Allgemeine Berichte | 27.03.2019

Abend der Feuerwehr Wachtberg

Zahl der Einsätze stieg bei gleichzeitigem Rückgang der Mitglieder

Extrem trockener Sommer im vergangenen Jahr war ein Grund für die erhöhte Einsatzzahl – Ehrungen und Beförderungen für verdiente Mitglieder

Wehrleiter Markus Zettelmeyer (links) zeichnete Josef Beyel mit Ehrenurkunde und Ehrennadel für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg aus. Fotos: JOST

Wachtberg. Weitaus mehr Einsätze als im Vorjahr verzeichnete die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Wachtberg im Jahr 2018. Das berichtete Wehrleiter Markus Zettelmeyer beim alljährlichen „Abend der Feuerwehr“ in der Aula des Schulzentrums Berkum. 161 Mal mussten die Floriansjünger insgesamt ausrücken, das sind 21 Male mehr als 2017 mit 140 Einsätzen. Dabei stand etwas weniger Personal als im Vorjahr zur Verfügung, denn die Gesamtzahl der Feuerwehr-Angehörigen sank von 341 auf 326. Deutlich stieg die Zahl der technischen Hilfeleistungen von 92 auf 105, während die Zahl der Brände nur leicht von 33 auf 36 zunahm. Die Zahl der Fehlalarme erhöhte sich ebenfalls leicht von 17 auf 20.

Mit ein Grund für die erhöhte Zahl der Brände sei der extrem trockene Sommer im vergangenen Jahr gewesen, so Zettelmeyer. „Einige Leute ohne Hirn und Verstand haben trotzdem Feuer in der freien Natur entzündet“, geißelte er die Unvernunft mancher Mitbürger. Als Folge musste die Feuerwehr mehrmals ausrücken, um Flächenbrände in den Gemarkungen zu löschen. Auch ein Müllfahrzeug und ein Bagger seien im vergangenen Jahr in Brand geraten und von der Feuerwehr gelöscht worden.

Brand der Kompostieranlage dauerte lange

Doch der größte und langwierigste Einsatz im vergangenen Jahr sei der Brand auf der Kompostieranlage bei Gimmersdorf gewesen, der fünf Wochen lang vor sich hin gekokelt habe, bis Zettelmeyer pünktlich zum „Abend der Feuerwehr“ 2018 habe verkünden können: „Das Feuer ist aus!“ 15.000 Kubikmeter Material seien damals in Flammen aufgegangen und einfach nicht löschbar gewesen, weshalb man sich dafür entschieden hatte, das Ganze kontrolliert abbrennen zu lassen. Doch der Wehrleiter zeigte sich zuversichtlich, dass man künftig keine Einsätze mehr in diesem Betrieb haben werde, denn in der Folge habe der Betreiber ein neues Konzept entwickelt, das solche Vorkommnisse für die Zukunft verhindern solle.

Außerdem brannte eine Doppelhaushälfte, ein Aktenvernichtungsunternehmen im Gewerbegebiet Villip und ein Kleidercontainer am Einkaufszentrum Wachtberg. Zudem wurde ein Zug der Wachtberger Feuerwehr in Marsch gesetzt, um bei dem katastrophalen Brand des Bahndamms in Siegburg zu helfen. Damals waren neun Häuser und mehrere Fahrzeuge aus- oder abgebrannt, als sich das Feuer rasend schnell ausgedehnt habe. Die Feuerwehr aus dem benachbarten Oedingen in Rheinland-Pfalz wurde ebenfalls unterstützt bei einem Waldbrand, als drei Fahrzeuge der Wachtberger Wehr mit einem Pendelverkehr für genügend Löschwasser sorgten.

Hilfe bei Verkehrsunfall mit drei Verletzten

Schlimm sei auch ein Verkehrsunfall auf der Landstraße 158 von Villip nach Meckenheim mit drei Verletzten Anfang vergangenen Jahres gewesen, an dem mehrere Fahrzeuge beteiligt waren und die Unfallstelle einem Trümmerfeld geglichen habe. In Erinnerung blieb dem Gemeindebrandmeister – nicht nur wegen seiner bekannten Schlangenphobie – auch der Fall einer „Schlange in Not“ in Gimmersdorf, als eine 1,50 Meter lange amerikanische Kornnatter sich in einer Abflussrinne verfangen hatte. Doch das Tier konnte wohlbehalten gerettet werden.

Wehrleiter Zettelmeyer bedauerte, dass die Gesamtzahl der Feuerwehrmitglieder im Vergleich zum Vorjahr von 341 auf 326 gesunken sei. Verantwortlich dafür sei nicht zuletzt die Entwicklung bei der Jugendfeuerwehr, die nur noch 75 statt bisher 86 Mitglieder zähle. Was aber auch damit zusammenhänge, dass einige Nachwuchskräfte mittlerweile den Schritt in die aktive Wehr geschafft hätten. Bei den Aktiven sei dennoch ein Rückgang von 176 auf 174 festzustellen, ebenso verlor die Ehrenabteilung zwei Mitglieder. Sehr erfreulich fand er es, dass die Zahl der weiblichen Feuerwehrleute kontinuierlich steige. Während es in der Altersgruppe zwischen 51 und 60 Jahren noch keine Feuerwehrfrau gibt, seien es in der Altersgruppe zwischen 28 und 50 Jahren bereits sechs und in der Altersgruppe zwischen 18 und 27 Jahren sogar elf Frauen. Das Durchschnittsalter der Aktiven sei um ein Jahr von 36,4 auf 37,4 Jahre gestiegen. „Der Abgang der geburtenstarken Jahrgänge trifft auch uns“, räumte Zettelmeyer ein.

Erster Bericht von Christian Münzer

Den Bericht über die Arbeit der Jugendabteilung gab erstmals der neue Gemeindejugendfeuerwehrwart Christian Münzer, der im vergangenen April den langjährigen Amtsinhaber Norbert Hopp abgelöst hatte. Zettelmeyer dankte ihm und allen, die in der Jugendarbeit tätig seien, für ihre engagierte Arbeit, mit der sie wesentlich zum Erfolg der Wachtberger Feuerwehr beitragen würden, „denn die Nachwuchsarbeit ist extrem wichtig für die Zukunft und den Bestand der Aktiven Wehr.“

Alles in allem leisteten die Wachtberger Kameraden im vergangenen Jahr 2853 Personaleinsatzstunden – deutlich mehr als im Vorjahr mit 1721 Einsatzstunden. Dabei seien die unzähligen Übung-, Ausbildungs- und Fortbildungsstunden sowie die Jugendarbeit noch nicht mitgezählt, so Zettelmeyer. Bei den Einsätzen mussten insgesamt 24 Verletzte (Vorjahr 37) geborgen werden, außerdem waren drei Tote (Vorjahr vier) zu beklagen.

Drei neue Fahrzeuge sind im Einsatz

Nicht geändert hat sich die Zahl der Fahrzeuge im vergangenen Jahr, denn die für Dezember geplante Indienststellung von drei Fahrzeugen habe sich um mehrere Monate verzögert. Erst vor wenigen Tagen seien zwei Löschfahrzeuge LF 20 und ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 im Werk in Luckenwalde abgeholt worden und hätten bereits ihre ersten Einsätze hinter sich. Spätestens beim Gemeindefeuerwehrtag sollen die drei Fahrzeuge im Gesamtwert von über einer Million Euro, von denen zwei in Villip und eines in Berkum stationiert sind, offiziell eingesegnet werden.

Zettelmeyer dankte dem Gemeinderat und der Verwaltung dafür, dass die stets bereit seien, die Feuerwehr nach Kräften zu unterstützen.

Eine Reihe von Beförderungen stand nun auf der Tagesordnung. Zum Oberfeuerwehrmann befördert wurde Holger Zander. Frische Hauptfeuerwehrmänner sind Michael Ruck und Oliver Becker. Unterbrandmeister können sich nun Kim Kiupel und Stefan Fievet nennen, als Brandmeister grüßt nun Thomas Kiupel. Zum Hauptbrandmeister wurde Danny Mathey, zum Brandinspektor Christian Münzer, zum Brandoberinspektor Christian Abels und zum Gemeindebrandinspektor Rüdiger Rohde ernannt.

60 Jahre Mitglied bei der Feuerwehr

Zum Abschluss gab es noch Ehrungen für verdiente Feuerwehr-Kameraden. Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Josef Beyel mit Ehrenurkunde und Ehrennadel ausgezeichnet. Seit 50 Jahren dabei sind Hans-Josef Ohrem, Rudolf Schmidt, Josef Schliebach, Helmut Raaf, Matthias Cremerius, Georg Merzbach, Reinhard Bell, Karl-Heinz Luhmer, Helmut Hoffmann, Theo Hoffmann und Peter Kühlwetter. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre ging an Andreas Ohrem.

JOST

Der Verkehrsunfall auf der Landstraße 158 bei Meckenheim war für die Wachtberger Feuerwehr einer der größeren Einsätze 2018.

Der Verkehrsunfall auf der Landstraße 158 bei Meckenheim war für die Wachtberger Feuerwehr einer der größeren Einsätze 2018. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de

Wehrleiter Markus Zettelmeyer (links) zeichnete Josef Beyel mit Ehrenurkunde und Ehrennadel für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg aus. Fotos: JOST Foto: Volker Jost

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