Die Corona-Krise bringt auch das Chorwesen an seine Grenzen
„Wir können nicht mit Masken singen!“
Bad Neuenahr-Ahrweiler/Bachem. Zahlreiche Branchen sind von der Corona-Krise betroffen und besonders Kulturschaffende leiden unter der Zeit ohne Auftritte. Während sich die Krise bei hauptberuflichen Künstlern eher im finanziellen Bereich niederschlägt, haben die Mitglieder von Musik- und Gesangsvereinen ganz andere Probleme. „Wir können nicht mit Masken singen“, sagt Heinz-Rudi Dresen aus Bachem. Dresen ist der Vorsitzende des dortigen Männerchores. Er und seine Sangesbrüder würden gerne wieder loslegen, doch die jüngsten Maßnahmen zur Lockerung der Beschränkungen führen dort zu keiner Erleichterung der Situation. „Wir sind nach wie vor sehr eingeschränkt“, sagt er. Der Probenbetrieb sei durch die Sperrung der Vereinsräume derzeit unmöglich. Deshalb werden nun - wie bei nahezu allen Vereinen - Festivitäten wie das beliebte Pfingstwaldfest abgesagt. Das führt zu einen wichtigen Einschnitt in den Terminkalender und sorgt für Verluste in der Vereinskasse. Die Vorstandssitzung musste ebenfalls ausfallen und die wäre eigentlich obligatorisch gewesen. Die Mitglieder des Männerchores blicken nun hoffnungsvoll auf die Politik. „Wir hoffen, dass bald eine Lösung gefunden wird“, wünschen sich Dresen und der Chorleiter Hans-Albert Jahn. Eines gilt für die Bachemer Sänger aber als sicher: Es wird dauern, bis Chormusik wieder in gewohnter Qualität stattfinden kann. „Wir alle hoffen, das es bald wieder weitergeht – wenn auch anders“, sagen Dresen und Jahn.
Die schwierige Situation in Bachem ist kein Einzelfall. In Deutschland sind rund 15.000 Chöre im Deutschen Chorverband (DCV) organisiert. Etwa 1.000.000 Hobbysänger engagieren sich in diesem Bereich und stehen nun vor ähnlich schwierigen Herausforderungen wie die Sänger von der Ahr.
ROB
