KJI Merzbach ist seit über 10 Jahren für den Umweltschutz aktiv
Weniger Silvestermüll am Merzbacher Aussichtspunkt
Merzbach. Seit Jahren gehört es zur Tradition in den Höhenorten von Rheinbach, den Aussichtspunkt am Trafohäuschen an der Merzbacher Bergstraße in der Silvesternacht zu besuchen. Hier wird dann von jeher gefeiert, um das mitgebrachte Feuerwerk abzubrennen. Über 100 Menschen sollen nach Schätzungen um Mitternacht auf dem Berg oberhalb von Merzbach gewesen sein.
Von dort aus hat man eine weite Sicht in die Köln-Bonner Bucht, zum Siebengebirge und zum Wachtberger Ländchen und hat eine atemberaubende Aussicht auf das Feuerwerk über viele Städte und Dörfer um Mitternacht. Traditionsgemäß hatten sich Freunde und Mitglieder der Kinder und Jugendinitiativen (KJI) Merzbach am frühen Neujahrsmorgen am Trafohäuschen oberhalb von Merzbach eingefunden, um die Flaschen und Reste vom Feuerwerk, das von den Feiernden liegen gelassen wurde, aufzusammeln und in den bereit gestellten Container zu entsorgen. Dieser wird seit einigen Jahren von Hans-Peter Kreische aufgestellt und auch wieder abtransportiert.
„Dies erleichtert unsere Aufgabe sehr. In der Zwischenzeit haben die Leute das Verständnis gewonnen, ihren Abfall selbst zu entsorgen und den Müll sofort in den Container zu werfen“, freute sich Kalle Kerstholt, ein Mitinitiator der Säuberungsaktion.
80% weniger Müll
Bereits gegen zehn Uhr in der Früh des Neujahrsmorgens war Dorothea Finke, von der KJI mit einigen Jugendlichen bei bitterkalten Temperaturen unter dem Gefrierpunkt angerückt. Auch Familien mit Kindern waren als tatkräftige Helfer mit angetreten.
Es seien mindestens 80 Prozent weniger Müll zu beseitigen gewesen als in den letzten Jahren. Diese Tendenz hätte sich schon in den letzten Jahren abgezeichnet, so Kerstholt. Auch Facebook wurde für Mitteilungen bezüglich des Umgangs mit den Böllerresten genutzt. „Man sollte bedenken, dass die Helfer der Säuberungsaktion selber gar nicht hier oben waren, um zu feiern, und hier den Müll von fremden Leuten wegräumen“, erklärte Kerstholt, der mit dem Ergebnis der Aktion sehr zufrieden war. Es habe sich in den letzten 20 Jahren eine feste Mannschaft gebildet, die jedes Jahr mit Schaufel und Besen zur Stelle sei, ergänzte Kerstholt. In diesem Jahr hatten sich bei herrlichem Sonnenschein und kalter Witterung rund ein Dutzend Helfer eingefunden. Die mitgebrachten Greifer für den Müll und die Besen für den Unrat waren nicht fehl am Platz, um die Reste der Silvesternacht zu beseitigen. Hierbei wurde nicht nur der Platz am Trafohäuschen gesäubert, sondern ebenso die zum Aussichtpunkt führenden Zuwegungen in Angriff genommen. Auch die umliegenden Wiesen zwischen Neukirchen, Irlenbusch und Merzbach wurden nach Raketenresten und weggeworfenen Flaschen abgesucht. Spaziergänger, die aus unterschiedlichen Richtungen vorbeikamen, wiesen auf weiteren Müll hin. In diesem Jahr wurden die Überreste der Silvesternacht aus umweltgründen nicht mehr in Müllsäcken aus Plastik, sondern in mitgebrachten Behältern gesammelt.
„Der langjährige Appell der KJI auf Reduzierung des Feuerwerks zum Wohle der Umwelt und der Tiere fand Gehör - danke dafür. Leider gab es auch andere Plätze, die umso mehr verschmutzt waren. Zum Beispiel in Neukirchen an der Bushaltestelle und auf dem Wirtschaftsweg zur Grundschule befanden sich Glasflaschen, Feuerwerksbatterien und weiterer Plastikmüll. Das sollte sich ändern - für 15 Minuten böllern drei Stunden Müll sammeln. Das ist zu viel“, sagten Kalle Kerstholt und H.P. Kreische, die seit elf Jahren diese Aktion der KJI organisieren.
Mitinitiator der Müllaktion Kalle Kerstholt kehrt die Reste zusammen.
