Passionskonzert in der Lutherkirche
„Wer an mich glaubt, wird Leben“
Kammerchor und Cappella Taboris entführten auf eine musikalische Reise durch die Leidensgeschichte Jesu
Montabaur. Das Passionskonzert in der Lutherkirche zur Sterbestunde Jesu war von der Dramaturgie um die Kreuzigung geprägt. Aber so traurig die Passionsgeschichte auch anmutet, sendet sie jedoch vor allem eins ins die Welt: Hoffnung. Genau diese Komponenten waren es, die die Sänger und Musiker perfekt in Szene setzten. 300 Jahre Kirchenmusik standen auf dem Repertoire, dass das Vokalensemble Cappella Taboris Monika Schlößer (Alt), Jens Schawaller (Tenor), Fabrio Schnug (Bariton) und Ingo Jungbluth (Bass), die Musiker Susanne Schawaller (Orgel), Cornelia Heppner (Violine) und Monika Schlößer (Blockflöte) sowie der Kammerchor des evangelischen Dekanates Selters (Wilfried Schneider, Condirigent) unter der Gesamtleitung von Dekanatskantor Jens Schawaller vortrugen. Bereits die Eröffnung von Johann Pachelbels „Herzlich tut mich verlangen“ , später das Choralmotette „Unser Leben währet siebenzig Jahr“ von Johann Michael Bach, Max Regers Choralkantate „O Haupt, voll Blut und Wunden“ und Heinrich Schütz „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ ließen erahnen, mit welcher Verzweiflung die Komponisten die Leiden Jesu nachempfunden haben müssen.
Die musikalische Inszenierung der Akteure war gelungen. Pfarrer Ingo Jungbluth eröffnete seinen Zuhörern eine Gedankenwelt, die über 2000 Jahre zurückreicht, doch die Parallelen zu heute waren deutlich erkennbar. Er sprach von Willkür und Terror, die aktuell das Weltgeschehen, besonders in Brüssel, die Menschen an ihre Grenzen stoßen lässt. Doch er sprach auch von der Hoffnung. Hoffnung sei immer Zukunft und erinnerte an Jesu Worte: „Wer an mich glaubt, wird Leben.“
Dieser Hoffnung verlieh das Gesamtensemble mit Johann Michael Bachs „Halt, was du hast“ und „Jesu, meine Freude“ stimmgewaltigen Ausdruck und nach gemeinsamen Augenblicken des Innehaltens entließ Pfarrer Jungbluth die Zuhörer, mit dem Segen versehen, als Boten der Hoffnung.-IFD-
Ein musikalisches Glanzlicht: Die Cappella Taboris.
