Löhndorfer Möhnen feierten im Schützenhaus
Witzige Sketche und „prominente“ Gäste sorgten für tolle Stimmung
Sinziger Sentiaca Andrea II. eroberte mit den Stadtsoldaten den Saal und die Herzen des närrischen Publikums
Löhndorf. Zum ersten Mal feierten die Löhndorfer Möhnen ihre Sitzung nicht an den Karnevalshochtagen, sondern drei Wochen vorher am vergangenen Samstag. Und der Erfolg sollte ihnen recht geben. Im mit bunt kostümierten Gästen vollen Löhndorfer Schützenhaus boten die Möhnen um Obermöhn Cornelia Schlagwein eine fünfstündige spitzenmäßige Sitzung, bei der von der ersten Minute an Hochstimmung herrschte. Den Auftakt machten die Möhnen selbst mit ihrem traditionellen Stippeföttche mit Parapluie. Den musikalischen Start zur Sitzung gab der Spielmannszug Löhndorf unter der Stabführung von Andreas Fuchs. Mit bekannten Melodien gelang es den Musikern, das närrische Publikum direkt einzubinden und zum Singen und Schunkeln zu animieren.
Es folgte eine Improvisation zum klassischen Thema „Frau mit Geliebtem und der Ehemann kommt überraschend nach Hause“. Die Möhnen Daria Korth, Bianca Märtins und Linda Nelles mussten alle Worte mit dem Buchstaben G beginnen lassen. Das „ging genial gut“, und so wurde schon die erste Rakete für den Abend fällig. Aus den Reihen der KG Westum war die Garde „Die Fidelen“ zu Gast und erfreute das Publikum mit ihrer Darbietung.
Danach führten Mutter Uschi und Tochter Sonja Hoche ein eigentlich unverfängliches Telefonat übers Kuchen backen. Zur Freude des Publikums sprachen die beiden jedoch völlig aneinander vorbei, was zu Inhalten führte, die die Tochter gar nicht wissen wollte.
Bei bester Stimmung stand nun der Besuch der Sinziger Sentiaca Andrea II. mit Gefolge auf dem Programm. Im Jahr des 750. Stadtjubiläums von Sinzig darf diese Truppe natürlich nicht fehlen. Die begeisterten Gäste winkten ihnen mit blauen und gelben Servietten freudig zu. Ob der guten Stimmung und des tollen Programms blieben die Sentiaca und ihr Zickengeschwader den restlichen Abend und noch weit nach Sitzungsende auf dem Schützenplatz.
Es folgten die „Meninas“ mit ihrem Showtanz zum Thema „Amerika“ Wie Obermöhn Cornelia Schlagwein treffend formulierte, war die Darstellung von Amerika gekonnt und begeisternd, was derzeit leider nicht der Realität entspreche.
Über das Telefon im Wandel der Zeit erzählte Linda Nelles anschließend sehr anschaulich. Zumindest die Generation Ü40 wusste, worum es ging, und ließ sich amüsiert an Flurtelefone mit „Brokatponcho“ erinnern.
Vor der Pause gab es noch eine musikalische Darbietung von Daria Korth als junge Trude Herr zum Lied „Fieber“. Die ausgestopften Rundungen hielten ihrem theatralischen Auftritt jedoch nicht völlig stand.
Trude Herr und Nana Mouskouri eroberten die Bühne
Nach der Pause ging es mit einer Rede der Urgesteine Christina Fuchs und Luise Senscheid weiter. Schon seit vielen Jahren begeistern die beiden mit ihren Zwiegesprächen und sind immer ein Garant für viele Lacher. Vom Publikum wurde das mit einer Rakete honoriert.
Nachdem bis hierher Cornelia Schlagwein durch das Programm geführt hatte, lag der Part nun bei Bianca Märtins, und sie konnte den Weltstar Nana Mouskouri ankündigen. Da deren beste Jahre inzwischen vorbei wären, könne man etwas mehr vom Auftritt erwarten. Und so war es auch, am Ende standen acht Nana Mouskouris auf der Bühne und begeisterten mit ihrer Darbietung. Eine Zugabe blieb natürlich nicht aus.
Zum ersten Mal besuchte das Panikorchester Remagen die Löhndorfer Möhnen auf dem Schützenplatz.
Die mitreißende Musik und der hyperaktive Dirigent Tommy Pieper brachten die Stimmung zum Kochen und rissen die närrischen Gäste regelrecht mit.
Anschließend zeigte die Tanzgruppe „One Dream“ ihr Können. Bei einer unvergesslichen Reise ins All zeigten die Mädchen eine inhaltlich und sportlich ausgefeilte Darbietung, die mit tosendem Applaus belohnt wurde.
Ein Kontrastprogramm waren die nachfolgenden „Tippelbrüder“. Die Möhnen-Seniorinnen Marita Holy, Heidi Vogt, Renate Heinen, Luise Senscheid und Hedwig Ockenfels hatten mit musikalischer Begleitung von Dorothee Surges ein Lied einstudiert, das von einem glücklichen Leben ohne Arbeit und Sorgen berichtete. Sie stellten es so anschaulich dar, dass das Publikum völlig aus dem Häuschen war. und als Gage gab es neben Orden auch noch einen Schnaps.
Im Anschluss zeigte das Männerballett „Bühnebützer“ sein Können. Der Tanz brachte die Akteure zum Schwitzen und das Publikum zum Kochen. Wie die Obermöhn anschließend anmerkte, wird trotz der großen Anstrengungen der angepeilte Traumkörper vielleicht noch etwas auf sich warten lassen.
Vor dem Finale zeigte der beste Möhnen-Nachwuchs, den man sich als Verein wünschen kann, einen grandiosen Auftritt. Sonja Hoche, Katharina Frank und Elisabeth Häring sangen live vom „Röggelche mit Mett“ und erhielten dafür eine hochverdiente Rakete. Ohne Zugabe durften die drei natürlich nicht von der Bühne gehen.
Passend zum neuen Bühnenbild gab es abschließend das Finale „Rut-Wieß rund um Kölle“. Mit tollen Kostümen und mitreißenden Stimmungsliedern traten noch einmal alle Möhnen auf die Bühne und ließen sich und ihre Gäste feiern. Es war ein rundum gelungener Abend, der den großen Karnevalshochburgen in nichts nachstand.
Nach fünf herrlichen Sitzungsstunden war die Möhnensitzung aber noch lange nicht vorbei, denn zur Musik von Simon Gassen wurde bis weit nach Mitternacht getanzt und die rundum gelungene Sitzung mit den Löhndorfer Möhnen gefeiert. AB
Für die passenden Klänge sorgte der Löhndorfer Spielmannszug.
Das Publikum ging begeistert mit.
