Schlachtfest des SV Wienau lockt die Liebhaber deftigen Essens von weit her an
Wellfleisch, Hausmacher, Wurstsuppe, Sauerkraut und Püree
Metzgermeister Olaf Gebauer beherrscht noch die Kunst der traditionellen Schlachtfleisch-Zubereitung
Wienau. Einmal im Jahr wird das Dorfgemeinschaftshaus von Wienau zu einem Mekka für die Liebhaber deftigen Essens. Dann nämlich hat Metzgermeister Olaf Gebauer seinen Wurstkessel angeheizt, die großen Kochtöpfe mit Sauerkraut und Kartoffelpüree gefüllt und die dicken Scheiben Bauchfleisch und die Blut- und Leberwürste gegart. Bereits morgens um 8 Uhr steht der gelernte Fleischverarbeiter in seiner Wurstküche und kümmert sich ums Essen. Mittags ab 12 Uhr füllt sich der große Saal des Gemeinschaftshauses mit hungrigen Gästen. Die meisten kommen aus dem Dorf, aber viele nehmen auch deutlich weitere Anreisen in Kauf, um in den Genuss dieses kulinarischen Erlebnisses zu kommen, dass so gut wie von keiner Gastronomie mehr geboten wird.
Olaf Gebauer gibt einen Einblick in seine Handwerkskunst
Im Gespräch mit „BLICK aktuell“ gewährt Olaf Gebauer einen kleinen Einblick in seine Handwerkskunst und die Mengen, die er an diesem Tag verarbeitet: „Hier aus der Küche gehen heute rund 30 Kilogramm Hausmacher Wurst raus, also Blut- und Leberwurst. Außerdem habe ich 15 Kilogramm Wellfleisch und acht Kilogramm Bratwurst gemacht. Kassler habe ich auch noch mal rund sechs Kilogramm gemacht.
Die Menge an Sauerkraut und Püree ist in etwa dieselbe wie voriges Jahr.“ Außerdem ist Olaf Gebauer, der „Vereinsmetzger des SV Wienau“ natürlich bekannt für seine äußerst schmackhafte Wurstsuppe, ein Küchenprodukt, dass so kaum noch irgendwo angeboten wird. Um dies alles pünktlich und meisterhaft bis zum Eintreffen der ersten Gäste fertig zu bekommen, kann Metzgermeister Gebauer natürlich nicht auf sein eingespieltes Küchenhelfer-Team verzichten, das sind seine Frau Bianca Gebauer, Heidi Stein und Klaus Steinbach.
Die Tradition des Wienauer Schlachtfestes
Die Tradition des Wienauer Schlachtfestes wurde vor vielen Jahren von Olaf Gebauers Vorgänger Oskar Wunderlich begründet. Heidi Stein erinnert sich: „Das muss 1990 gewesen sein, als ich mit meinem Sohn Dominik schwanger war.“ Und Olaf Gebauer weiß noch, als das Schlachtfest im Sommer stattfand und es einmal so heiß war und draußen viele Schnitzel gebraten wurden, aber alle Gäste wollten die leckere Wurstsuppe haben, womit niemand gerechnet hatte. Irgendwann wurden statt Hausmacher und Wellfleisch auch mal Grillhaxen am Sportplatz angeboten. Aber letztendlich wurde das Schlachtfest im Dorfgemeinschaftshaus doch immer wieder am meisten nachgefragt.
So ist es auch bei Birgit Beck und Helga Göller aus Großmaischeid, die eigens den Weg nach Wienau auf sich genommen haben, um hier im Gemeinschaftshaus in gemütlicher Atmosphäre ihr deftiges Essen zu konsumieren. Auf ihren Tellern befindet sich Wellfleisch, Sauerkraut und Püree.
Für mehr reicht der Appetit nicht, denn: „Das sind ja Riesenportionen!“ Die beiden Frauen sind nicht zum ersten Mal hier und kommen gerne: „Weil das Essen gut ist!“ Sogar vom Püree und vom Kraut schwärmen die beiden Großmaischeiderinnen. Das Püree ist noch richtig aus Kartoffeln gemacht und mit Milch und Butter.“ In der kommenden Woche wollen beide auch zum Schlachtfest mit ähnlichem Angebot nach Kleinmaischeid gehen. Mal sehen, ob es ihnen da ähnlich gut schmeckt.
Heute wird mal nicht auf die Kalorien geachtet.
Metzgermeister Olaf Gebauer und sein Team stehen seit frühmorgens in der Küche, um die verschiedenen Fleisch und Wurstwaren perfekt zuzubereiten.
