In seinem Grußwort betonte er besonders die Brauchtumspflege der Razejunge, die Tradition leben: „Wer sich auf Brauchtum besinnt, besinnt sich auch auf seine eigene Geschichte.“ Er lobte die „wahnsinnig aktive Gruppe“ sowie deren Jugendarbeit, den Anbau von Lavendel und freute sich über den bevorstehenden „Nachwuchs“. Diesen stellt man sich allgemein nicht als gestandenen Mann vor, doch der neue Ehrenrazejung ist ein Mann mit viel Erfahrung. Landrat Saftig gratulierte den Razejunge zu ihrer Auswahl: dem Ortsbürgermeister von Löf und Kreisbeigeordneten Rudi Zenz: „Er wird ein hervorragender Ehrenrazejung sein. Er beschrieb ihn als Mensch mit viel Menschenkenntnis, Lebenserfahrung und starken Nerven, den er sehr schätzt. Abschließend sagte er: „Ich wünsche allen eine herrliche Zeit in Lehmen, guten Wein, erfrischende und sorglose Stunden und genieße die Weinprobe mit euch!“ Auch die Weinmajestäten Nina I. und ihre Prinzessin Katharina ergriffen das Wort. Sie sind die ersten Weinmajestäten seit zehn Jahren, hatten die Initiative selbst gestartet und wurden im Mai gekrönt. Mit ihnen bekam das 45. Wein- und Razejungefest im ältesten Weinort an der Untermosel, das jahrelang sehr männlich geprägt war, wieder ein weibliches Gesicht.

Geheimnisse verkosten

Gemeinsam mit Weinrepräsentantinnen aus Kobern-Gondorf, Löf, Hatzenport, Alken, Oberfell und der Gebietsweinkönigin Alina Scholtes, genossen sie die Weinprobe so wie es ihr Weinspruch kundtut: „Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern verkostet Geheimnisse.“ Es war eine Mischung aus Heimatkunde, Önologie und persönlichen Erlebnissen, an denen Sonja Christ-Brendemühl die Gäste teilhaben ließ. Auf einer Reise von Kobern-Gondorf bis Traben-Trarbach stellte sie rassige, temperamentvolle Rieslinge von trocken über feinherb bis süß vor: „Genießen Sie mit den vier Sinnen sehen, fühlen, schmecken, riechen und dem fünften Sinn hören, wenn sie anstoßen.“ Charmant, ausführlich und informativ führte sie das Publikum durch diese Weinreise.

Spende für die Kinder- und Jugendarbeit

Eine Überraschung hatte Ehrenrazejung 2017 Hans Peter Röhrig parat. Er übergab einen Scheck in Höhe von 250 Euro: „Bevor ich das Ehrenamt abgeben darf, hier eine Unterstützung für die tolle Kinder- und Jugendarbeit.“ Nach so viel Genuss kamen der Marsch zum Razejungeplatz und die Ehrung. Nachdem Hans Peter Röhrig die Laudatio auf Rudi Zenz gehalten hatte, erhielt dieser aus seiner Hand die Insignien. Der neue Ehrenrazejung erklärte das Weinfest für eröffnet. Wie seine Vorgänger/innen, ist Rudi Zenz auf ganz besondere Weise mit der Region, dem Wein und der Weinkulturlandschaft verbunden. Der 65-jährige Vater zweier Töchter engagiert sich seit Jahren für das Gemeinwohl und die junge Generation. Wenn es seine Zeit erlaubt, wandert er gerne oder unternimmt Radtouren an der Mosel. Seit seiner Kindheit ist der echte Moselaner eng mit dem Weinbau verbunden und Liebhaber des fruchtigen Moselrieslings: „Die Nähe und Liebe zum Weinbau habe ich von meinen Eltern geerbt, das ist inzwischen ein Teil von mir.“ Mit ihm haben die Razejunge nach eigener Aussage einen aufgeschlossenen und unkomplizierten Ehrenrazejung in ihre Gemeinschaft aufgenommen. Ein geselliger Abend schloss sich an, an dem die Tanzgruppe des TSV Moselfeuer „Kassiopeia“ und das „Duo Illusion“ mit Live Musik für Stimmung sorgten. Auch der Sonntag bot Zeit zum Feiern und Amüsieren: bei einem deftigen Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Kinderschminken und den Darbietungen der Tanzgruppen des TSV Moselfeuer. Für die musikalische Unterhaltung sorgte „Fidschi Entertainment“. Auf dieses Wochenende können die Männer mit den blauen Schürzen und den rot-weiß karierten Hemden wieder einmal mit Stolz zurückblicken und die hübschen Weinmajestäten sich auf die kommende Zeit freuen, in der sie ihren Heimatort repräsentieren dürfen. EP

Der neue Ehrenrazejung Rudi Zenz erhielt die Insignien von seinem Vorgänger Hans Peter Röhrig.

Der neue Ehrenrazejung Rudi Zenz erhielt die Insignien von seinem Vorgänger Hans Peter Röhrig.

Weinprobe und Fest bei den Razejunge

Der erste Vorsitzende Ralf Menden hieß die Gäste willkommen und übergab der Kommentatorin und dem Moderator das Wort.Fotos: EP

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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