Schüler des Gründungsjahrgangs der Gesamtschule Rheinbach erhalten Abschlusszeugnisse
Wieder ein Meilenstein
Zeugnisausgabe an die zehnten Klassen der Gesamtschule Rheinbach
Rheinbach. Das hatten sich die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen anders vorgestellt, als sie zu Beginn des Schuljahres 2019/20 begannen, ihren Abschluss zu planen, mit Motto-Tagen, Jahrgangs-Shirts, gemeinsamer Abschlussfeier und anschließender rauschender Party. Und dann kam Corona, und alles kam anders. Seit Mitte März waren die Schulen geschlossen, nach den Osterferien gab es nur eingeschränkten Unterricht in den Hauptfächern zur Vorbereitung der Abschlussarbeiten, ab dem 28.05. kamen nur noch die Schülerinnen und Schüler der anderen Jahrgänge in den Unterricht, und lange stand es auf Messers Schneide, ob und wie man die Zeugnisübergabe dennoch in feierlichem Rahmen durchführen könnte. Zum Glück hat sich das Infektionsgeschehen - zumal in Rheinbach – beruhigt, so dass wir den Anlass nun in etwas anderem Rahmen dennoch würdig begehen können. Denn zum Feiern gibt es genügend Gründe! Die Gesamtschule hat ihre ersten Schülerinnen und Schüler entlassen– und alle von ihnen haben einen Abschluss erreicht. Teilweise wurde unsere Schule im Aufbau misstrauisch oder zweifelnd von außen beobachtet, nicht jeder glaubte an den Erfolg. Aber wir können heute von unseren Schülerinnen und Schülern mit Fug und Recht sagen, dass sie Wegbereiter einer erfolgreichen neuen Schule in Rheinbach sind. Denn am 19. und 20. Juni 2020 bekamen 156 Jugendliche ihre Zeugnisse überreicht – und fast alle konnten das Ziel erreichen, den ihr oder ihm jeweils bestmöglichen Abschluss. Alle Schulabschlüsse sind ja nach der Sekundarstufe I an der Gesamtschule möglich, vom Hauptschulabschluss über den MSA (Mittlerer Schulabschluss) bis hin zu Qualifikation zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe. Immerhin 77 Jugendliche – und damit fast die Hälfte der Zehntklässler - haben diese Hürde geschafft. Die Schülerinnen und Schüler, die inklusiv im Förderschwerpunkt Lernen unterrichtet wurden, erhielten Hauptschulabschlüsse nach der Klasse 9. Diese ermöglichen auch ihnen einen guten Einstieg in die Berufswelt, teilweise haben sie auch schon Ausbildungsplätze gefunden oder machen sich berechtigte Hoffnungen darauf.
Das Motto „Eine Schule für alle“ konnte also realisiert werden – aus dem Experiment wurde ein erprobtes Handlungsmodell. Darauf sind wir mit Recht stolz! Stolz und froh haben alle den nun etwas anders organsierten Veranstaltungen der Zeugnisübergabe beigewohnt. Statt einer großen Feier gab es sechs kleinere, anderthalbstündige Feierlichkeiten jeweils für nur eine Klasse – unter Einhaltung der schon gewohnten Hygienemaßnahmen natürlich. Dieser kleinere Rahmen ermöglichte aber den Klassenlehrer-Duos eine individuelle Gestaltung. Natürlich kamen die Eltern- und Schülervertreterinnen und -vertreter kurz zu Wort kommen, ebenso wie die Schulleiterin, Frau Dietrich-Rein. Was die Klassenlehrerinnen und -lehrer planten, war für die Jugendlichen eine Überraschung. Außerdem haben Video-Grußworte der Patinnen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (Marlies Hoffmann, Angela Krumpen und Judith Stapf) die Feierlichkeiten bereichert. Dass die Gesamtschule Rheinbach im laufenden Schuljahr als „Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnet wurde, daran hatten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer dieses Jahrgangs maßgeblichen Anteil. Viele der Schülerinnen und Schüler werden ihre Zeit an der Gesamtschule Rheinbach in guter Erinnerung behalten, sie werden ihre Lehrerinnen und Lehrer und viele der Gleichaltrigen vermissen, egal wohin sie selber danach gehen werden. Einige der Jugendliche beginnen eine Ausbildung, viele werden die weiterführenden berufsbildenden Schulen der Umgebung besuchen. Und ein bemerkenswert großer Teil unserer Schülerschaft (voraussichtlich 57 junge Erwachsene) wird in eine der drei Klassen („Tutorengruppen“) unserer neuen Oberstufe wechseln.
Eva Knips
Klassenlehrerin GS Rheinbach
