Allgemeine Berichte | 30.12.2022

Würdiger Abschluss des Andernacher Kinojahres 2022

V.l.: Dr. Hans-Georg Hansen, Carmen Rakemann, Gabriele Specht-Birlem, Brigitte Witschas, Hiltrud Ruland, Rolf Gross, Sigrid Schug. Zu dem Team Kommunales Kino gehören auch Doris Jonas, Abdu Osman und Asbas Osman.

Andernach. Kurz vor den Weihnachtstagen wurde zum letzten Mal in diesem Jahr im Gemeindesaal der evangelischen Christuskirche ein faszinierender Film über einen Ausnahmetänzer gezeigt. Vor der Aufführung dankte die Kümmerin Sigrid Schug sowohl ihrem Team als auch den Besuchern, die durch Lockdown und ausgefallene Veranstaltungen hinweg dem „Kommunalen Kino“ die Treue gehalten haben. Gedankt wurde neben der ev. Kirchengemeinde mit ihrem Hausmeister Herrn Niehoff, dem Team aus dem KulturPunkt auch Vertretern der Stadt Andernach, die die Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“ in vielfältiger Weise unterstützt haben. Anstelle von Oberbürgermeister Achim Hütten, der aus Termingründen nicht anwesend sein konnte, sprach der Erste Beigeordnete der Stadt Andernach, Dr. Hans-Georg Hansen, ein weiteres Grußwort.

Gezeigt wurde ein vielschichtiger Film, der die 1960er Jahre thematisierte - und dennoch viel mit der Gegenwart zu tun hat: Rudolf Nurejew (dargestellt von Oleg Ivenko), ein sowjetischer Ausnahmetänzer des Leningrader Kirow-Balletts, darf mit seiner Tanzkompanie nach Paris reisen, wo er die Annehmlichkeiten des Kapitalismus kennenlernt. Der attraktive und exzentrische junge Mann lässt sich vom besonderen Flair der französischen Hauptstadt mitreißen. In Begleitung der rätselhaften Clara Saint streift er durch Pariser Museen und Nachtclubs, sehr zum Missfallen der ihn auf Schritt und Tritt begleitenden KGB-Aufpasser. Mit Politik hat er nichts zu schaffen, betont Nurejew. Er will einfach das Leben genießen und die Kunst studieren, die das Leben einfängt. Doch immer mehr erwächst in ihm der Wunsch, sich aus den restriktiven Fängen des sowjetischen Systems zu befreien.

Eingestreut in Gegenwärtiges sind Filmsequenzen aus seiner russischen Heimat: Seine Geburt 1938 in einem vollbesetzten Waggon der Transsibirischen Eisenbahn. Sein Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen, das Leben mit Mutter und den Geschwistern und später dem ihm fremden Vater. Dadurch wird deutlich, wie sehr Nurejew durch seine Heimat geprägt wurde und wie schwer er es sich letztendlich mit seiner Entscheidung macht, künftig in Freiheit leben zu wollen. Sein Lebenselixier ist das Ballett. Doch die Aussicht, dass er - wegen seines rebellischen Verhaltens - vielleicht nicht mehr in seiner Heimat tanzen darf, lässt ihn immer mehr darüber nachdenken, im Westen zu bleiben.

Im Original heißt der Film „Nurejew - The White Crow“. Regisseur ist kein Geringerer als der bekannte Schauspieler Ralph Fiennes („Schindlers Liste“), der in dieser Filmbiografie die Rolle von Nurejews Lehrer Alexander Puschkin spielt. Als „weiße Krähe“ werden Außenseiter bezeichnet, die nicht so recht in diese Welt passen. Schon früh zeichnet sich Nurejews Charakter ab, der bereits als kleiner Junge extrem ehrgeizig und hart trainiert.

Dieser schön choreografierte Tanzfilm war ein besonderer Abschluss des Kinojahrs 2022, das die zahlreichen Zuschauer mit Applaus am Ende würdigten. Der Termin für den nächsten Filmabend steht bereits fest: Am Dienstag, den 17. Januar 2023 wird ein weiteres hochaktuelles Thema behandelt - obwohl der Film schon älter ist. Es geht um die Flucht einer Mutter mit ihrem Kind aus dem Iran weg von ihrem herrischen Mann. Ein Datum, das man sich im Kalender eintragen sollte.

V.l.: Dr. Hans-Georg Hansen, Carmen Rakemann, Gabriele Specht-Birlem, Brigitte Witschas, Hiltrud Ruland, Rolf Gross, Sigrid Schug. Zu dem Team Kommunales Kino gehören auch Doris Jonas, Abdu Osman und Asbas Osman.

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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