Grundschule Nickenich mit großem Fest eingeweiht
„Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt“
Nickenich. „Unsere Schule ist jetzt richtig schön“, sangen die Kinder der Grundschule Nickenich mit vollem Einsatz. Davon, dass die Aussage aus ihrem Begrüßungslied zutraf, konnten sich zahlreiche Gäste überzeugen. Die Sanierungs- und Umbauarbeiten an der St. Arnulfs Grundschule Nickenich wurden erfolgreich abgeschlossen. Am Samstag wurde mit einem Schulfest die offizielle Einweihung gefeiert. Lehrer und Schüler hatten ein buntes Programm vorbereitet. Neben den offiziellen Ansprachen von Vertretern aus Politik und Schulbehörde gaben auch die Pfarrer beider Konfessionen ihren Segen.
Bürgermeister Klaus Bell und Schulleiterin Kerstin Fuchs begrüßten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Schulbehörde und beteiligter Fachfirmen und Elternvertreter. Bell sprach allen am Bau Beteiligten Dank aus – der Schule für die gemeinsame Planung und gute Zusammenarbeit, den Ratsmitgliedern für die gefassten Beschlüsse, den Architekten und Fachfirmen für die gute Arbeit und den Kindern und Eltern für die Geduld und das Mittragen der teilweise unruhigen Bauphase.
Vor drei Jahren hatte die Verbandsgemeinde Pellenz als Träger der Grundschule die Aufträge für die gründliche Sanierung und den Umbau der Grundschule in Auftrag gegeben. Im Frühjahr 2017 wurde im laufenden Schulbetrieb mit den Arbeiten an der Schule begonnen. Dies bedeutete für Lehrer und Schüler zum Teil erhebliche Einschränkungen und Belästigungen im Schulbetrieb. Zeitweise waren die Klassen im Verwaltungstrakt untergebracht. Mit hohem finanziellem Aufwand wurden nahezu alle Bereiche der Schule saniert und modernisiert. Der Schulhof soll im Sommer neu gestaltet werden.
„Als ich seinerzeit die Leitung der Schule übernommen habe, sagte mir mein Vorgänger, dass das Schulgebäude bald saniert werde – das ist jetzt 15 Jahre her“, sagte Schulleiterin Fuchs in ihrer Begrüßungsansprache. Als die Sanierungsarbeiten schließlich im Frühjahr 2017 begannen, hätten Schüler und Lehrkräfte lernen müssen, die Umbauarbeiten in den Tagesablauf zu integrieren. Das sei nicht immer ganz leicht gewesen, doch die Strapazen hätten sich gelohnt. „Aus einem Wunschgebäude ist Wirklichkeit geworden“, nannte Fuchs als Kriterien für eine Wunschschule: Helligkeit, etwas Farbe, ausreichend Platz, Betreuungsraum und Garten, eine Mensa und modernste technische Ausstattungen.
Diese Punkte seien in Nickenich allesamt umgesetzt worden.
Zuvor hatte Bürgermeister Bell in seiner Rede die wichtigsten Eckdaten von den Planungen zu Sanierung und Umbau bis zur zwei Jahre dauernden Bauzeit in Erinnerung gerufen. So sei das Gebäude der Grundschule Nickenich im Jahr 1966 nach zweieinhalbjähriger Bauzeit als Volksschule gemeinsam mit der benachbarten Mehrzweckhalle von der Ortsgemeinde Nickenich als damaliger Schulträger in Betrieb genommen worden. „Für die damaligen Verhältnisse war der Baukörper vorbildlich gestaltet“, so Bell. Durch die Schulreform 1976 wurde die Volksschule aufgelöst und das Gebäude in eine reine Grundschule umgewandelt. Damit verfügte das Gebäude, das einst für eine Schule mit zehn Jahrgangsstufen konzipiert war, über einen Raumüberschuss.
Derzeit besuchen 104 Kinder, aufgeteilt in acht Klassen, die Grundschule. Dies warf bei der Planung der Sanierungsarbeiten die Frage auf, ob ein Neubau in kleinerer Ausführung nicht die günstigere Variante sei. Nicht zuletzt durch die gute Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Nickenich, die das Jugendzentrum und Vereine in den rund 500 Quadratmeter im Untergeschoss der Schule unterbringe, sei letztendlich die vom Verwaltungschef favorisierte und forcierte Entscheidung zur Sanierung des bestehenden Gebäudes gefallen. „Bei einem Neubau wäre das Raumangebot abgespeckt gewesen. Jetzt konnten wir die großen Räume behalten und sind auch für die Zukunft gut aufgestellt“, freute sich Bell.
Während die Struktur des Gebäudes erhalten werden konnte, wurden die technischen Installationen von Grund auf erneuert. Die Klassenräume sind mit dezentralen Lüftungsanlagen, Akustikdecken und -verkleidungen ausgestattet. Handwerker haben neue Fenster eingebaut, die elektrotechnischen Installationen sind auf dem neuesten Stand. Auch einen Tafeldienst braucht es in der modernen Schule nicht mehr. Alle Klassenzimmer sind mit Smartboards, auch digitale Whiteboards genannt, ausgestattet.
Komplett erneuert und energetisch auf einen hohen Standard gebracht wurde die Gebäudehülle. „In einem Zwischenschritt wurde 2010 bereits eine Holzhackschnitzelheizung eingebaut, die auch die Pellenzhalle und die neue Kita versorgt“, sagte Bell. Selbstverständlich ist alles barrierefrei gestaltet. Ein Aufzug wird durch automatische Eingangstüren unterstützt. Ebenso gibt es eine behindertengerechte Toilette.
„Es ist fantastisch geworden“, stellte Regierungsschuldirektorin Bettina Luitz fest. „Dieses Platzangebot ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit“, so Landrat Dr. Alexander Saftig mit Blick auf die großzügigen Klassenzimmer, die zusätzlich Raum für Ruhephasen bieten. Der Vorsitzende des Schulelternbeirats, Michael Überhofen, freute sich ebenfalls über die schöne, farbenfrohe und moderne Schule. „Sie ermöglicht den Kindern eine glückliche und effektive Schulzeit.“
Nickenichs Ortsbürgermeister Detlev Leersch betonte, dass die soziale Infrastruktur durch die neuen Jugend- und Vereinsräume im Untergeschoss der Schule in erheblichem Maß gesteigert werde.
„Lassen wir uns überraschen, wie die Räume künftig genutzt werden“, so Leersch.
Die Baukosten werden voraussichtlich mit 4,5 Millionen Euro abschließen und somit die kalkulierten Kosten unterschreiten. Die Verbandsgemeinde übernimmt 3,8 Millionen Euro der Kosten. Die Ortsgemeinde beteiligt sich mit rund 700.000 Euro. Die schulischen Baumaßnahmen werden mit 1,57 Millionen Euro vom Land und mit 261.900 Euro vom Landkreis Mayen-Koblenz unterstützt. Zum Umbau des Untergeschosses erhält die Ortsgemeinde einen Landeszuschuss von 220.000 Euro. Das Rahmenprogramm der Einweihungsfeier gestalteten die Kinder mit modernen Tänzen, Musik und Gesangbeiträgen. Nach der offiziellen Einweihung und der Grundsteinlegung am Vormittag folgte am Samstagnachmittag ein fröhliches Schulfest für die Kinder und ihre Eltern.
Schulleiterin Kerstin Fuchs und Bürgermeister Klaus Bell (rechts) unterzeichneten die Urkunde zur Grundsteinlegung
Die evangelischen und katholischen Geistlichen, Pfarrer Christian Schulte (links) und Pfarrer Norbert Missong, weihten die Schule ein.
