Allgemeine Berichte | 28.12.2017

Solidaritätsverein der Yeziden Deutschland e. V.

Yezidisches Fasten Fest zu Ehren Gottes

Mit Teilnahme des Beirats für Migration und Integration aus Andernach und der stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Yeziden.

Nawaf Ali, Mejhem Ali (Vorsitzender) Iman HamsoroGeorg Schuch

Mendig. Auf Einladung des Yezidischen Solidaritätsvereins, nahmen in Mendig am 15. Dezember über 600 Yeziden aus verschiedenen Regionen des Landes teil. Auf Einladung hin, auch der Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration aus Andernach Wolfgang Lübke sowie Beiratsmitglieder. Desweiteren die stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Yeziden Zemfira Dlovani aus Koblenz. Das Fest organisiert jedes Jahr der Verein. Zuerst begrüßte Khaled Ali die Gäste und danach hielt der zweite stellvertretende Vorsitzende Hussein Hussein im Namen des Vereins eine Rede. Anschließend sprachen Kinder ein Gebet. Diesmal war es das Sonnenuntergang-Gebet. (dua Rojava). Zum Abschluss des religiösen Teils, war der Gang zu den heiligen Gegenständen mit Gebet und Gesang von den Herren Mejhem und Nawaf Ali und Frau Iman Hansoro. Da gab es für jeden ein Schluck Wasser aus der heiligen Quelle aus Ialish. Mit Essen, Musik und Tanz wurden danach die drei Fastenwochen feierlich beendet. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit, die einem Fremden entgegengebracht wird, ist einfach „überwältigend“! Denn das Yezidentum ist von Grund auf tolerant gegenüber anderen Religionen. Aber aufgrund der Geschichte auch etwas distanziert. Schließlich wurden sie in ihrer Geschichte immer wieder Opfer von Verfolgung, Diskriminierung und Unterdrückung. Aber dies geschieht leider auch bei anderen Religionsgemeinschaften auf der Welt. Kurze Erläuterung zu dem Fasten Fest: Drei Wochen lang wurde Dienstag bis Donnerstag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet und am vierten Tag wurde gefeiert. Kranke Menschen und Kinder sind davon ausgeschlossen. Am ersten Freitag wird das Fest Sèsims gefeiert, am zweiten Freitag das Fest Xüdan und am dritten Freitag das Fest Ezi, dem Fest zu Ehren Gottes. Yeziden glauben seit der Erschaffung der Erde gibt es Feste und das Fest Ezî ist das Fest zu Ehren Gottes, denn Gott schuf die heiligen Engel, die Erde zu erschaffen. Diese heiligen Engel fingen am Samstag an die Erde zu erschaffen und am Sonntag war es vollbracht. Am Montag sind sie dann ans Meer gegangen und haben das Meer gereinigt. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag haben sie gefastet und am Freitag haben sie dann die Erschaffung der Erde gefeiert. Somit kann man sagen, dass das Fest Ezî, das Fest der Erschaffung der Erde ist. Aber weiter. Nach kurdischer Musik wurde dann ausgelassen und lange im Saal getanzt. Viele Familien sahen sich mal wieder nach langer Zeit und so war für reichlich Gesprächsstoff an diesem Abend gesorgt. Auch neue Freund- und Bekanntschaften wurden geknüpft und so hatte man sich an diesem feierlichen Abend viel zu erzählen. Einfach gesagt: „Integration wird hier gelebt und als Fremder spürt man dies sofort“. „In einem Pass steht keine Religion“. Stellt sich hier meinerseits die Frage: „Warum kann man auf dieser Welt nicht in Frieden leben?“ Das Fasten Fest endete gegen 22 Uhr und alle freuen sich schon auf das Yezidische Neujahrsfest in 2018.

Über 600 Yeziden nahmen an diesem Fasten Fest teil.Georg Schuch

Über 600 Yeziden nahmen an diesem Fasten Fest teil.Foto: Georg Schuch

Nawaf Ali, Mejhem Ali (Vorsitzender) Iman HamsoroFoto: Georg Schuch

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Werksverkauf
150 Jahre Jubiläum
150 Jahre Zeitungsgeschichte
Reinigungskraft
Empfohlene Artikel
Vier Tage lang wird in Neuwied gefeiert. Foto: FF
81

Neuwied. Mit Tanzdarbietungen und flotten Klängen, dargeboten von jungen Neuwiedern, eröffnete Oberbürgermeister Jan Einig am Donnerstagnachmittag das 45. Deichstadtfest. Mit treffsicheren Schlägen war das obligatorische Fass in Kürze angezapft. Die krachenden Schüsse der Neuwieder Schützengesellschaft ließen jeden in der Stadt wissen: Jetzt darf vier Tage lang gefeiert werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
595

Vier Spuren für den Kfz-Verkehr - Schutzstreifen für den Radverkehr

Ab 13.07.: Verbreiterung der Adenauerallee in Bonn beginnt

Bonn. Am Fahrbahnrand der Adenauerallee beginnen ab dem 13. Juli 2026 umfangreiche Bauarbeiten, um die Straße wieder auf vier Spuren für den Kfz-Verkehr zu erweitern. Ziel ist es, zwischen der Ersten Fährgasse und der Weberstraße in beiden Fahrtrichtungen Schutzstreifen für den Radverkehr zu schaffen. Dafür wird ein Teil der Fahrbahn baulich verbreitert.

Weiterlesen

495

Wandern in der Heimat - LandFrauenkreisverband lädt ein

Geführte Wanderung durch Amseltal und Neuenahrer Wald in Bad Neuenahr

Bad Neuenahr. Die geführte Wanderung verläuft durch das Amseltal und den überwiegend schattigen Neuenahrer Wald zur Amseltalhütte. Nach dem steilem Aufstieg geht es in ca. eineinviertel Stunden zum Steckenbergturm. Der Lennéweg führt zurück ins Tal vorbei am Waldkletterpark, dem Waldentdeckerpfad, durch den Dahliengarten zum Ausgangspunkt. Es ist keine Einkehr vorgesehen.

Von Ingrid Strohe

Weiterlesen