Kriminalstatistik 2015 der Polizeidirektion Neuwied mit den Kreisen Neuwied und Altenkirchen
Weniger Straftaten als im Vorjahr
Kreis Neuwied. „Im Mehrjahresvergleich liegt die Fallzahl im Jahr 2015 erstmals unter 19.000 und mit einer Aufklärungsquote von 65,4 % haben unsere Beamtinnen und Beamten ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Diese Zahlen zeigen, dass die Menschen im Bereich der PD Neuwied gut und sicher leben können“, so Kriminaldirektor Gregor Gerhardt bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2015.
Die registrierten Straftaten bewegen sich auf einem niedrigen Niveau und reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 476 (-2,6 %) auf 18.946 Fälle. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote (AQ) auf 65,4 % gesteigert werden und liegt damit deutlich über der AQ auf Landesebene (62,7%) und der präsidialweiten AQ von 59,7 %.
Im Kreis Neuwied wurde im Jahr 2015 mit insgesamt 11.194 Straftaten die niedrigste Fallzahl der letzten Jahre registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang um 285 Fälle (- 2,5 %) zu verzeichnen, die AQ konnte um 0,5 % gesteigert werden.
Bezogen auf die Deliktsbereiche ergibt sich für die PD Neuwied folgendes Bild:
- Straftaten gg. das Leben: 4 (+/- 0)
- Sexualdelikte: 195 (- 3,0 %)
- Rohheitsdelikte: 3.259 (+ 0,1 %)
- Eigentumsdelikte: 5.257 (- 3,3 %)
- WED: 552 (+ 9,2 %)
- Vermögensdelikte: 3.878 (-0,4 %)
- sonstige StGB: 4.521 (- 3,1 %)
- strafr. Nebengesetze: 1.832 (- 6,9 %)
Mit 5.257 Fällen entfällt der größte Anteil auf die Eigentumsdelikte (27,7 %). Hierunter wird auch „der sensible Deliktsbereich der Wohnungseinbruchdiebstähle (WED) erfasst, der uns besonders am Herzen liegt“, so Gerhardt.
Die Fallzahlen sind trotz großer polizeilicher Anstrengungen um 47 auf 552 Fälle angestiegen (+9,3 %). Die Zahlen liegen damit im Trend, der bundesweit feststellbar ist.
Örtliche Schwerpunkte sind im Bereich der BAB 3 und der B 256 festzustellen, die für reisende Täter eine optimale Verkehrsanbindung darstellen und somit negative Auswirkungen auf das Kriminalitätsgeschehen haben.
Erfreulich ist allerdings, dass die AQ der WED im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % auf 19 % gesteigert werden konnte.
In 263 Fällen (47,6 %) blieb es beim Versuch des Einbruchs. Dies ist sicherlich auch auf gute Sicherungseinrichtungen oder aufmerksame Nachbarn zurückzuführen, wodurch die Täter gestört wurden und von der weiteren Tatbegehung abließen.
Hinsichtlich der Sexualdelikte ist anzuführen, dass die Gesamtzahl gegenüber den beiden Vorjahren rückläufig ist und in der Gesamtbetrachtung der Straftaten einen Anteil von 1,03 % aufweist.
Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte (SZ 500000) ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang um 17 Fälle (- 0,4 %) auf insgesamt 3.878 Fälle festzustellen und bewegt sich damit unter dem Mittel der letzten 5 Jahre (3.911 Fälle). Die AQ verringerte sich um 1,9 % auf 73,2 % geklärte Fälle.
Der größte Anteil entfällt dabei auf den Warenkreditbetrug, der gleichzeitig angestiegen ist. Diese Zunahme lässt sich vorwiegend auf ein Umfangsverfahren der PI Straßenhaus gegen einen Heranwachsenden zurückführen, der weit über 100 Betrugsfälle über das Internet abgewickelt hat. Darüber hinaus wurde bei der KI Neuwied eine Serie von ca. 80 Fällen wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges und außerdem eine Serie von ca. 80-85 Fällen wegen Betruges im Zusammenhang mit der Nutzung von EC-Karten im Lastschriftverfahren geführt.
Bei den bekannt gewordenen Delikten im Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze ist ein Rückgang um 136 Fälle (- 6,9 %) auf 1.832 Fälle festzustellen, während die AQ auf 91,7 % (+ 1,6 %) gesteigert werden konnte.
Mit 78,2 % der Fälle stammt der Großteil der Delikte aus dem Bereich der Rauschgiftdelikte. Mit einer Reduzierung um 5,3 % auf 1.432 Fälle trägt dieser Bereich selbstverständlich maßgeblich zur Verringerung der Fallzahlen des gesamten Deliktsbereiches insgesamt bei.
Die Straftaten gegen das Waffengesetz haben im 5-Jahres-Vergleich mit 133 Fällen einen Tiefstand erreicht, während mit einer AQ von 85,7 % in diesem Bereich so viele Delikte wie nie zuvor aufgeklärt werden konnten.
Ermittelte Tatverdächtige
Die Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen (TV) ist gegenüber dem Vorjahr um 368 auf 8.874 TV gefallen (- 4,0 %), was natürlich auch im Zusammenhang mit den gesunkenen Fallzahlen steht.
Die Zahl der männlichen TV reduzierte sich um 221 auf insgesamt 6.601 Personen ebenso wie die Zahl der weiblichen TV um 149 auf 2.273 Personen.
Die Anzahl der TV unter 21 Jahren ist um 10,6 % auf 1.933 TV gesunken (2014: 2.163).
Im Bereich der nicht-deutschen TV ist ein Anstieg um 6,5 % auf 1676 Personen zu verzeichnen. Bezogen auf Zuwanderer ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 198 auf 353 TV festzustellen.
Auch wenn die Polizei in 2015 mit der unerwarteten Flüchtlingswelle vor neue Herausforderungen gestellt wurde, zeigt die Auswertung der Statistik bezogen auf tatverdächtige Zuwanderer, also Personen mit dem Aufenthaltsstatus „Asylbewerber, Duldung, Kontingent-/Bürgerkriegsflüchtling und unerlaubter Aufenthalt“, dass dieser Personenkreis im Jahr 2015 keine größeren Probleme bereitete. Zunahmen der Fallzahlen durch diesen Personenkreis sind nur im Bereich der Körperverletzungsdelikte und der einfachen Diebstahlsdelikte erkennbar.
Zahlen im Kreis Neuwied
Im Landkreis Neuwied ergibt sich für die verschiedenen Deliktsbereiche im Vergleich zum Vorjahr folgende Veränderungen:
- Straftaten gg. das Leben: 3 (+/- 0)
- Sexualdelikte: 122 (+ 4,3 %)
- Rohheitsdelikte: 1.774 (- 2,7 %)
- Eigentumsdelikte: 3.482 (+ 1,5 %)
- WED: 378 (+ 7,4 %)
- Vermögensdelikte: 2.268 (+ 1,0 %)
- sonstige StGB: 2.502 (- 7,3 %)
- strafr. Nebengesetze: 1.043 (- 10,2 %)
Pressemitteilung
Polizeidirektion Neuwied
