Allgemeine Berichte | 05.01.2018

Information zur aktuellen Hochwasserlage

Weiter steigende Wasserstände

Erste Bewährungsprobe für neue Hochwasserschutzanlage in Koblenz

Durch den vielen Regen schreitet auch der Rhein in den Rheinanlagen in Andernach über die Ufer. Foto: Dietmar Groß

Koblenz. Aktuell haben in Folge der warmen Witterung und des Sturmtiefs „Burglind“ starke Niederschläge zu einem weiteren Ansteigen der Wasserstände und zu Hochwasser geführt. An den kleineren Gewässern wie Nahe, Lahn, Sieg und Sauer sind bereits Höchststände erreicht. Nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes sollen die Niederschläge über das Wochenende aber nachlassen. Die beiden von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord betrieben Hochwassermeldezentren Mosel in „Trier“ und „Nahe, Lahn, Sieg“ in Koblenz, sind zurzeit im Dienst. Hier werden das Wetter und die Abflusssituation des Wassers beobachtet, so dass Kommunen, Einsatzkräfte und die Öffentlichkeit fortlaufend informiert sind.

Am Oberrhein sowie am Mittelrhein verzeichnen die Lageberichte der Meldezentren weiter steigende Wasserstände. Für Koblenz prognostiziert das Hochwassermeldezentrum Rhein in Mainz, einen Höchststand von 7,50 bis 7,75 Metern am Montag. Dies entspricht etwa einem 5-jährlichen Hochwasserereignis und ist zugleich eine erste Bewährungsprobe für die neue Hochwasserschutzanlage Koblenz. Diese ist für ein 10-jährliches Hochwasserereignis mit 8,45 Metern am Pegel Koblenz für die Stadtteile Lützel, Neuendorf und Wallersheim, ausgelegt.

Durch die hohen Niederschläge in der Westpfalz und in Lothringen bedingt, steigt die Mosel noch weiter an. Am Pegel Trier ist nach den Prognosen der Meldezentren ein Höchststand um 9,00 Metern zu erwarten, was ebenfalls etwa einem 5-jährlichen Hochwasserereignis entspricht. An den Nebenflüssen in Eifel und Hunsrück ist dagegen mit fallenden Wasserständen zu rechnen. Auch die Saar ist deutlich angestiegen. Der Pegel Fremersdorf wird zunächst auf hohem Niveau zwischen 4,50 und 5,00 Metern pendeln. Die Sauer und ihre Nebenflüsse werden wegen der dort geringeren Niederschläge voraussichtlich nicht erneut ansteigen. Hier wird überwiegend ein Übergang zu fallenden Wasserständen erwartet, leichte Zwischenanstiege am Wochenende sind aber nicht ausgeschlossen.

Am Oberlauf der Nahe werden im heutigen Tagesverlauf fallende Wasserstände erwartet. Am Glan steigen die Wasserstände noch bis in die Mittagsstunden an, nachmittags werden dort ebenfalls sinkende Wasserstände an den Pegeln erwartet. Für das Wochenende sind noch geringe abflusswirksame Niederschläge zu erwarten, so dass morgen in den Abendstunden an Glan und am Unterlauf der Nahe mit nochmals steigenden Wasserständen zu rechnen ist.

Am Unterlauf der Lahn wird der Scheitel der Hochwasserwelle derzeit erwartet. Da für das Einzugsgebiet der Lahn keine abflusswirksamen Niederschläge mehr prognostiziert sind, ist für das Wochenende mit langsam fallenden Wasserständen zu rechnen.

Im Einzugsgebiet der Sieg sind nur geringe Niederschläge gefallen, so dass die Wasserstände an den Pegeln kontinuierlich sinken. Da für das Wochenende keine abflusswirksamen Niederschläge vorhergesagt sind, kann mit weiter fallenden Wasserständen an den Pegeln gerechnet werden.

Informationswege

Weitere Informationen finden Sie unter https://sgdnord.rlp.de/de/wasser-und-abfall/wasser/hochwasserschutz/hochwassermeldedienst/

Lageinformationen und Hochwasservorhersagen können unter www.hochwasser-rlp.de abgerufen werden. Aber auch der beste Schutz kann nicht immer vor den Wassermassen helfen. Ob und in welcher Form Anlieger an Flüssen betroffen sind, kann für viele Gewässer in Rheinland-Pfalz über www.hochwassermanagement.rlp.de in Erfahrung gebracht werden. Hochwassergefahrenkarten veranschaulichen die bei Hochwasser überfluteten Flächen und die Wassertiefe. Die Gefahrenkarten finden Sie im Internet unter http://www.hochwassermanagement.rlp.de/servlet/is/391

Durch den vielen Regen schreitet auch der Rhein in den Rheinanlagen in Andernach über die Ufer. Foto: Dietmar Groß

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