Zehnter Moselkongress mit dem Titel „Mit kulturellem Erbe Werte schaffen“in Löf
Welterbe Titel - Chance für das Moseltal?
Befürworter treten einen langen Weg an
Löf. Gastgeberort zum zehnten Moselkongress mit dem Titel „Mit kulturellem Erbe Werte schaffen“ war Löf, Veranstaltungsort die Sonnenringhalle. Eingeladen hatten die Träger der Regionalinitiative Mosel, die sich zusammensetzt aus dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz, den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg und der Stadt Trier, um über die Frage zu diskutieren, ob der Titel Welterbe auch für das Weinanbaugebiet Mosel eine echte Chance darstellt. Der Titel Welterbe wird von der UNESCO verliehen und richtet sich an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit von großer Bedeutung für die Welt sind. Auf diese Weise sollen die Stätten einen gewissen Schutz erhalten, so dass sie langfristig erhalten bleiben, um auch für kommende Generationen erlebbar zu sein.
Inwieweit sich dieser Titel positiv auf den Tourismus auswirken wird und wie viel Engagement von Seiten der Einheimischen erwartet wird, sind auch Fragen, die in diesem Zusammenhang der Klärung bedürfen. Von Skepsis war nichts zu spüren, die Befürworter sind überzeugt: „Die regionale Identität wird mit einem Weltkulturerbe-Titel gestärkt.“ Der Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, Dr. Alexander Saftig, bezog klar Stellung und betonte die Wichtigkeit eines solchen Titels. Er ist ein Mann der ersten Stunde, der sich schon früh dem Verein Weltkulturerbe Moseltal angeschlossen hat (www.welterbe-moseltal.de). Vorsitzender des Vereins mit großem Ziel ist Manfred Schnur, Landrat des Kreises Cochem-Zell. Er ist überzeugt von der Initiative und sieht darin eine große, aber einzige Chance, die gut vorbereitet werden muss: „Warum das Rheintal und wir nicht? Es ist eine Herausforderung, die von Menschen getragen werden muss. Mit dem Verein haben wir eine Plattform geschaffen, auf der wir aufbauen können“, so Manfred Schnur. „Wir bewegen uns nach vorn und wollen die nächsten Schritte gehen.“ Für Gregor Eibes, Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich und Vorsitzender der Regionalinitiative Mosel, hat das Jahr 2016 gut angefangen, denn die New York Times hat die Moselregion in 52 sehenswerte Reiseziele weltweit eingegliedert. Rückblickend wies das Jahr 2015 2,4 Millionen Gäste auf. Das Highlight war der 365 Kilometer lange Moselsteig. „Orientiert man sich an diesen Faktoren, ist die Moselregion gut aufgestellt.“ Davon ist Eibes überzeugt: „Doch wir dürfen nicht mit der jetzigen Situation zufrieden sein und uns auf den Lorbeeren ausruhen. Stillstand bedeutet Rückschritt, bei Stillstand besteht die Gefahr, überholt zu werden. Wir sind auf gutem Weg, aber der Weg ist noch lange nicht zu Ende.“
Walter Schumacher, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, forderte „keine falsche Bescheidenheit. Es gibt allen Grund für ein starkes Selbstbewusstsein und der Stolz auf unser kulturelles Erbe.“ An vier Konferenzen der UNESCO- Weltkulturerbe-Kommission hat er schon teilgenommen und kennt das Prozedere. 40 Stätten in Deutschland sind schon Weltkulturerbe, dazu gehören das Wattenmeer, die Hansestadt Lübeck und der Kölner Dom. In Rheinland-Pfalz tragen vier Stätten den Titel: der Dom zu Speyer, der Limes, das Mittelrheintal und Trier. Rheinland-Pfalz hat großes Interesse an einem weiteren Titel für das Moseltal. „Nur schön und groß reichen nicht als Kriterien für die UNESCO aus, ein herausragender universeller Wert muss dargestellt werden“, betont Schumacher. Die UNESCO habe hohe Standards, doch gäbe es immer wieder Chancen auf eine objektive Beurteilung seitens der UNESCO, die auf die Schönheit des Moseltals aufmerksam gemacht werden müsse: „Es gibt Weinanbaugebiete, die schon anerkannt sind, in der Schweiz, Italien und Portugal. Das Moseltal ist eines der schönsten Täler der Welt.“ Für den Weg zum Weltkulturerbe Titel mahnte Schumacher Einigkeit an, die Beteiligten müssten an einem Strang ziehen, solidarisch sein, sich immer weiter verbessern, Geduld haben und nicht aufgeben. Denn es ist ein weiter Weg, der Antrag durch das Land Rheinland-Pfalz kann erst in der Mitte des nächsten Jahrzehnts gestellt werden. Zeit genug also, daran zu arbeiten und Vorbereitungen zu treffen. Wie man im Mittelrheintal damit umgeht, darüber informierte Sara Isabell Scheer in ihrem Erfahrungsbericht „Welterbegastgeber“. Sie ist Projektleiterin Welterbegastgeber im Zweckverband Welterbe und referierte über die Ausgangslage (Wie war es im Mittelrheintal?), gab Rück- und Ausblicke, Beispiele und Ideen. In ihrem Vortrag betonte sie, dass Besucher und Gäste immer anspruchsvoller werden, besonders im Hinblick auf die Verpflichtung eines Welterbestatus. Die Antwort auf diese Ansprüche heißt Qualitätstourismus, das bedeutet, dass die Welterbegastgeber als Grundvoraussetzung eine Sterneklassifizierung sowie die Stufe eins der Servicequalität Deutschland (SQ) nachweisen. Die Mundautorin Yvonne Treis aus Sankt Aldegund beschäftigte sich anschließend in ihrem Vortrag mit der Bedeutung des moselfränkischen Dialektes als wesentlichen Teil des kulturellem Erbes und machte Vorschläge, wie kleine regionale Sprachhäppchen in touristisches Infomaterial integriert werden könnten. Im Rahmen des zehnten Moselkongresses wurden Mosel Qualitätsgastgeber, Kultur- und Weinbotschafter Mosel und Natur-Erlebnisbegleiter ausgezeichnet. Offizielle Zertifizierungsurkunden und Hausschilder als Mosel Qualitätsgastgeber erhielten das Hotel Deutschherrenhof in Zeltingen-Rachtig, das Steillagen-Weingut Conrad-Bartz in Traben-Trabach, das Weingut Elmar Simonis in Pünderich und die Tourist-Information Sonnige Untermosel in Alken. Darüber zeigte sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, Bruno Seibeld, besonders erfreut. Die Besucher des Moselkongresses hatten die Gelegenheit, regionale Spezialitäten zu probieren und sich von der ausgezeichneten Qualität zu überzeugen. Unter dem Motto „Aus der Region für die Region“ präsentierten verschiedene Betriebe aus den Initiativen „Heimat schmeckt“, Mosel Weinkulturland, Regionalmarke Eifel und Soonahe, Moselwild, Honige, Produkte vom Weinbergpfirsich, Ziegenkäse und Weinprodukte. Ob der lange, eingeschlagene Weg von Erfolg gekrönt wird, mag heute noch niemand zu sagen. Die Weichen sind gestellt, und es wäre hoch interessant, wenn das Weltkulturerbe Mittelrheintal sich mit dem Weltkulturerbe Moseltal in Koblenz vereinigen könnte. EP
Landrat Dr. Alexander Saftig ist der Mann der ersten Stunde, der sich schon früh mit den Befürwortern des Welterbetitels im Verein Weltkulturerbe Moseltal zusammenschloss.
Staatssekretär Walter Schumacher machte Mut und forderte Selbstbewusstsein, zum Dank bekam er guten Moselwein.
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