Ein großes Herz für die kleinen Herzpatienten
Wenn der Prophet nicht zum Beg kommen kann...
Spende von diversen Fanartikel für die 30 angemeldeten Herzkinder
Waldbreitbach. Etwa jedes 100. Kind in Deutschland wird mit einem Herzfehler geboren. Rund 4.500 dieser Kinder benötigen jährlich einen bzw. mehrere Eingriffe am offenen Herzen mit der Herz-Lungenmaschine. (Quelle: Herzbericht und Deutsche Gesellschaft Pädiatrische Kardiologie (DGPK) und Broschüre Herzfenster vom Bundesverband Herzkranke Kinder e.V.) Keine leichte Aufgabe für Eltern, Familie, Geschwisterkinder und die betroffenen Kinderherzpatienten. Niemand anderes als die Eltern selbst können die Gefühle beschreiben wenn sie ihr lieb gewonnenes Kind (oft schon als Neugeborenes) an der Schleuse zur Herz OP im Krankenhaus abgeben müssen. Hoffen, Tränen und Bangen begleiten die Eltern im Krankenhaus wenn das kleine Leben an Schläuche und Kabel angeschlossen ist, und sie wissen nicht, ob sie ihr Kind gesund zurückbekommen. Das bedeutet für die Eltern auch hoffen auf Gottes Hilfe und viel Kraft.
Es geht um Kinder die teilweise seit ihrer Geburt nichts anderes als Krankenhaus, OP-Bereiche, Rehaklinik, Krankenbett, Ärzte, Apotheken und Medikamente kennen. Nach überstandener Herz OP zeigen die langen Narben am Körper der kleinen Herzpatienten vom Kampf um das junge Leben.
Marino Engels aus Waldbreitbach und Rudi Philipp aus Urbar verneigen sich vor den Eltern, der großen Aufgabe und der Liebe der Eltern gegenüber ihren herzkranken Kindern.
Ex-Rennfahrer engagieren sich ehrenamtlich
Seid mehr als 20 Jahren haben sich die beiden Ex-Rennfahrer ehrenamtlich diesem Thema über den Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. (www.bvhk.de) angenommen und versuchen mit ihrem Beitrag den Herzkindern und ihren Eltern aus ganz Deutschland wieder etwas Freude in die Gesichter zu zaubern. In dieser langen Zeit haben sie bei über 50 Motorsport Großveranstaltungen am Nürburgring und/oder Hockenheimring jährlich mit einer Gruppe jeweils anderer Herzkinder von 50 Personen ( Herzkinder mit Elternteil) mit Blick hinter die Kulissen bei der Rennleitung, in den Boxen der Rennteams, bei der elektronischen Zeitnahme (wo Zuschauer keinen Zutritt haben) auf dem Siegerpodest und probesitzen in richtigen Rennwagen im Wert eines Einfamilienhauses in leuchtenden Kinderaugen schauen dürfen. Selbst die Dienstkleidung der Rennfahrer zeigte bei den Herzkindern großes Interesse. Vielen verzweifelten Eltern und Herzkindern konnten die Beiden wieder Freude am Leben vermitteln. Fotos der Eltern von ihren Herzkindern auf dem Siegerpodest und in den Rennwagen sind bleibende Erinnerungen. Es sind kleine Glücksmomente für die Herzkinder und ihre Eltern die die Sorgen und Ängste für kurze Zeit vergessen machen. Ein Lächeln der Herzkinder ist für uns viel mehr als ein Dankeschön und Motivation für unser Ehrenamt, so Engels und Philipp. Die Organisation für einen solchen schönen Tag ist keine Selbstverständlichkeit. Das war in den zurückliegenden 23 Jahren alles nur mit großzügiger Unterstützung von Porsche, des AvD, dem Porsche Club Deutschland, Porsche Club Schwaben, dem Württembergischen Porsche Club, Porsche Club Nürburgring, diversen nationalen und internationalen Rennteams und der Industrie für den Motorsport möglich.
Dafür an dieser Stelle auch von den Herzkindern und ihren Eltern ein großes Lob.
Geplanter Besuch bei den Porsche Club Days fallen aus
Auch für das laufende Jahr 2020 haben die Beiden schon im Dezember 2019 alle Vorbereitungen mit der Veranstaltergemeinschaft Porsche Club Deutschland, Porsche Club Schwaben und Württembergischer Porsche Club getroffen, um am 25. Juli bei den Porsche Club Days wieder einen schönen Tag für Herzkinder am Hockenheimring möglich zu machen.
Doch Corona hat es geschafft den schwächsten in unserer Gesellschaft, den Kindern und besonders in diesem Fall den herzkranken Kindern alle Freude auf diesen schönen Tag zu nehmen, da alle Großveranstaltungen vom Gesetzgeber bis zunächst Ende Oktober 2020 ausgesetzt sind. Im Umkehrschluss sind die Herzkinder im Hinblick auf Ansteckung mit Corona eine Risikogruppe.
Daher musste man einvernehmlich mit dem Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. und dem Veranstalter eine Teilnahme mit den Herzkindern in diesem Jahr absagen.
Die Enttäuschung der 30 angemeldeten Herzkinder ist unbeschreiblich. Nach all den Leiden und Entbehrungen nicht einmal im Leben ganz oben auf dem Siegerpodest stehen zu dürfen, oder in einem richtigen Rennwagen zu sitzen, wo die Herzkinder sich seit Monaten darauf gefreut haben ist für Außenstehende nicht zu beschreiben. Tränen verbunden mit Traurigkeit machen die Herzkinder untröstlich.
Spende diverser Fanartikel
Wenn der Prophet nicht zum Berg kommen kann, so muss der Berg eben zum Propheten, dachten sich die beiden Organisatoren. Auf Anfrage zeigten spontan das Haus Porsche, das Porsche Club life Magazin , der AvD, Rennteam HCB Rutronik Racing aus Ispringen (die den BVHK seit Jahren auch mit Spenden unterstützen), Kremer Racing aus Köln, und Goodyear-Dunlop ein großes Herz für die kleinen Herzpatienten und sendeten diverse Fanartikel die anschließend für die 30 angemeldeten Herzkinder aus NRW, Rheinland Pfalz, Niedersachsen, Hessen, Baden Württemberg und Bayern zu je einem großes Fan–Paket geschnürt wurden. Welches Kind freut sich nicht über ein Überraschungspaket.
Selbst der 4 fache Formel 1 Weltmeister Sebastian Vettel sendete für die angemeldeten Herzkinder, verbunden mit vielen Grüßen wertvolle handsignierte Autogramkarten.
So wurde noch ein Weg gefunden, um viele Tränen zu trocknen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt, so hoffen, Engels und Philipp im kommenden Jahr ggf. wieder auf einen schönen Tag um die Tradition fortzusetzen und einen Besuch vieler Herzkinder aus ganz Deutschland an der Rennstrecke.
