Allgemeine Berichte | 17.07.2026, 09:32 Uhr

Erkrankter Wildcamper wurde mit Rettungshubschrauber aus unwegsamem Gelände gerettet

Windenrettung aus der Ahrschleife im Altenahrer Langfigtal

Aufgrund unwegsamen Geländes wurde ein erkrankter Wildcamper mit einem Rettungshubschrauber mit Rettungswinde aus dem Langfigtal gerettet. Foto: Stephan Knieps / FFW VG Altenahr
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Altenahr. Zu einem technisch und logistisch anspruchsvollen Rettungseinsatz kam es am Donnerstagmorgen, 16. Juli 2026, im Altenahrer Langfigtal. Ein akut erkrankter 20-jähriger Mann musste mittels eines Rettungshubschraubers mit Rettungswinde aus einem schwer zugänglichen Bereich des Naturschutzgebietes gerettet werden. Zusammen mit einem Begleiter hatte er einige Tage dort illegal campiert und erkrankte währenddessen.

Um 07:41 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Altenahr durch die Integrierte Leitstelle (ILS) Koblenz zur Unterstützung des Rettungsdienstes alarmiert. Der Treffpunkt mit dem Rettungsdienst war die linke Ahrseite im Langfigtal an der Furt zur Naturschutzjugendherberge. Der Einsatzleiter sowie Kräfte der Fachgruppe Absturzsicherung der Freiwilligen Feuerwehr nahmen eine Schleifkorbtrage mit und machten sich mit den Kräften des Rettungsdienstes auf den Weg zum Patienten. Der etwa eineinhalb Kilometer lange Fußweg zur Einsatzstelle stellte eine erhebliche Herausforderung dar, da er seit der Flutkatastrophe stark zerstört und zwischenzeitlich zugewachsen ist.

Am Einsatzort angekommen erfuhren die Rettungskräfte, dass zwei Männer aus Mainz zusammen mit ihren zwei Hunden bereits seit einigen Tagen im Uferbereich der Ahr campierten. Einer der beiden Männer war erkrankt und so geschwächt, dass er den Weg zum bereitstehenden Rettungswagen nicht eigenständig bewältigen konnte. Aufgrund der schwierigen Geländebedingungen kam ein eigentlich geplanter bodengebundener Transport in der Schleifkorbtrage mittels Tragetrupp nicht infrage.

In enger Absprache mit dem Rettungsdienst entschied die Einsatzleitung der Feuerwehr, über die ILS einen Rettungshubschrauber (RTH) mit einer Rettungswinde anzufordern. Der entsprechend ausgerüstete Hubschrauber „Christoph 66“ (stationiert in Imsweiler / Donnersbergkreis) war in Kaiserslautern binnen weniger Minuten startklar und erreichte den Einsatzort rund 45 Minuten nach der Alarmierung. Während der gesamten Zeit wurde der erkrankte Camper vom bodengebundenen Rettungsdienst medizinisch versorgt und auf den Vorgang des Winschens – also den Abtransport aus dem Gelände mittels der Rettungswinde – vorbereitet.

Nach Eintreffen des RTH wurde der Notarzt mittels der Seilwinde direkt im unwegsamen Gelände bei den dortigen Rettungskräften abgesetzt, um die weitere medizinische Versorgung des Patienten zu übernehmen. Der Patient wurde fachgerecht in einem Hubschrauberbergesack gesichert und mit der Rettungswinde an Bord des RTH gezogen. Zur weiteren medizinischen Behandlung wurde er in das Krankenhaus Bad Neuenahr-Ahrweiler geflogen.

Im Einsatz befanden sich die Freiwilligen Feuerwehren aus Altenahr und Kreuzberg mit insgesamt 15 Einsatzkräften, der bodengebundene Rettungsdienst mit einem Rettungswagen (RTW), zwei Beamte der Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie die Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 66.

Die Verbandsgemeinde Altenahr weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Wildcampen und Biwakieren (Übernachten unter freiem Himmel) – insbesondere in streng geschützten Naturschutzgebieten – ausnahmslos verboten ist. Abgesehen vom ökologischen Schaden birgt der Aufenthalt in den immer noch teils stark zerstörten und unwegsamen Uferzonen des ehemaligen Ahr-Flutgebietes im medizinischen Notfall erhebliche Risiken und erschwert den Rettungskräften den Zugang massiv.

Aufgrund unwegsamen Geländes wurde ein erkrankter Wildcamper mit einem Rettungshubschrauber mit Rettungswinde aus dem Langfigtal gerettet. Foto: Stephan Knieps / FFW VG Altenahr

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