VdK rückt häusliche Pflege in Fokus der Öffentlichkeit
Weißes Handtuch weht an Fenstern von Betroffenen
Koblenz. 120.000 Menschen werden in Rheinland-Pfalz zu Hause gepflegt; das sind 70 Prozent der Pflegebedürftigen. Doch kaum jemand spricht über die Betroffenen und ihre pflegenden Angehörigen. Um auf ihre Situation und ihre politischen Forderungen aufmerksam zu machen, haben sie in ganz Rheinland-Pfalz weiße Bettlaken und Handtücher aus den Fenstern gehängt. Organisiert wurde der landesweite Aktionstag vom Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz unter dem Motto „Wir schmeißen NICHT das Handtuch“.
„Pflegende Angehörige verdienen mehr Wertschätzung und brauchen mehr Entlastung“, fordert Rigobert Scherf, Vorsitzender des VdK-Kreisverbands Koblenz. Jeder vierte pflegende Angehörige steht zeitlich und psychisch stark unter Druck, macht der AOK-Pflegereport 2020 deutlich. „Die Corona-Pandemie hat die Situation verschärft“, zeigt sich Scherf besorgt.
Ein großes Problem ist, dass sich die Betroffenen nicht ausreichend über Unterstützungsleistungen für die Pflege informiert fühlen. Insbesondere wenn es um konkrete Pflegeangebote vor Ort geht, wünschen sich pflegende Angehörige einen Ansprechpartner in der Nähe. „Hier ist die ,Gemeindeschwester Plus´ als Modellprojekt der Landesregierung ein sehr guter Ansatz. Das Angebot sollte es flächendeckend in ganz Rheinland-Pfalz geben“, so Scherf.
Ein Problem ist auch, dass Verordnungen und Gesetze zur häuslichen Pflege oft an den Bedürfnissen der Betroffenen vorbei gehen. Deshalb hat der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz am 28. Oktober 2020 Pflegewissenschaftler*innen und die pflegepolitischen Sprecher*innen der Landtagsfraktionen zu einem Diskussionsforum eingeladen. Hier sollen gemeinsam konkrete Verbesserungen für die häusliche Pflege diskutiert werden.
Pressemitteilung
Sozialverband VdK
Rheinland-Pfalz e. V.
