Karin Schuler ist seit 2013 beim Caritasverband für die Kurberatung zuständig
Wenn Mütter und Väter eine Auszeit brauchen
Westerwaldkreis / Rhein-Lahn-Kreis. Etliche Postkarten schmücken das Büro von Karin Schuler im Caritas-Zentrum in Montabaur. Mal sind es einladende Ansichten von Langeoog, mal idyllische Eindrücke aus dem Hochsauerland oder dem Bayerischen Wald, die an den Wänden und Schränken hängen. Allerdings sind die Karten nicht etwa Urlaubsgrüße von Schulers Kolleginnen und Kollegen. Vielmehr sind es Dankeskarten von Klienten, die zuvor bei ihr in der Beratung waren.
„Wir bedanken uns von ganzem Herzen, dass Sie uns so schnell eine so schöne Kur ermöglicht haben“ oder „Vielen lieben Dank, dass wir dank Ihrer Hilfe hierherfahren durften“, steht auf den Postkarten. Auf der nächsten Karte heißt es kurz und knapp: „Danke für Ihre Hilfe“ und auf wieder einer anderen ist zu lesen: „Vielen Dank, Sie sind unser Kur-Engel“. Bei den Postkarten handelt es sich nicht nur um nette Grüße aus der Ferne, sondern vor allem sind sie Anerkennung für Schulers Arbeit.
Seit 1990 ist Karin Schuler beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn tätig, seit 2013 ist sie unter anderem für die Kurberatung zuständig. Hier hilft, berät und unterstützt sie Menschen, die dringend eine Auszeit benötigen. Grundsätzlich können Mütter wie Väter zur Beratung kommen, allerdings sind die Männer sichtlich in der Unterzahl, wie Karin Schuler berichtet.
Zum Vergleich: 55 Müttern, die im ersten Halbjahr des Jahres 2020 den Kontakt zur Kurberatung der Caritas suchten, stehen im gleichen Zeitraum gerade einmal sechs Väter gegenüber. Bei den Kur-Anfragen, die Karin Schuler erreichen, geht es entweder um eine Mutter-Kind-Kur, eine Vater-Kind-Kur oder eine Mütterkur. Allerdings wird nicht aus jeder Beratung auch automatisch ein Kurantrag. „In 2020 wurden 33 Anträge gestellt, von denen letztendlich 27 von den jeweiligen Krankenkassen auch bewilligt wurden“, sagt die Caritas-Beraterin. Sie hilft den kurbedürftigen Müttern und Vätern nicht nur bei der Antragstellung für die Kur oder dem Widerspruch im Falle einer Ablehnung, sondern auch bei der Suche nach der passenden Klinik.
Dabei arbeitet der Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn eng mit dem Müttergenesungswerk zusammen, das in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert. „Wir sind anerkannte Beratungsstelle des Muttergenesungswerks und nur eine von zwei dieser Anlaufstellen in der Region“, erklärt Schuler und weist darauf hin, dass die Kurberatung der Caritas stets kostenlos ist. Auch wenn die Grundvoraussetzung für einen Kurantrag ein entsprechendes Attest vom Arzt ist, ist es ratsam, frühzeitig den Kontakt zur Kurberatung zu suchen. „Es kommt leider immer wieder vor, dass uns Mütter und Väter erst aufsuchen, wenn ihr Antrag bereits abgelehnt wurde“, berichtete Karin Schuler aus der Praxis. Doch wer benötigt eigentlich eine Kur bzw. hat Anspruch darauf? „Elternteile in aktueller Erziehungsverantwortung mit Kindern bis zu zwölf Jahren haben alle vier Jahre Anspruch auf eine Kur, wenn die medizinischen und/oder psychosozialen Voraussetzungen vorliegen“, erklärt Karin Schuler. Ist eine Kur vorzeitig begründet, kann auch vor Ablauf der 4-Jahres-Frist ein Antrag gestellt werden. „Belastungsfaktoren für den Kurantrag können unter anderem ein Erschöpfungssyndrom (Burn-out), Anpassungsstörungen, Unruhe- und Angstgefühle, depressive Verstimmungen, aber auch Schlafstörungen oder funktionelle Magen-Darm-Probleme sein“, so Schuler. Eine persönliche Beratung ist nur nach Terminvereinbarung möglich. Ansonsten besteht auch die Möglichkeit einer telefonischen Beratung sowie – ganz neu - einer Onlineberatung.
Weitere Informationen:
Erreichbar ist Caritas-Kurberaterin Karin Schuler unter Telefon 02602/160662 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail an kuren@cv-ww-rl.de. Zur Onlineberatung der Caritas geht es über die Homepage des Verbandes: www.caritas-westerwald-rhein-lahn.de.
