Solidaritätsverein der Yeziden Deutschland e. V.
Yezidisches Fasten Fest zu Ehren Gottes
Mit Teilnahme des Beirats für Migration und Integration aus Andernach und der stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Yeziden.
Mendig. Auf Einladung des Yezidischen Solidaritätsvereins, nahmen in Mendig am 15. Dezember über 600 Yeziden aus verschiedenen Regionen des Landes teil. Auf Einladung hin, auch der Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration aus Andernach Wolfgang Lübke sowie Beiratsmitglieder. Desweiteren die stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Yeziden Zemfira Dlovani aus Koblenz. Das Fest organisiert jedes Jahr der Verein. Zuerst begrüßte Khaled Ali die Gäste und danach hielt der zweite stellvertretende Vorsitzende Hussein Hussein im Namen des Vereins eine Rede. Anschließend sprachen Kinder ein Gebet. Diesmal war es das Sonnenuntergang-Gebet. (dua Rojava). Zum Abschluss des religiösen Teils, war der Gang zu den heiligen Gegenständen mit Gebet und Gesang von den Herren Mejhem und Nawaf Ali und Frau Iman Hansoro. Da gab es für jeden ein Schluck Wasser aus der heiligen Quelle aus Ialish. Mit Essen, Musik und Tanz wurden danach die drei Fastenwochen feierlich beendet. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit, die einem Fremden entgegengebracht wird, ist einfach „überwältigend“! Denn das Yezidentum ist von Grund auf tolerant gegenüber anderen Religionen. Aber aufgrund der Geschichte auch etwas distanziert. Schließlich wurden sie in ihrer Geschichte immer wieder Opfer von Verfolgung, Diskriminierung und Unterdrückung. Aber dies geschieht leider auch bei anderen Religionsgemeinschaften auf der Welt. Kurze Erläuterung zu dem Fasten Fest: Drei Wochen lang wurde Dienstag bis Donnerstag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet und am vierten Tag wurde gefeiert. Kranke Menschen und Kinder sind davon ausgeschlossen. Am ersten Freitag wird das Fest Sèsims gefeiert, am zweiten Freitag das Fest Xüdan und am dritten Freitag das Fest Ezi, dem Fest zu Ehren Gottes. Yeziden glauben seit der Erschaffung der Erde gibt es Feste und das Fest Ezî ist das Fest zu Ehren Gottes, denn Gott schuf die heiligen Engel, die Erde zu erschaffen. Diese heiligen Engel fingen am Samstag an die Erde zu erschaffen und am Sonntag war es vollbracht. Am Montag sind sie dann ans Meer gegangen und haben das Meer gereinigt. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag haben sie gefastet und am Freitag haben sie dann die Erschaffung der Erde gefeiert. Somit kann man sagen, dass das Fest Ezî, das Fest der Erschaffung der Erde ist. Aber weiter. Nach kurdischer Musik wurde dann ausgelassen und lange im Saal getanzt. Viele Familien sahen sich mal wieder nach langer Zeit und so war für reichlich Gesprächsstoff an diesem Abend gesorgt. Auch neue Freund- und Bekanntschaften wurden geknüpft und so hatte man sich an diesem feierlichen Abend viel zu erzählen. Einfach gesagt: „Integration wird hier gelebt und als Fremder spürt man dies sofort“. „In einem Pass steht keine Religion“. Stellt sich hier meinerseits die Frage: „Warum kann man auf dieser Welt nicht in Frieden leben?“ Das Fasten Fest endete gegen 22 Uhr und alle freuen sich schon auf das Yezidische Neujahrsfest in 2018.
Über 600 Yeziden nahmen an diesem Fasten Fest teil.Foto: Georg Schuch
