Allgemeine Berichte | 21.11.2018

Alle zwei Wochen treffen sich junge Flüchtlingsmütter zum Elternkurs

Wie setze ich Grenzen und was mache ich, wenn mein Kind trotzt?

Fachstelle Frühe Hilfen in Polch bot jungen, arabisch sprechenden Frauen Entwicklungspsychologische Beratung

Im Elternkurs haben die Frauen die Möglichkeit, sich über Fragen der Gesundheit, Erziehung, Betreuung und Versorgung der Kinder auszutauschen, um gut in Deutschland anzukommen.privat

Polch. Alle zwei Wochen treffen sich junge Flüchtlingsmütter in der Außenstelle der Fachstelle Frühe Hilfen zum Elternkurs in Polch. Das seit April 2017 bestehende Angebot für Frauen, die schwanger sind oder ein kleines Kind haben, wird für die Teilnehmerinnen aus Syrien oder Somalia von einer arabisch sprechenden Dolmetscherin begleitet. An einem Tag war auch Ursula Beck, Diplom-Sozialarbeiterin (FH) und Entwicklungspsychologische Beraterin der Lebensberatungsstelle Mayen, zu Gast.

Inhaltlich lehnen sich die Mitarbeiterinnen an das SAFE®-Programm an, welches schon oft von der Fachstelle Frühe Hilfen Eltern angeboten wurde. In diesem zusätzlichen Angebot allerdings werden weitere Themen angesprochen, die für die Integration und ein gelingendes Aufwachsen in Deutschland von Bedeutung sind.

Im Elternkurs ging es um die Frage „Wie kann ich Grenzen in der Erziehung setzen und was tue ich, wenn mein Kind trotzt?“ Ursula Beck gab Informationen über die Lebensberatungsstelle Mayen, die richtige Adresse bei Fragen zu Erziehungs- und Partnerschaftsproblemen in allen Lebenslagen. Das Angebot ist kostenfrei.

Das Thema „Trotz“ wurde in zwei Kurzfilmen in arabischer Sprache vorgestellt. Zum Film und weiteren Informationen von Ursula Beck gab es viel Gesprächsbedarf. Was ist in der „sogenannten Trotzphase“ los, wenn das Kind schon mit etwa anderthalb Jahren mit dem Kopf durch die Wand will? Dann können Kinder ihren eigenen Willen lautstark zum Ausdruck bringen, eine für Eltern manchmal harte Zeit. Ursula Beck: „In der sogenannten Trotzphase erkunden Kinder ihre Grenzen. Da müssen sich Eltern entsprechend verhalten. Wahlmöglichkeiten entspannen die Situation. Wenn das Kind alle Register zieht, gilt es, nichts persönlich zu nehmen. Auch wenn die Nerven blank liegen. Für Kinder ist es wichtig, dass sie mit ihrem Willen etwas verändern und beeinflussen können. Grenzen helfen dem Kind, sich zu orientieren.“ Oft stehen die Ausbrüche in keinem Verhältnis zum Anlass. Behalten Eltern die Ruhe, geht der Sturm schnell vorüber. Der Freiraum sich zu entfalten ist wichtig für ein Kind. Doch bisweilen sind auch Grenzen und Regeln nötig.

Die Dolmetscherin übersetzte alle Fragen der Frauen zu diesem Thema, sodass einige Unsicherheiten besprochen werden konnten. „Ich bin froh, dass ich mich hier mit anderen Eltern austauschen kann. Jetzt fühle ich mich viel sicherer, wenn mein Kind das nächste Mal trotzt oder ich eine Grenze setze“, so ein junge Mutter mit zwei kleinen Kindern.

Im Elternkurs haben die Frauen die Möglichkeit, sich über Fragen der Gesundheit, Erziehung, Betreuung und Versorgung der Kinder auszutauschen, um gut in Deutschland anzukommen. Dabei können die jungen Mütter neue Kontakte zu anderen Familien mit kleinen Kindern knüpfen und soziale Netzwerke aufbauen.

Die Fachstelle Frühe Hilfen im Landkreis Mayen-Koblenz ist ein Kooperationsprojekt des Caritasverbands Rhein-Mosel-Ahr e.V. und der Evangelischen Kirchengemeinde auf dem Maifeld. Durch eine Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, von Gabriele Teuner vom Netzwerk Kinderschutz / Kindergesundheit bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz in die Wege geleitet, konnte der unterstützende Elternkurs von der Fachstelle Frühe Hilfen realisiert werden.

Im Elternkurs haben die Frauen die Möglichkeit, sich über Fragen der Gesundheit, Erziehung, Betreuung und Versorgung der Kinder auszutauschen, um gut in Deutschland anzukommen.Foto: privat

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