Fachtagung in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach
Welche Hilfen brauchen betroffene Familien?
Experten diskutieren am 29. Juni bei freiem Eintritt über das Thema „Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern“
Andernach. Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern leben in ganz besonderen Lebenssituationen. Sie haben Eltern(teile), deren Verhaltensweisen sie oftmals weder verstehen noch verarbeiten können. Familien, in denen mindestens ein Elternteil derart erkrankt ist, brauchen Unterstützung unterschiedlicher Art. Die Eltern brauchen Hilfe, um ihren Alltag meistern zu können. Die Kinder brauchen Ansprechpartner, die ihnen helfen, die Krankheit der Eltern zu verstehen und die den Ausfall der Eltern kompensieren. Die Fachtagung „Psychisch kranke Eltern – Hilfen für die Familie“ am Mittwoch, 29. Juni, ab 12.30 Uhr, in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach (RMF) ermöglicht es, die verschiedenen Hilfesysteme für Eltern, Kinder und die ganze Familie kennenzulernen. Zur Zielgruppe gehören neben beruflich Interessierten auch Privatpersonen. Der Eintritt ist frei.
Ausrichter des Nachmittags ist der Arbeitskreis Kinder psychisch und suchtkranker Eltern, der vor vier Jahren in der RMF gegründet wurde. Mittlerweile handelt es sich um ein anerkanntes Netzwerk, in dem Erwachsenenpsychiatrien, Jugendämter, freie Träger der Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrien, ein Gesundheitsamt und weitere Beratungsstellen kooperieren. Ein Ziel des Netzwerks ist es, die Fachbereiche Erwachsenenpsychiatrie und Jugendhilfe auf regionaler Ebene intensiver miteinander zu verbinden, die gegenseitige Arbeit kennenzulernen sowie die fachliche Zusammenarbeit beider Bereiche zu konkretisieren und zu vertiefen.
Die konstante Teilnahme der verschiedenen Institutionen soll eine konstruktive Zusammenarbeit gewährleisten, denn Fakt ist, dass in Deutschland etwa 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche von psychischen Erkrankungen der Eltern betroffen sind. Dass diese Kinder ein höheres Risiko haben, selbst psychisch krank zu werden, kann mittlerweile als wissenschaftlich gesichert gelten.
Ein Schwerpunkt, der vom Arbeitskreis viel diskutiert und bearbeitet wurde, ist, wie die Versorgungssituation der betroffenen Kinder praktisch verbessert werden kann. Es gibt in der Region (noch) kein funktionierendes Angebot, diese Kinder zu unterstützen. Dringender Handlungsbedarf bestünde in der Regelfinanzierung eines pädagogischen Gruppenangebots für die Kinder. Seit 2013 sind jährlich Fachtagungen in der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach zu verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbildern wie Depressionen, Sucht, Psychosen, Angsterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen.
Anmeldungen nimmt Ulrike Becker in der Rhein-Mosel-Akademie entgegen, Tel. (0 26 32) 407-5612, E-Mail u.becker@rma.landeskrankenhaus.de, entgegen.
Pressemitteilung der
Rhein-Mosel-Fachklinik
