Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher
Würdiges Gedenken
Neuwied. Der jährliche Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher wurde im Pfarrgarten St. Matthias in Neuwied abgehalten. Der Tag versammelte Angehörige, Freunde, Mitarbeiter aus den Hilfesystemen sowie den Bürgermeister der Stadt Neuwied, Peter Jung, in einer kleinen Andacht.
Bevor eine Schweigeminute eingelegt wurde, um den Verstorbenen zu gedenken, wurden die Vornamen aller sechzehn im letzten Jahr Verstorbenen verlesen. Nach diesem Moment der Stille wurden die Namen der Verstorbenen auf Kieselsteine geschrieben. Diese Steine wurden anschließend gemeinsam mit den Gedenksteinen des Vorjahres in eine Gabione gelegt. Es ist geplant, diese Gabione bald einen festen Platz in der Öffentlichkeit zu geben.
Es wurde festgestellt, dass keiner der Verstorbenen, bei denen das Alter bekannt war, älter als 70 Jahre wurde. Der Jüngste unter ihnen wurde nur 23 Jahre alt.
Der Gedenktag wurde unter freiem Himmel abgehalten. Die Sozialarbeiterin Janna Dreckkötter äußerte sich zur Wahl des Veranstaltungsortes folgendermaßen: „Das Thema Drogentote gehört in die Mitte der Gesellschaft, daher war klar, dass auch die Veranstaltung nicht hinter geschlossenen Türen, sondern draußen stattfinden sollte. Drogenkonsum findet in allen gesellschaftlichen Schichten statt. Leider erleben Konsumierende und Angehörige weiterhin Diskriminierung. Das führt unter anderem dazu, dass verstorbenen Drogengebraucher nur selten gedacht wird. Mit dieser Veranstaltung in der Öffentlichkeit möchten wir auch Stigmata bekämpfen und zeigen, dass jeder Mensch ein würdiges Leben und Gedenken verdient.“
Der internationale Gedenktag soll zukünftig jährlich am 21. Juli in Neuwied begangen werden. Auch in diesem Jahr wurde der Gedenktag durch die Zusammenarbeit zwischen der Pfarrei Neuwied St. Matthias und der Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes in Neuwied organisiert.BA
