Allgemeine Berichte | 26.06.2019

„Berufsfeuerwehrtag“ bei der Freiwilligen Jugendfeuerwehr in Dieblich

Wenig Schlaf und viel Action

Ein spannendes und voller Action gepacktes Wochenende erlebten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr bei ihrem Berufsfeuerwehrtag. Foto: privat

Dieblich. Viele Nachwuchskräfte träumen einmal davon, eine Schicht, wie auf einer Berufsfeuerwehrwache, zu erleben. So planten die Jugendwarte Denise Kutzinsky, Jonathan Sauer und Christian Hain einen sogenannten „Berufsfeuerwehrtag“, bevor es in die Ferien und somit auch in die Sommerpause ging.

Arbeitsablauf einer echten Feuerwehrwache

Die Kinder und Jugendlichen spielten den Arbeitsablauf wie auf einer Feuerwehrwache nach. Nachspielen, weil in erster Linie der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Doch der Dienstablauf wurde, wie auch in der Realität bei den „Großen“, von verschiedenen, unangekündigten „Einsätzen“ unterbrochen. Der Dienst der Dieblicher Nachwuchskräfte begann an einem Freitag, um 17 Uhr am Feuerwehrgerätehaus und endete am Samstag, um 12.30 Uhr.

Nachdem alle ihr Nachtlager in Form von Isomatten und Schlafsäcken errichtet hatten, wurden die Jugendfeuerwehrmitglieder noch mal darauf hingewiesen, wie sie sich im Falle eines Einsatzes der Aktiven Kameraden zu verhalten haben. Danach konnte es losgehen.

Als erster Punkt stand das Thema Wasserrettung auf dem Plan. Durch die Nähe zur Mosel ist dies ein durchaus denkbares Szenario, wovon auch die Dieblicher Feuerwehr betroffen sein könnte. An der Mosel trafen die Kinder und Jugendlichen das Winninger Feuerwehrboot, mit dem Bootsführer Christoph Horn und seinem Bootsmann.

Christoph Horn erklärte den Jungkameraden bei einer Fahrt auf der Mosel, einiges über die Wasserrettung und Schifffahrt allgemein. Er zeigte zudem, wie wendig das Boot ist, und wie man an eine im Wasser zu rettende Person heranfährt. Mit vielen strahlenden Gesichtern ging es dann zurück ans Gerätehaus.

Hier wurde gemeinsam zu Abend gegessen, bis plötzlich um 20.35 das erste Mal die Alarmglocke ausgelöst wurde. Auf dem Dieblicher Berg war eine Person von einem Holzstapel begraben worden. Die jungen Feuerwehrleute machten sich direkt auf den Weg, am Unglücksort angekommen wurde vor dem Löschfahrzeug angetreten, um von der Gruppenführerin den Einsatzbefehl zu erhalten. Dieser wurde wiederholt und jeder wusste, was passiert war, und was er zu tun hatte.

Erste Hilfe war auch ein wichtiges Thema

Nachdem besonders auf die Betreuung der eingeklemmten Person eingegangen wurde, übten die Jungkameraden im Anschluss an diesen Einsatz noch ihre Fertigkeiten im Bereich Erster Hilfe. Im Vordergrund standen die Stabile Seitenlage und das Vorgehen beim Auffinden einer Person, welche nicht mehr atmet, die sogenannte Reanimation.

Nach dem Übungsende verlegte die Gruppe wieder zurück auf die Wache, hier wurde nun gemeinsam ein Feuerkorb angezündet und der Tag klang bei schöner Musik aus. Um 23 Uhr hieß es, gemeinsam aufräumen und sich bettfertig zu machen. Jedes Jugendfeuerwehrmitglied richtete sich einen Alarmstuhl, sodass es im Falle eines Einsatzes schnell gehen kann.

Wie im realen Alltag eines Berufsfeuerwehrmannes wurde die Nachtruhe durch einen erneuten Alarm ununterbrochen, 3.50 Uhr Einlauf einer BMA. Als alle fertig zur Abfahrt waren und bereits ihre Plätze auf dem Löschfahrzeug eingenommen hatten, stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, somit Einsatzabbruch. Mit Adrenalin geladen, konnte nun die Nachtruhe fortgesetzt werden, jeder nutze noch einmal die Gelegenheit die Blase zu entleeren um dann noch eine „Mütze Schlaf“ zu bekommen.

Eine adrenalingeladene Nacht

Doch dann: 4 Uhr, die Alarmglocke schellte erneut. Im Gewerbegebiet meldeten Passanten einen Feuerschein. Also wieder in die Uniform geschlüpft und ab aufs Löschfahrzeug. Schon bei der Anfahrt konnte man den Feuerschein deutlich erkennen, die Aufregung stieg.

Am Einsatzort angekommen erhielten die Floriansjünger den Einsatzbefehl und arbeiteten den Einsatz mit Bravour ab. Gerade als alles soweit wieder verladen worden war, entfachte das Feuer erneut.

Die Jugendfeuerwehrmitglieder, samt Betreuerteam sammelten sich an der Feuertonne, um auf den wichtigen Punkt der Brandwache einzugehen, denn auch bei Einsätzen der Aktiven Feuerwehrkameraden ist es teilweise notwendig, eine Brandwache zu stellen, denn auch hier können kleine, unerkannte Glutnester zum Wiederentfachen des Feuers führen. Demnach wurde die Wasserversorgung erneut aufgebaut und die Brandbekämpfung fortgesetzt.

Diesmal wurde das Feuer aber komplett gelöscht. Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz- an der Wache angekommen wurde das Löschfahrzeug neu aufgerüstet, sodass es jeder Zeit wieder einsatzbereit ist. Mittlerweile war es 5.30 Uhr morgens, wer nicht zu aufgeregt war, konnte nun noch zwei Stunden schlafen. 7.30 Uhr der Wecker klingelte, der Tag begann. Die Einen besorgten Brötchen, die Anderen deckten den Tisch zum Gruppenfrühstück.

Frisch gestärkt startete für die Floriansjünger eine „Fahrt ins Blaue“. Auf der Fahrt ins Ungewisse und nach kaum zehn Minuten Autofahrt fielen bei dem Ein oder Anderen schon die Augen zu. An einem Parkplatz angekommen, war den Einsatzkräften von morgen klar, wo es hingehen sollte.

Müde, aber dennoch motiviert wanderten die Jungkameraden zur Geierlay-Brücke, eine der längsten Hängeseilbrücken Deutschlands. Trotz Höhenangst eines Kameradens, schaffte es die Gruppe, die Geierlay- Brücke mit allen Teilnehmern als Team zu bezwingen.

Inzwischen war es 11 Uhr und die Gruppe wanderte wieder zum Parkplatz zurück, die Heimfahrt stand an. Am Gerätehaus in Dieblich wieder angekommen, wurden alle Sachen zusammengepackt und die Floriansjünger konnten erschöpft, aber zufrieden ihre Schicht um 12.30 Uhr am Berufsfeuerwehrtag beenden.

Verfolgung von allen sozialen und pädagogischen Zielen

Bei einem solchen Berufsfeuerwehrtag sollen verschiedene soziale sowie pädagogische Ziele verfolgt werden. Unter anderem können sich die Kinder so untereinander besser kennenlernen, zudem vertiefen sie, das in den Übungsdiensten gelernte Fachwissen. Weiterführend stärkt es das Gruppengefühl, welches in einer Organisation wie der Feuerwehr einen besonders hohen Stellenwert hat. Denn jeder muss sich im Falle eines Einsatzes auf seinen Nebenmann verlassen können.

Nach 19,5 Stunden und insgesamt drei Einsätzen, zwei Schulungen und einem Ausflug, konnten die Jugendwarte mit Stolz auf den Berufsfeuerwehrtag zurückblicken. Alle gestellten Aufgaben wurden von den Jugendfeuerwehrmitgliedern hervorragend gemeistert.

Hervorzuheben ist die Arbeit der Wehrführung der Feuerwehr Dieblich, Björn Diehl und Dirk Jung, die dieses Event tatkräftig mit unterstützt hat. Des Weiteren war die Jugendfeuerwehr Dieblich glücklichüber die Unterstützung von zwei Kameraden aus Winningen, welche mit dem Boot die Wasserrettungs-Schulung gehalten haben.

Unterstützung gesucht

Die Jugendfeuerwehr Dieblich hat derzeit 13 Mitglieder im Alter von zehn bis 16 Jahren. Wer auch du in diesem Alter ist und Lust auf ein spannendes Hobby mit einer coolen Truppe hat, würden die Mitglieder der Jugendfeuerwehr beim nächsten Übungsdienst gerne kennenlernen. Der nächste Übungsdienst findet am 13. August um 17 Uhr am Feuerwehrgerätehaus in Dieblich statt.

Ein spannendes und voller Action gepacktes Wochenende erlebten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr bei ihrem Berufsfeuerwehrtag. Foto: privat

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