Allgemeine Berichte | 04.01.2017

Landesjagdverband Rheinland Pfalz e.V. - Kreisgruppe Ahrweiler e.V.

Wie Wildtiere dem Winter trotzen

Ein Rotwildrudel im Schnee.LJV-RLP/Bäumler

Kreis Ahrweiler. Wildtiere haben beeindruckende Strategien entwickelt, um die dunkle und nahrungsarme Winterzeit zu überstehen. Die Rücksicht von den Menschen ist dabei gefordert.

Nicht Kälte ist der Taktgeber für die Winterstrategien der Wildtiere, sondern das Tageslicht. Werden die Tage kürzer, stellen sich die tierischen Wald- und Feldbewohner auf Winterzeit um. Temperaturen und Witterung beeinflussen die Tierwelt zweitrangig. So ist für die Reduzierung des Stoffwechsels bei Reh- und Rotwild die Lichtintensität verantwortlich. Um Energie zu sparen, kann Rotwild beispielsweise den Herzschlag auf 30 Schläge pro Minute senken. So wird viel Energie gespart, um den im Sommer angefutterten Winterspeck langsam zu verbrennen. Auch Rehwild schaltet in den Wintermonaten auf „Sparmodus“ um und Hasen versuchen, ein energieaufwendiges Flüchten durch „sich auf den Boden drücken“ möglichst lange hinauszuzögern. Dachs, Waschbär oder Eichhörnchen halten dagegen Winterruhe. Igel, Haselmaus oder Siebenschläfer „verschlafen“ den Winter ganz einfach.

Jetzt gilt es, so wenige Fettreserven wie möglich zu verbrauchen um gut durch den Winter zu kommen und jede unnötige Flucht bedeutet, dass unnötige Energie verbraucht wird. Eine Flucht im tiefen Schnee kostet Reh- oder Rotwild beispielsweise das bis zu 60-Fache an Energie. Das kann bei härteren Wintern schnell den Hungertod bedeuten!

Rücksicht von allen Menschen gefordert

Aus diesem Grund ist die Rücksicht von allen Menschen gefordert und der Respekt vor Wohlergehen und Bedürfnissen anderer Geschöpfe. Gewisse Regeln, die einfach befolgt werden können, sind da bereits hilfreich: es ist besonders wichtig, als Freizeitnutzer auf den Wegen oder Pfaden zu bleiben und auch darauf zu achten, dass Hunde diese nicht verlassen.

Letzteres empfinden die Wald- und Feldbewohner als Eindringen in ihr „Wohn- und Schlafzimmer“ - den Einstand. Ein Hund wird bereits wahrgenommen, da haben Menschen die Wildtiere oftmals noch nicht erblickt.

Soweit es geht, sollten wir die Freizeitaktivitäten bei Tageslicht und nicht in der Dämmerung oder Nacht ausgeübt werden. Denn das ist die Aktivitätsphase der Wildtiere und Sicherheit steht bei ihnen vor Nahrung. Im übrigen können sich die Wald- und Feldbewohner besser auf den Menschen einstellen, wenn sich die Zweibeiner dezent, durch ruhiges Sprechen bemerkbar machen, ohne jedoch zu lärmen. Je plötzlicher Menschen die Fluchtdistanz der Wildtiere unterschreiten, desto heftiger fällt die tierische Reaktion aus.

Landesjagdverband Rheinland Pfalz e.V. - Kreisgruppe Ahrweiler e.V.

Ein Rotwildrudel im Schnee.Foto: LJV-RLP/Bäumler

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