Allgemeine Berichte | 09.02.2021

Fairtrade-Steuerungsgruppe Sinzig

Würdiges Gedenken mit fairen Grabsteinen

Grabsteine aus Kinderarbeit auf Sinziger Friedhöfen nicht mehr zulässig

In Sinzig dürfen nur noch Grabsteine aus Produktionen ohne Kinderarbeit aufgestellt werden. Foto: privat

Sinzig. Alle haben nach dem Tod der lieben Angehörigen das Bedürfnis, den Verstorbenen ein würdiges Gedenken zu schaffen. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Grabsteinen. Da fällt die Wahl oft schwer. Bei einem Kriterium gibt die Stadt Sinzig mit ihrer Friedhofssatzung eine wichtige Entscheidungshilfe: Es dürfen nur Grabsteine aufgestellt werden, „die nachweislich ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit … hergestellt worden sind“ (§ 21 a, Friedhofssatzung der Stadt Sinzig).

Viele Grabsteine kommen aus Indien, China, den Philippinen oder Vietnam. Schätzungsweise jeder dritte Grabstein auf deutschen Friedhöfen stammt aus Indien. In indischen Steinbrüchen leben ganze Familien von der harten Arbeit. Viele Kinder werden in den armseligen Hütten am Rande der Steinbrüche geboren und wachsen in den Steinbrüchen auf. Sie schuften von klein auf mit ihren Familien, verdienen aber so gut wie nichts. Die Arbeiten in den Steinbrüchen sind besonders gefährlich und gesundheitsschädigend. Die Verletzungs- und Erkrankungsrate ist sehr hoch, da es keine Schutzkleidung, Schuhe, Gehörschutz oder Atemschutz gibt. Die Menschen haben nur eine geringe Lebenserwartung von 30 bis 40 Jahren. Benjamin Pütter, Kinderarbeits-Experte bei Misereor, hat viele dieser Steinbrüche besucht und ist immer wieder auf ausbeuterische Kinderarbeit gestoßen. Wer möchte seinen Liebsten mit einem Grabstein gedenken, der aus gefährlicher und ausbeuterischer Kinderarbeit stammt? Diese Frage wird wohl niemand mit gutem Gewissen mit ja beantworten!

Was kann man tun?

Am besten ist es natürlich für Mensch und Umwelt, Steine aus Deutschland oder der EU zu verwenden. Hierbei entfällt ein langer Transport und es werden Betriebe unterstützt, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen herstellen. Wer sich trotzdem für einen anderen Grabstein entscheidet, kann auf Steine zugreifen, die ein Siegel zur fairen Herstellung erhalten haben. Diese kann man an den Siegeln „Xertifix“ oder „Fair Stone“ erkennen. Man kann einfach bei den Steinmetz-Betrieben nach Steinen aus deutscher oder EU-Produktion oder Steinen, die ein solches Siegel tragen nachfragen. Zudem gibt es auch die Möglichkeit auf Recycling-Steine zurückzugreifen. Dabei werden schon einmal gebrauchte Grabsteine aufbereitet und können wieder eingesetzt werden. Die Fairtrade-Steuerungsgruppe Sinzig setzt sich für einen gerechten Welthandel unter menschenwürdigen Bedingungen ein. Informationen unter www.fairtrade-sinzig.de

In Sinzig dürfen nur noch Grabsteine aus Produktionen ohne Kinderarbeit aufgestellt werden. Foto: privat

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