Vierdelsjemeinschaft Vehmaat-Säujass Adde:
„Wir lassen die Sau raus“
Adenau. Die Veedelsgemeinschaft setzt ihren Fokus auf die Wiederbelebung vergangener Erfolge. Ein frischer Vorstand, bestehend aus dem Vorsitzenden Herbert „Fuzzy“ Bätz, dem stellvertretenden Vorsitzenden Wolfhard A. Klein, dem Geschäftsführer und Schriftführer Herbert Auel sowie dem Schatzmeister Arnold Hoffmann, wurde ins Amt berufen.
Der Name der Veedelsgemeinschaft leitet sich von den Begriffen „Viehmarkt“ und der Gasse ab, durch die einst die Säue zum Viehmarkt getrieben wurden. Das Herzstück dieser Gemeinschaft ist ein historisches Bauernhaus in der Schulstraße. Es repräsentiert ein typisches Eifel-Bauernhaus vergangener Generationen und wurde als Museum gestaltet. In einem kooperativen Ansatz wird nun die Restaurierung dieses Bauernhauses in Angriff genommen, wobei auch Entrümpelungsarbeiten anstehen. Dies ist keine leichte Aufgabe, da viele der alten Gegenstände, Werkzeuge und Möbelstücke einen hohen ideellen Wert haben und nur ungern aufgegeben werden. Sie wurden mühsam gesammelt, manchmal durch glückliche Zufälle.
Die Arbeiten im Museum werden in Kürze beginnen, und zahlreiche Mitglieder mit handwerklichem Geschick haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich mitzuwirken. Das Interesse am gut erhaltenen äußeren Erscheinungsbild des Hauses, dem Birnbaum vor der Tür und den Garten- und Ackergeräten in der Nähe ist enorm. Kürzlich beim Heimatfest gab es eine beachtliche Besucherresonanz. Der Charme vergangener Zeiten berührte die Gäste, und beim Anblick der authentisch eingerichteten Küche und „guten Stube“ wurden Erinnerungen geweckt. Besonders ein Webstuhl zog die Aufmerksamkeit auf sich, da im Haus einst das hochwertige „Adenauer Tuch“ hergestellt wurde.
Das Bauernmuseum bildet eine Säule der Aktivitäten, aber die Veedelsgemeinschaft wäre nicht vollständig ohne die Feierlichkeiten vergangener Tage, die Umzüge durch die Stadt und die jährliche Verlosung des „Jolante“-Festschweins, das jedes Jahr mit einer fortlaufenden Nummer versehen wird. Zwei herausragende Persönlichkeiten, darunter der ehemalige Bürgermeister Dieter Becker und sein Vorgänger Willi Thiesen, der die Geschicke der Veedelsgemeinschaft 18 Jahre lang lenkte und zum Ehrenbürgermeister ernannt wurde, sind eng mit der Geschichte der Gemeinschaft verbunden. Ihnen gebührt auch posthum großer Dank und Respekt. Bei wichtigen Anlässen, wie dem Säujassefest, trugen die Bürgermeister eine spezielle Bürgermeisterkette, und die Pflege der Mundart war stets von großer Bedeutung. Viele warten gespannt auf die Fortführung dieser Traditionen, und die Öffnungszeiten des Bauernhauses werden in Kürze bekannt gegeben. Der „Vierdelsbürjemeeste Fuzzy“ wird sogar monatliche Sprechstunden abhalten! BA
