Digitaler Unternehmeraustausch im Landkreis
Wie geht es unseren Unternehmen in Krisenzeiten?
Kreis Cochem-Zell. Ende November fand ein weiterer digitaler Unternehmeraustausch im Rahmen der „Zukunftsallianz Cochem-Zell“ (ZaC) statt. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Wirtschaftszweige tauschten sich am frühen Morgen zusammen mit der HWK und der Wirtschaftsförderung des Landkreises über die neue gelebte Wirklichkeit mit der Corona-Pandemie in den Betrieben aus.
In virtueller Runde fand ein reger Austausch über die aktuelle Lage und betriebliche Auswirkungen als Folge von Corona auf das aktuelle Tagesgeschäft statt. Insgesamt wurde deutlich, dass die Pandemie ein neues, gemeinsames wirtschaftliches Denken erfordert und die Unternehmen sich einer großen Aufgabe stellen müssen.
Corona spaltet die Gesellschaft, und das spiegelt sich auch in den Betrieben wieder. So sensibilisieren einige Unternehmen ihre Belegschaft mit eigens initiierten Online-Unterweisungen. Eine klare Informationsstruktur führt dabei zum Erfolg der Aufklärungsarbeit.
Unsicherheiten – u. a. auch der Umgang mit Urlaubsrückkehrerinnen und Urlaubsrückkehrern – wurde angesprochen. Die Unternehmen berichteten auch von einem Spagat zwischen Kunden und Belegschaft. Wichtig sei auf jeden Fall ein gutes Hygienekonzept, das sowohl von Kunden als auch Mitarbeitern akzeptiert wird, so die einhellige Meinung. Auch die Kundenansprache erlebt in beratungsintensiven Branchen eine Veränderung. Persönliche Kundengespräche werden verstärkt online angeboten, dennoch sind der Wunsch und die Bereitschaft nach persönlichen Gesprächen seitens der Kunden spürbar und werden auch - unter Berücksichtigung der Corona-Vorsichtsauflagen - durchgeführt. Durchweg kritisch wird die Tatsache gesehen, dass Gastronomen und Hoteliers schließen mussten, obwohl wirksame Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt wurden. Auch der Einzelhandel spürt die Folgen des „Lockdowns“. So sind beispielsweise die Straßen und Läden in Cochem wie leergefegt, vielerorts trifft man verschlossene Türen an. Insbesondere der Non-food Bereich erleidet spürbar Umsatzeinbrüche, die nicht ohne weiteres kompensiert werden können.
Erfreulich hingegen ist, dass sich die Situation im produzierenden Gewerbe, sowohl in Bezug auf die aktuelle Auftragslage, die anfangs aufgetretene Lieferkettenproblematik wie auch das Thema Kurzarbeit bei den teilnehmenden Unternehmen deutlich entspannt hat. Das Thema „Arbeiten im Homeoffice“, welches im Sommer als produktivitätssteigernd und positiv wahrgenommen wurde, hat langfristig durchaus auch seine Nachteile. So berichteten Unternehmen, dass die Erreichbarkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft unzureichend ist, was dazu führt, dass die Kommunikation leidet. Auch die Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Unternehmen kann auf Dauer gefährdet werden.
Dennoch wird deutlich, dass Unternehmen, die bereits stärker digitalisiert sind und in Digitalisierung investiert haben, im Vorteil sind. Sie können schneller und flexibler reagieren. Dieser Aspekt offenbart ein Stück weit Krisensicherheit.
Zusammenfassend sind die Unternehmen der Auffassung, dass die Unsicherheit im Frühjahr größer war und man sich mittlerweile gut auf die Situation eingestellt hat. Man schaut zuversichtlich ins kommende Jahr und hofft, dass auch die Zusammenarbeit im Team wieder einfacher wird.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass den jungen Auszubildenden trotz Corona eine fundierte Berufsausbildung gewährleistet werden kann, die Praxis und Theorie gleichermaßen vereint und praxisorientierte Tätigkeiten wieder erlebbar macht.
Die Wirtschaftsförderung Cochem-Zell kommt dem Wunsch der Betriebe nach, auch während der Pandemie das Thema „Berufsorientierung“ nicht zu vernachlässigen. So ist für Januar beispielsweise eine „Digitale Ausbildungsmesse“ geplant. Auch „Berufs- und Betriebsexkursionen“ sollen im nächsten Jahr wieder stattfinden. Ein wichtiges Instrument zur Berufsorientierung wird auch die Neuauflage des „Karrierekicks“ sein, der Anfang 2021 erscheinen soll. Hier erhalten alle Abgangsschülerinnen und Schüler einen umfassenden Überblick über die vielfältigen regionalen Ausbildungs-, Studien- und Beschäftigungsangebote. Die Wirtschaftsförderung bietet bei Bedarf weiterhin persönliche Beratungsgespräche für die Betriebe im Landkreis an. Bei Interesse steht Carolin Schmitz, Tel. (0 26 71) 6 18 88 als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung. Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Cochem-Zell
