Allgemeine Berichte | 22.06.2016

Vorstellung im Tunnel in Erpel

„Weltenbrand“

- eine Collage aus Text-, Musik-/Klang- und Bildelementen -

Erpel. 1914 brach mit dem Ersten Weltkrieg die Urkatastrophe über den europäischen Kontinent herein. Es war der erste „moderne“ Krieg, gekennzeichnet durch die Mobilmachung aller menschlichen, wirtschaftlichen und industriellen Ressourcen. An den Fronten verwüstete er weite Landstriche und trieb ganze Provinzen in den Ruin. Drei Kaiserreiche tilgte er von der politischen Landkarte. Fast zehn Millionen Soldaten verloren ihr Leben. Sie kamen aus Europa und Nordamerika, aus den Ländern des Commonwealth und den Kolonien in Afrika, Indien und Ostasien. Dazu kamen ca. fünf Millionen tote Zivilisten: Kinder, Frauen, alte Menschen.

Die Kämpfe insbesondere an der Westfront waren geprägt durch neu entwickelte und erbarmungslos eingesetzte Waffentechniken: moderne Artillerie, Minen, Panzer, U-Boote, Zeppeline, Flugzeuge, Flammenwerfer, Giftgas. Der Tod wurde zum Ingenieur, der Soldat zum Bediener einer Maschine – und zu ihrem Opfer. Unzählige Männer erlitten schwerste Verletzungen, mussten fortan mit verstümmelten Körpern, entstellten Gesichtern oder schwersten psychischen Traumata weiterleben.

1916, vor genau 100 Jahren, wurde auf Anordnung der deutschen Heeresführung der Bau der Rheinbrücke bei Remagen und des Tunnel in Erpel begonnen, um schneller Menschen und Material an die Westfront bringen zu können, die sich in verlustreiche Grabenkämpfe verstrickt hatte. In nur zwei Jahren Bauzeit wurden die zweispurige Eisenbahnbrücke und der 383 Meter lange Tunnel fertiggestellt, dennoch zu spät, um dem Krieg noch eine Wende geben zu können. Am Ende des Zweiten Weltkrieges sollte diese Brücke in die Geschichte eingehen, als hier die amerikanischen Truppen zum ersten Mal den Rhein überschritten.

Der Verein ad Erpelle hat den Tunnel auf der Erpeler Seite umgebaut zu einem Theater, um hier aus der Erinnerung an die schrecklichen Kriege des vorigen Jahrhunderts Impulse wachsen zu lassen für eine Zukunft in Frieden und Freiheit.

Die Hamburger Schauspielergruppe axensprung | THEATER bringt historische Themen auf die Bühne, aus biografischem Material und zeitgenössischer Musik lebensnah arrangiert und an ungewöhnlichen Orten in Theater verwandelt; Reisen in die Vergangenheit, bei denen die Zuschauer hautnah dabei sind. Nun ist es gelungen, dieses renommierte Ensemble auf die Bühne des Theaters im Tunnel in Erpel zu bringen, um in drei Aufführungen des Stückes „Weltenbrand“ an die Schrecken des Ersten Weltkrieges zu erinnern und somit die Bauzeit der Brücke und des Tunnels in den Fokus zu rücken.

Termine und Karten

Freitag, 15., und Samstag, 16. Juli, 19.30 Uhr, und Sonntag, 17. Juli, 15.30 Uhr.

Eintrittskarten im Vorverkauf unter Tel. (0 26 44) 80 98 85 oder unter www.ad-Erpelle.de.

Die Temperatur im Tunnel beträgt 13° C; die Spielstätte liegt in der Nähe des Erpeler Bahnhofs; die Spielzeiten sind auf den Bahntakt abgestimmt.

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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