Allgemeine Berichte | 14.04.2022

Jahreshauptversammlung der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell in Faid

Zahl der Jäger steigt im Kreis

Der alte und der neue Vorstand der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell stellte sich zum obligatorischen Gruppenfoto.  Foto: Benedikt Schmitt

Faid. Die Tagesordnung der jüngsten Jahreshauptversammlung der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell war lang. 14 Punkte umfasste die Sitzung, zu der Vorsitzender Franz-Josef „Josi“ Becker die Jägerinnen und Jäger im Gemeindehaus von Faid begrüßte. Unter den Ehrengästen waren MdL Benedikt Oster, VG-Beigeordnete Stephanie Balthasar-Schäfer und Ortschef Stefan Thomas. Der Vorsitzende bedauerte, dass seitens der Kreisverwaltung nur Kreisveterinär Dr. Stefan Schwickert anwesend war.

Mit dem Signal „Begrüßung“ eröffneten die Jäger ihre Sitzung, die neben jagdpolitischen Themen, jagdrechtliche Neuerungen, die Jahresstrecke von zwei Jahren auch Ehrungen und Neuwahlen beinhaltete. Stephanie Balthasar-Schäfer freute sich sichtlich, als sie sich im Gemeindehaus umschaute, dass im Landkreis so viele Frauen und junge Menschen zur grünen Zunft gehören. Sie wünschte den Jägerinnen und Jäger für ihre wichtige Arbeit in der Natur Erfolg und Waidmannsheil. MdL Benedikt Oster lobte das Engagement der Grünröcke und dankte für die ehrenamtliche Arbeit, die heute nicht selbstverständlich sei. Er versprach, die Impulse der Jägerschaft für das neue rheinland-pfälzische Jagdgesetz mit nach Mainz zu nehmen. Dr. Stefan Schwickert schließlich berichtete in seinem Grußwort, dass die Cochem-Zeller Jäger im Jagdjahr 2021/22 überaus erfolgreich gejagt hätten. 4500 Trichinenproben allein beim Schwarzwild und 118 Blutproben in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest seien der Beweis, dass die Jäger engagiert ihre wichtige Aufgabe im Dienste der Allgemeinheit erfüllten. Franz-Josef „Josi“ Becker ging in seinem Jahresbericht, der sich über zwei Jahre erstreckte, zunächst auf die Mitgliederentwicklung ein: Derzeit sind im Landkreis 626 Mitglieder im Deutschen Jagdverband, so der Vorsitzende. „Es gibt bei uns 157 Reviere, die sich in sechs Hegeringe aufteilen“, stellte er weiter fest. Die Corona-Pandemie hat auch auf die Jagd großen Einfluss, denn z.B. konnten bei Gesellschaftsjagden das Brauchtum und sonstige jagdlichen Gepflogenheiten nicht mehr die Berücksichtigung finden, die gerade bei den älteren Waidmännern als Tradition besonders gepflegt werden. „Wir Jäger sind aber trotzdem dem gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag als praktizierende Naturschützer nachgekommen“, konstatierte Becker.

Der Ukraine-Krieg hat auch in der jagdlichen Praxis Spuren hinterlassen. Gestiegene Energiepreise sowie der Preisanstieg bei den Materialkosten machen sich schon jetzt bemerkbar. Pandemiebedingt findet, so „Josi“ Becker, gegenwärtig ein verstärkter Besucherverkehr im Wald statt, der die Wildtiere zusätzlich belastet und die Jagdausübung mancherorts erschwert. Der Kreisgruppenvorsitzende bemängelte in dem Zusammenhang erneut die im Kreis erhobene Jagdsteuer, die er als „Strafsteuer“ bezeichnete, weil es eine „Kann-Steuer“ sei, die nicht in jedem Kreis erhoben würde. „Wir müssen für die Nutzung der Natur neben der Pacht auch noch Geld bezahlen, während Jogger, Reiter, Motocrossfahrer und Mountainbiker umsonst Wald und Feld nutzen dürfen.“

Die Afrikanische Schweinepest hängt wie ein Damoklesschwert immer noch über den Revieren. Bisher gibt es 3710 bestätigte Fälle in Deutschland. Zum Glück (noch) nicht in Rheinland-Pfalz. „Wir müssen deshalb weiterhin stramm die Sauen bejagen, damit die Bestände wegen der tödlichen Ansteckung ausgedünnt werden“, sagte der Vorsitzende. Dabei dürfen wir aber nicht auf die Waidgerechtigkeit verzichten“, appellierte Becker an die Jäger. „Wir bekämpfen nicht die Sauen, sondern eine für Schweine tödliche Seuche.“

Jagdpolitische Ausführungen zu den Themen Schonzeitverkürzung beim Schalenwild, Neuerungen im geplanten rheinland-pfälzischen Jagdgesetz, das Thema Ausbreitung des Wolfs sowie aktuelle Verordnungen und Vorschriften rundeten den ausführlichen Jahresbericht ab. Der Obmann für die Hunde-Soli-Kasse Stefan Menten lieferte einen positiven Bericht ab, wobei er bemerkte, dass die Anzahl der Verletzungen der vierbeinigen Jagdhunde durch Sauangriffe in den beiden letzten Jahren zugenommen habe. Die Tierarztkosten für die versicherten Jagdhunde auf Treibjagden sind gestiegen. Schatzmeister Thomas Kaczmarek berichtete über einen soliden Kassenbestand. Ausgaben für die Jungjägerausbildung, Fahrtkosten und Gebühren waren - so die Kassenprüfer – ordnungsgemäß verbucht und abgerechnet. Kreisjagdmeister Heiko Mades ging zunächst auf einige gesetzliche Vorschriften ein, die zu beachten sind, ehe er die veränderten Aufgaben von Land-Forst- und Jagdwirtschaft ansprach. „Erholung, Bioenergie, Windkraft, Photovoltaik, Waldumbau und größere Agrarflächen bieten reichlich Konfliktpotential“, so Mades. Der Kreisjagdmeister lobte aber in seinem Bericht auch die gute Abstimmung mit den Behörden. Er verwies auf die Tatsache, dass Jäger Fachleute in Sachen Natur sind und keine gesellschaftliche Gruppe sich so effektiv und kostenlos für Wald und Flur einsetze.

Heiko Mades informierte die Teilnehmer, dass der Trend zum Jagdschein auch in unserem Kreis ständig steige, denn sieben Jungjäger hätten 2021 erfolgreich die anspruchsvolle Jägerprüfung abgelegt. „Dabei beträgt der Frauenanteil fast 25 Prozent.“

Abschließend nannte der Kreisjagdmeister noch die Jahresstrecken 2021/22: Sie belaufen sich auf 390 Stück Rotwild und 7 Stück Damwild, die im Landkreis gestreckt wurden. Hinzu kommen 5623 Sauen, die auf die Schwarte gelegt wurden. Beim Rehwild waren es 4274 Stücke, außerdem schlug das Muffelwild mit insgesamt 392 Stücken zu Buche.

Ehrenpreise für einen kapitalen Muffelwidder aus dem Revier Greimersburg gab es für Eberhard Leide, beim Schwarzwild erhielt Thomas Kaczmarek Silber für einen kapitalen Bassen aus dem Revier Bremm. Reinhold Woltering bekam schließlich für einen kapitalen Rehbock aus dem Revier Möntenich ebenfalls eine Silbermedaille. TT

Der alte und der neue Vorstand der Kreisjagdgruppe Cochem-Zell stellte sich zum obligatorischen Gruppenfoto. Foto: Benedikt Schmitt

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