Des einen Freud, des anderen Leid!
Wintereinbruch im Zoo Neuwied
Neuwied. Einen selbst für Stammbesucher eher ungewohnten Anblick bietet der Zoo Neuwied in diesen Tagen: Während die Wege durch die Mitarbeiter stets schnell geräumt werden, sind Pflanzstreifen und Gehege unter einer dicken Schneedecke begraben. Aber was halten die Tiere von dieser Winterlandschaft, die für Besucheraugen so zauberhaft aussieht?
„Bei solchen Witterungsbedingungen werde ich oft gefragt, wie die Tiere damit zurechtkommen“, erzählt Eva Fritsch, Zoopädagogin im Zoo Neuwied. „Die überraschende Antwort ist: In der Regel problemlos. Viele unserer Tiere stammen ohnehin aus Lebensräumen, in denen es zeitweise ähnlich kalt wird, wie jetzt bei uns. Unsere einheimischen Tiere wie Damhirsche und Wildkatze bekommen ebenso wie die Przewalskipferde ein dickeres Winterfell, und halten sich bei jeder Temperatur draußen auf. Auch der Sibirische Tiger kommt mit den niedrigen Temperaturen bestens zurecht, und zeigt sich aktiver als im Sommer. Wir passen bereits im Herbst mit dem Abfall der Temperatur die Futterrationen an, sodass der erhöhte Energiebedarf bei Kälte gedeckt ist“, berichtet sie weiter. „Die Schneeeulen und der Kleine Panda aus der Himalayaregion finden den Schnee und die Minusgrade wahrscheinlich richtig super“, vermutet Fritsch, „und der Kleine Panda ist im Winter in seinen kahlen Kletterbäumen auch viel besser zu beobachten.“
Totenkopfäffchen und Erdmännchen beispielsweise sind an die deutlich wärmeren Temperaturen angepasst, die in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Bolivien und Namibia meistens vorherrschen. Trotzdem gehen auch diese Tiere selbst bei tiefem Schnee immer wieder ins Freie, um Luft zu schnappen – „Und weil sie auch einfach neugierig sind, was man mit dem weißen Zeug so alles anstellen kann“, lacht die Zoopädagogin, „trotzdem werden in dieser Jahreszeit vermehrt die beheizten Innengehege genutzt, und auf der Außenanlage halten die Tiere sich bevorzugt unter den Wärmelampen auf.“
Tiere, die das Wetter richtig blöd finden, gibt es aber trotzdem: „Unsere Schimpansen werden aufatmen, wenn es wieder wärmer wird: Nicht, weil sie kälteempfindlicher sind als andere Tiere, sondern weil sie ihre Außenanlage nicht nutzen können, solange der Wassergraben zugefroren ist und die Tiere beim Betreten des Eises einbrechen könnten“, erklärt Eva Fritsch, und fügt schmunzelnd hinzu: „Und viele sind überrascht, wenn sie hören, dass auch unseren Humboldtpinguinen die Kälte gar nicht zusagt. Die stammen nämlich von der Küste Perus und Chiles, wo der Gefrierpunkt nur äußerst selten erreicht wird. Um sich aufzuwärmen, ziehen sie sich in ihre Höhlen zurück. Für kälteempfindliche Besucher stehen weiterhin unsere Tierhäuser wie Exotarium und Prinz Maximilian zu Wied Halle zur Verfügung und auch das neue Zoorestaurant lockt mit warmen Speisen und Getränken.“
Pressemitteilung Zoo Neuwied
Damhirsche bekomen ein dickeres Winterfell in der kalten Jahreszeit.
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