Shamrock-Duo brachte keltische Musik und irische Texte in die Alte Schule nach Dierdorf
Wort und Klang für Menschen mit Ecken und Kanten
Dierdorf. Ein starker Wind von Freiheitsliebe, Eigensinn und Dickköpfigkeit wehte am Samstagabend durch Gemäuer und Gebälk der Alten Schule am Damm: Der Kulturkreis und die Stadt Dierdorf hatten zu „Irish Folk und Short Stories“ des Shamrock Duos eingeladen. Über zwei Stunden lang hielten Hilde und Jupp Fuhs aus Hahn ihr Publikum im Bann einer Welt aus Mythen und Märchen, skurillen Typen und schrägen Geschichten gefangen. Immer im Wechsel mit zarten, gefühlvollen oder schnellen, kraftvollen Gesängen mit entsprechender Begleitung.
Das Shamrock-Duo wurde 1983 gegründet. Traditionelle keltische Musik, auch Irish Folk genannt, beinhaltet im Wesentlichen Lieder und Tänze aus Irland, Schottland, Wales und der Bretagne: „Es ist dies der sogenannte inselkeltische Kulturkreis, in dem sich viele Musikformen über die Jahrhunderte hinweg bis in unsere Zeit tradiert haben“, erläutern Hilde und Jupp Fuhs ihre Kunst. An dem Abend wurden viele eigene Stücke des Künstler-Duos zu Gehör gebracht, sowohl in deutscher wie in englischer Sprache. Bezeichnend für die von Jupp Fuhs vorgetragenen Texte ist deren schwarzer, leicht boshafter bis skurriler Humor, den der Sprecher mit einer leidenschaftlichen Energie und einem schier unendlichen Stimmenrepertoir artikuliert.
Hilde Fuhs ist verantwortlich für Gesang, Harfe, Mandola, Concertina und Flöten. Jupp Fuhs bedient Bodhran, Streichpsalter, Tin-Whistle und die Rhythmus-Instrumente. Dazu gehören, typisch keltisch, auch Löffel und Knochen. Hilde Fuhs begleitet seine Lesungen mit der Harfe, Wort und Musik gehen ineinander über. Beide sind von der Ausbildung her eigentlich Kunsthistoriker und Biologin. Vor 33 Jahren haben sie als Hobby das Musikmachen begonnen. Dann wurden es schnell so viele Auftritte, dass sie sich dachten: Warum nicht das zum Beruf machen? Ihren Eltern habe das beinahe Herzinfarkte verursacht, erzählt Hilde Fuhs lachend. Und wirft hinterher: „Wir waren dreist!“ Zeitweise hat das Paar in Österreich gewohnt, in Italien gespielt, in der Tschechoslowakei, in Luxemburg, in Holland. Eigentlich stammt sie von der Mosel und er aus Koblenz. An der Uni in Mainz, beim Studieren, haben sie sich kennengelernt. Seitdem ziehen sie konzertierend und Vorstellungen gebend durch die Länder. Auf die ganz großen Tourneen wollen sie aber bald verzichten und sich mehr heimatnahe Auftrittsorte suchen. Nach Dierdorf dürfen sie nach diesem genussvollen Abend bestimmt jederzeit wiederkommen.
