Anmerkungen von Günter Detro zum vollgestopften Bücherregal in der Rheinbacher Raiffeisenpassage
Wer entdeckt die 53 Unterschiede?
Rheinbach. Mehr als 50 Bücher sind es oft, die zeitweise „in zweiter Reihe“ die Funktion des Bücherregals in der Raiffeisenpassage einschränken. Die Übersicht über die anderen etwa 120 Bücher geht verloren. Und wer ist an einem alten Lexikon interessiert? Oder an dem Kursbuch der Bundesbahn von 2002?
Eigentlich ist das Offene Bücherregal der Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ eine hervorragende Einrichtung: ein Bücherregal, vor Wind und Wetter geschützt, mit einem großen Angebot. Täglich informieren sich zahlreiche Interessierte über den Bestand, blättern in Büchern, entleihen ein Exemplar oder stellen ein weiteres ein. Toll, wenn da nicht die „Spoiler“ wären, die „Spielverderbenden“! Eine Art Benutzeranleitung direkt neben dem Schrank erklärt : „Dies ist ein offenes Bücherregal für alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Besucher unserer Stadt. Nehmen Sie einfach ein Buch mit, das Sie gerne lesen möchten. Später bringen Sie es wieder zurück –oder auch ein anderes, das Sie für lesenswert halten. So sind immer genügend Bücher für alle da.“
So könnte es funktionieren!
Mindestens einmal pro Woche schwillt der Bestand jedoch fast schlagartig auf 170 bis 190 Bücher an: Bedrucktes türmt sich bedrohlich oben auf dem Regal, wo es nicht hingehört, für viele nur auf Zehenspitzen erreichbar, in den Fächern selbst sind zweite Buchreihen aufgemacht worden, die einer Übersicht keine Chance mehr lassen, denn Bücher verbergen Bücher, und ab und an finden sich sogar unter dem Regal abgestellte Kartons, die mit Büchern gefüllt sind.
Büchern? Leider laden liederliche Lieferanten auch Werbebroschüren ab, alte Zeitschriften, Prospekte, Schallplatten, CDs, alte Lexika, Schulbücher, Bedienungsanleitungen für bestimmte Geräte, jüngst für einen Drucker und eine Waschmaschine. Wer möchte das wohl lesen?
Natürlich bringt ein Buchliebhaber es nur schwer über das Herz, ein Buch einfach wegzuwerfen; wer wüsste das besser als die „Bücherschrankpaten“ von Rheinbach liest e.V., die sich auf die Hilferufe der Bürgerstiftung und der Raiffeisenbank hin bereit erklärten, das Offene Bücherregal zu „pflegen“. Aber es kann nicht ihre Aufgabe sein, für manch maliziöse Missbraucher die Müllabfuhr zu spielen! Ein altes Kochbuch mit abgerissenem Deckel gehört direkt in den Papiermüll und nicht auf dem Umweg über das Bücherregal dorthin! Ein zerfleddertes Taschenbuch mit Marmeladenflecken ist sicher nicht das, was Lesehungrige suchen!
Oder möchten sich da etwa rücksichtlose Zeitgenossen den Gang zum Müllcontainer ersparen?
Im Kontrast dazu das Bild der vielen Benutzer und Benutzerinnen des Bücherregals, die sich tagtäglich einen Überblick verschaffen über die vorhandenen Titel, ein Buch in die Hand nehmen, es durchblättern, ein paar Zeilen lesen und sich schließlich für ein, zwei Werke entscheiden, auch selber ein Buch mitbringen, es einordnen und sich vielleicht vorstellen, wie sich eine andere Leserin über die gut erhaltene Lektüre freut. So funktioniert es, manchmal!
Aber um den Fortbestand des Offenen Bücherregals zu gewährleisten, müssen bestimmte Regeln eingehalten werden: Nur gut erhaltene Exemplare kommen ins Regal! Wenn die Fächer gefüllt sind, müssen weitere Bücher notfalls wieder mit nach Hause genommen werden. Die Regaloberseite, der Boden unter dem Regal und die Fensterbänke links und rechts davon werden nicht als Ablageflächen benutzt.
Bücher, die kein allgemeines Interesse (mehr) finden, gehören nicht in das Regal (dazu zählen erfahrungsgemäß zum Beispiel auch Reader’s Digest Auswahlbücher und Karl-May-Bände)!
Schön, wenn alle dazu beitragen, dass die sinnvolle Einrichtung „Bücherregal“ funktioniert.
Pressemitteilung Bücherregalpate
Rheinbach liest
So sollte die Schmökerecke eigentlich aussehen. Fotos: privat

Ich finde solche Bücherregale echt klasse, die gibt es in ähnlichen Varianten auch in anderen Städten. Davon könnten ruhig mehr geben, Bücher sind wundervoll gerade in der heutigen schnellen Zeit mal bequem auf der Couch Entschleunigung und mit einem guten Buch etwas Zeit verbringen bzw. abschalten, toll!