Umgang mit Wildunfällen
Wildunfall-Gefahr nach Zeitumstellung: ADAC Nordrhein gibt fünf Tipps für Autofahrer
Region. Mit der Zeitumstellung am Sonntag (25. Oktober) steigt auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen wieder die Gefahr von Wildunfällen. Dadurch, dass es abends eine Stunde früher dunkel wird, sind viele Wildtiere wieder zeitgleich zu den Hauptverkehrszeiten des Berufsverkehrs unterwegs.
Wildtiere kennen keine Zeitumstellung, sie orientieren sich am Tageslicht. Wer über Land und entlang von Feldern und Wäldern fährt, sollte deshalb jetzt besonders aufmerksam sein.
Diese Tipps helfen, das Unfallrisiko und mögliche Folgen zu verringern:
1. Vorsorge: Tempo reduzieren und bremsbereit bleiben
An Waldstücken und Feldrändern sollten Autofahrer besonders vorausschauend fahren. Gerade in der Dämmerung gilt: Geschwindigkeit anpassen und die Straßenränder beobachten. Eine freie und vertraute Strecke darf nicht dazu verleiten, die Gefahr zu unterschätzen. Wer langsamer fährt, gewinnt wertvolle Zeit zum Reagieren. Auf Wildwarnrefklektoren sollten Autofahrer nicht vertrauen: Vielerorts wird versucht, mit sogenannten Lichtzäune das Scheinwerferlicht der Autos bündeln, um zwischen Fahrbahn und Wald eine abschreckende Barriere für Tiere schaffen. Soweit die Theorie, in der Praxis ist die Idee allerdings wirkungslos.
2. Bei Sichtung von Wild am Straßenrand: Auch bei scheinbar ruhigen Tieren abbremsen
Ein Reh am Straßenrand kann unvermittelt auf die Fahrbahn springen – selbst wenn es das herannahende Auto ansieht. Deshalb deutlich langsamer werden, gegebenenfalls bis auf Schrittgeschwindigkeit. Durch Hupen kann das Tier in den meisten Fällen verscheucht werden. Auch nach einem querenden Tier vorsichtig weiterfahren: Oft können weitere Tiere dem ersten Tier nachfolgen.
3. Bei Wild auf der Straße: Fernlicht ausschalten und abbremsen
Steht Wild auf der Straße, sollten Autofahrer abbremsen und abblenden. Fernlicht kann die Tiere blenden und dazu führen, dass sie stehen bleiben. Das grelle Licht verwirrt die Tiere und nimmt ihnen jede Orientierungsmöglichkeit, so dass sie verunsichert häufig einfach nur verharren und nicht weiterlaufen.
4. Bei drohender Kollision: Nicht ausweichen, unbedingt die Spur halten
Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr verhindern, gilt: kräftig bremsen, das Lenkrad festhalten und die Spur halten – auf keinen Fall ausweichen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver kann im Gegenverkehr oder an einem Baum enden. Die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten, ist deshalb entscheidend.
5. Nach einem Crash: Unfallstelle absichern und Hilfe rufen
Kommt es zur Kollision mit dem Wild, sollten Autofahrer anschließend die Warnblinkanlage einschalten, eine Warnweste anziehen und die Unfallstelle absichern. Sind Menschen verletzt, 112 wählen und Erste Hilfe leisten. Auch ohne Verletzte die Polizei unter 110 verständigen – ebenso, wenn das angefahrene Tier geflüchtet ist. Verletzte Tiere nicht anfassen und Wild keinesfalls mitnehmen. Für die Versicherung eine Wildschadenbescheinigung ausstellen lassen.
Der ADAC Nordrhein setzt sich mit Beratung und Aufklärung für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ein.
Pressemitteilung ADAC Nordrhein e. V.
Wildunfall Simulation Foto: ADAC e. V., Uwe Rattay
Infografik Wildunfälle Foto: ADAC e. V.
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Wildunfall Simulation Foto: ADAC e. V., Uwe Rattay