Allgemeine Berichte | 25.06.2024, 09:11 Uhr

Peter Berg gibt Impulse für nachhaltiges Gärtnern in Zeiten des Klimawandels

Wiederaufbauhilfe: „Gärten wurden leider nicht gefördert“

Über Natursteine und an großen Gehölzen vorbei führt der Weg direkt in die Entspannung, beweist Peter Berg, nachhaltig arbeitender Gartendesigner aus Westum, beim Event am 30. Juni. Foto: Peter Berg
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Sinzig. Peter Berg aus Sinzig-Westum ist europaweit gefragter Gartendesigner. Was ihn so bekannt gemacht hat, zeigt er, wenn er am 30. Juni zum ersten Mal an der Event-Reihe: „Offene Gärten der Ahr“ teilnimmt und maximal 50 Gäste durch seinen eigenen Garten führt. In Zeiten des Klimawandels hat er sich längst und vollständig dem nachhaltigen Gärtnern verschrieben - und will nun Impulse setzen, wie jeder Einzelne im Ahrtal dazu beitragen kann, eine weitere Katastrophe zu verhindern. Möglichst im überschaubaren Kostenrahmen, denn: „Leider wurden Gärten von der Wiederaufbauhilfe nicht gefördert“, sagt er im Gespräch mit Kuratorin Diana Ivanova.

Hat die Flut im Ahrtal bei Ihnen etwas verändert?

Ja, der Umgang mit dem Boden ist mir noch viel wichtiger geworden. Wir arbeiten immer weniger mit Beton und versiegeln Flächen so wenig wie möglich. Und wenn doch versiegelt wird, leiten wir das Wasser am liebsten in Pflanzflächen. Wir verbessern und bepflanzen den Boden so, dass er auch den stärksten Regen aufnimmt. Zusätzlich pflanzen wir viele große Gehölze und Bäume, die die Luft reinigen und das Klima verbessern.

Wie sah und sieht das Ahrtal vor und nach der Flut aus der Sicht eines Gärtners aus?

Gärtnerisch und ästhetisch gibt es für das geschulte Auge immer was zu tun, und die Vorzeige-Projekte sind meist in der Minderheit. Nach der Flut konnte man als nicht Betroffener von Ahr-Auen träumen, von einer Ausweitung des Terrassenweinbaus und von Gärten und Parks, die das Leben wieder bereichern. Für all das hatten natürlich die Betroffenen wenig Sinn, es ging erst einmal darum, wieder wohnen und leben zu können.

Was kann jeder Einzelne tun, damit es beim nächsten anhaltenden Starkregen weniger gefährlich wird?

Wenn allgemein angestrebt würde, das Niederschlagswasser auf den Grundstücken zu versickern oder beispielsweise durch Dachbegrünung zurückzuhalten, wäre viel gewonnen. Das geht allerdings nur durch entsprechende großzügige Garten- und Grünflächen. In Bad Neuenahr hatten wir gerade nach zwei Stunden Gewitterregen teilweise 50 Zentimeter hoch das Wasser stehen, das zeigt, dass wir noch zu viel Boden verdichtet haben. Das ist natürlich auch ein Kostenproblem. Leider wurden Gärten von der Wiederaufbauhilfe nicht gefördert.

Was sagt ein Garten über den Gärtner, den Menschen aus?

Sehr viel, sage ich: „Zeig mir deinen Garten und ich weiß, wer du bist.“ Ein Motto für mich ist: „Ohne Naturverständnis keine Ästhetik“. Dass erklärt viel und zeigt auch, wie wichtig die Orientierung an der Natur ist.

Wie haben Sie selber gemerkt, dass das Wetter sich ändert?

Am deutlichsten habe ich als Skilangläufer, der immer die Schneetage zählt, gemerkt, dass die Winter im Schnitt milder werden. Oft fehlen ein bis zwei Grad, und wir haben statt Schnee eben Regen. Erstaunlicherweise hatten wir in der Coronazeit, als die Flugzeuge kaum flogen, einen guten, da schneereichen Winter!

Info: Die Veranstaltung am Sonntag, 30. Juni, 16 Uhr, ist fast ausgebucht, die Resonanz groß. Letzte Plätze sind über www.offeneahr.de verfügbar.

Über Natursteine und an großen Gehölzen vorbei führt der Weg direkt in die Entspannung, beweist Peter Berg, nachhaltig arbeitender Gartendesigner aus Westum, beim Event am 30. Juni. Foto: Peter Berg

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