Allgemeine Berichte | 30.07.2021, 13:18 Uhr

Kinderschutzbund bewährt sich in der Pandemie

Zahl der Mitglieder gestiegen

Mit viel Engagement Angebote angepasst
und neue Wege beschritten

Höhr-Grenzhausen. Die Rückschau auf ein schwieriges Jahr 2020 prägte die gut besuchte Mitgliederversammlung des Kinderschutzbundes. Dass es dabei auch Lichtblicke gab, dafür dankte die Vorsitzende Heidi Ramb den engagierten Mitarbeiterinnen, vielen ehrenamtlich Tätigen und den Unterstützern. Besonders wichtig: Nach Jahren der Stagnation ist die Zahl der Mitglieder leicht auf 150 gestiegen.

Gut, dass die Verbandsgemeindeverwaltung ihren Sitzungssaal zur Verfügung gestellt hatte, denn der Andrang war größer als in den vergangenen Jahren. Die Mitglieder waren zufrieden: Ihr Kinderschutzbund Kreisverband Westerwald / Ortsverband Höhr-Grenzhausen hat das erste Corona-Jahr gut überstanden, obwohl fast alle Angebote zum Teil erhebliche Einschränkungen und Monate des Lockdowns zu bewältigen hatten.

Mit den Schulen musste beispielsweise auch die Hausaufgabenhilfe vorübergehend schließen, das älteste Angebot des Vereins, das regelmäßig knapp ein Dutzend Kinder unterstützt und dazu beiträgt, Wissenslücken zu schließen und Integration zu fördern. Sowohl die Nachfrage als auch die Herausforderungen sind durch den Zuzug von Flüchtlingskindern größer geworden. Ausgerechnet im Jahr des 15. Geburtstags musste auch das Kinderkleider-Lädchen, das von 24 Ehrenamtlichen verlässlich an sechs Tagen die Woche geöffnet wird, phasenweise dicht machen. Auch hier wurden zwar Hygienekonzepte umgesetzt, Schutzscheiben aufgestellt und ein Luftreiniger mit Virenfilter in Betrieb genommen – dennoch fielen etliche Wochen ganz aus.

Insgesamt kann sich der Kinderschutzbund auf 44 ehrenamtliche und 12 hauptamtliche Mitarbeiter*innen verlassen, die teilweise ebenfalls ehrenamtlich tätig sind. Insgesamt wurden fast 3400 Stunden unentgeltlich geleistet – also mehr als 400 Arbeitstage.

Vor allem die „Mobilen Sorgenbüros“ waren im vergangenen Jahr gefordert: Sie mussten sich auf die Herausforderungen einstellen, die der Lockdown mit sich brachte und danach eine deutlich höhere Nachfrage der Kinder bewältigen. Telefon, Mail, Hausbesuche, Mitarbeit in der Notbetreuung, Telefonkonferenzen mit Lehrerinnen und Lehrern, Kontakte zum Jugendamt prägten eine seltsame Zeit ohne engen Kontakt zu den Kindern. Der anschließend gestiegene Bedarf und das hohe Engagement des Teams haben dazu geführt, dass die Zahl der Kinder in den „Sorgenbüros“ kaum gesunken ist und bei mehr als 600 lag. Auch die Schulsozialarbeit an den beiden Realschulen plus in der VG Montabaur war trotz der zeitweisen Schließung fast unverändert gefragt.

Die Vorsitzende dankte den kommunalen Schulträgern, die diese Angebote weit überwiegend finanzieren, für das Vertrauen in den Kinderschutzbund. Dank galt auch dem Land für einen ebenso verlässlichen wie spürbaren Zuschuss zu den „Mobilen Sorgenbüros“.

Stark reduziert waren die Sozialkompetenz-Projekte, die ansonsten zum festen Programm vieler Grundschulen und Kitas gehören, und die Eltern-Kind-Gruppen, während das Kinderbüro als telefonische Anlaufstelle stark gefragt war.

Zum Weltkindertag machte der Kinderschutzbund aus der Not der Einschränkungen eine Tugend und legte mit Unterstützung der Stadt und etlicher Schul- und Kita-Kinder eine Streuobstwiese an. Dass Kinder eine gesunde Umwelt brauchen, treibt auch die „Westerwald-Kinder“, eine Aktion, die auf die schlimme Lage des Waldes und seine enorme Bedeutung für Klima, Wasser, Artenvielfalt und Naherholung aufmerksam macht.

All das ist ohne Internet nicht mehr denkbar – deshalb wurde der Online-Auftritt komplett runderneuert und modernisiert, der Facebook-Account wird eifrig aktualisiert und erfreut sich – ebenso wie die „Filiale“ auf Instagram – steigender Beliebtheit.

Die Arbeit des Kinderschutzbundes ist stark vom Spendenaufkommen abhängig, das sich insgesamt positiv entwickelte. Insgesamt ist der Kinderschutzbund auch finanziell gut durch die Krise gekommen, wie Schatzmeister Gerd Meurer berichtete – was bei einem Jahresetat von 400.000 Euro nicht selbstverständlich ist. Neue Mitglieder, die die Arbeit des Kinderschutzbunds unterstützen möchten, sind gerne willkommen.

Infos unter: Deutscher Kinderschutzbund e.V. Kreisverband Westerwald / Ortsverband Höhr-Grenzhausen, Hermann-Geisen-Straße 44, 56203 Höhr-Grenzhausen, Tel: 02624 -4488, info@kinderschutzbund-westerwald.de , www.kinderschutzbund-westerwald.de

Spendenkonten:

Sparkasse Westerwald-Sieg, IBAN: DE91 5735 1030 0020 0029 45

Westerwald Bank eG. IBAN: DE24 5739 1800 0097 0611 30

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