Kammerforst feierte Kirmes
Westerwälder Fest mit südländischem Flair
Ortsbürgermeisterin Margit Demuth bediente persönlich am italienischen Buffet
Kammerforst. Margit Demuth ist als Ortsbürgermeisterin die erste Frau in Kammerforst. Auch, wenn es ums Anpacken geht, steht sie an vorderster Front. So wie am Wochenende auf der Kirmes des Ortes, wo sie den Gästen vom italienischen Büffet servierte, das im Wintergarten des Gemeinschaftshauses aufgebaut war. Beim Reporter entschuldigt sich die wortgewandte und immer sehr freundliche Dame mit der Frage: „Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich den Herrn erst bediene?“ Natürlich nicht, der Gast ist schließlich König, auch in Kammerforst.
Gemeinschaft macht das Dorfleben aus
Seit Juli 2014 ist Margit Demuth Ortsbürgermeisterin. Sie erklärt: „Streng genommen feiern wir heute unsere Nachkirmes. Wir gehören zur Pfarrgemeinde Höhr-Grenzhausen, und da findet die Kirmes eigentlich am ersten Sonntag im Juli statt. Aber ich war erkrankt, und deshalb haben wir die Kirmes etwas nach hinten verschoben.“ Die Idee zum italienischen Büffet kam ihr schon im Herbst vorigen Jahres. Da hatte die Gemeinde einen kleinen Herbstbasar veranstaltet mit verschiedenen kulinarischen Spezialitäten. „Das kam so gut an“, erinnert sich Demuth, „dass der Gemeinderat der Meinung war, ähnlich könnte es auf der Kirmes laufen.“ Das Miteinander im Dorf ist der Ortschefin wichtig: „Davon lebt so ein Dorf, das macht ein Dorf aus. Die Leute müssen sich mal treffen können. Besonders wichtig ist das auch für junge Familien mit Kindern, die vielleicht gerade hierhin gezogen sind. Diesem Zweck dient auch unser Sankt-Martins-Fest. Das ist auch eine große Veranstaltung. Denn wenn wir als Gemeinde nichts für unsere Einwohner tun, dann tut keiner etwas.“
Das italienische Motto solle für etwas Abwechslung im Ort sorgen. Das mediterrane Klima an dem Tag spielte da gut mit. Für die Gäste gab es Pizza aus dem dorfeigenen Backes, es gab Antipasti, italienische Salate, Aperitifs, Digestifs, leckere italienische Weine, aber darüber hinaus für die Freunde deftiger Kost natürlich auch saftige Westerwälder Steaks. Vor der Alten Schule waren ein Bierbrunnen und ein Pavillon aufgebaut.
Förderprogramm macht Sanierung möglich
Denn leider kann das Gemeindehaus wegen dringend notwendiger Sanierungsarbeiten zurzeit so gut wie nicht genutzt werden. Nach vielen Jahren der Untätigkeit gab es einen großen Renovierungsstau. Ein leidiger Wasserschaden tat sein Übriges dazu, dass jetzt erst einmal von Grund auf vieles erneuert werden muss. „Das ist jetzt“, sagt Margit Demuth, „das absolute Großprojekt der Gemeinde.“ Man habe sehr gekämpft, dass man damit in ein Förderprogramm kam. Dadurch sei eine gründliche Sanierung des Hauses erst möglich geworden.
Die Kirmes ging am Abend weiter mit Tanz und Geselligkeit. Für die Kinder wurden vor der Alten Schule Spiele angeboten wie zum Beispiel Hüpfbälle und Hula-Hoop-Reifen, mit denen sie sich vergnügen konnten. Ein Gewinnspiel gab es auch, und zwar sollte die Höhe des Kirmesbaums geschätzt werden. Um es den Rätselteilnehmern etwas leichter zu machen, hatte Spielerfinder Kurt Frank ein in früheren Zeiten bewährtes Hilfsmittel aus der Forstwirtschaft entwickelt: eine Skala, die aus einer Entfernung von 15 Metern Abstand vom Baum in dessen Richtung gehalten werden musste, um die ungefähre Höhe abzulesen. Viele benutzten diese kleine Hilfe, wenn auch einige es eher mit dem System „Pi mal Daumen“ versuchten, also eher nicht preußisch genau, sondern südländisch locker. Wie es sich für einen italienischen Abend im Westerwald eben gehört.
Im Backes wurden die Steaks gegrillt.
Die Geselligkeit und die Förderung der Dorfgemeinschaft standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.
