Allgemeine Berichte | 11.07.2017

Zweiter Einsatztag der Feuerwehr Kobern-Gondorf

Zahlreiche Aufgaben forderten die Einsatzkräfte

Verletzte mussten vom Burggelände geborgen werden.Privat

Kobern-Gondorf. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen aus dem letzten Jahr gab es Ende Juni bei der Feuerwehr Kobern-Gondorf einen weiteren „Einsatztag“ in und um den Ort.

Dienstbeginn war um 9 Uhr. Der erste Kaffee war noch nicht getrunken, da lief bereits die erste Alarmierung „Hilfeleistungseinsatz Niederburg, Wanderer hört Hilfeschreie“ auf. Aufgrund der schwierigen und engen Anfahrt durch das Mühlental entschied sich der Zugführer, am Fuße der Niederburg einen Sammelpunkt einzurichten. Um die Lage vor Ort erkunden zu können, machte er sich gemeinsam mit einigen Kameraden an den Aufstieg. Am Eingangsbereich der Niederburg angekommen, hörte man bereits erste Hilferufe. Es stellte sich heraus, dass drei junge Frauen auf dem Burggelände unterwegs und dort in Not geraten waren. Zügig wurde das zur Rettung georderte Material (Schleifkorbtragen, Decken, Trinkwasser, Werkzeuge, Leinen) vom Sammelpunkt im Tal hoch zur Burg gebracht. Währenddessen betreuten die Kräfte vor Ort die verletzten Personen und leisteten Erste Hilfe. Aufgrund der Beinverletzung einer der Personen musste diese ins Tal getragen und dem Rettungsdienst übergeben werden. Die zwei anderen Personen hatten lediglich Kreislaufprobleme und waren in der Lage zu laufen. Nach einer kurzen Nachbesprechung ging es zurück zur Wache. Dort wurden die Fahrzeuge wieder aufgerüstet.

Bereits kurze Zeit später ging ein weiterer Notruf ein. Ein Kind meldete sich telefonisch und teilte mit, dass es mit seinen Geschwistern eine Ruine im Wald entdeckt hätte. Die Geschwister seien in diese Ruine hinein geklettert, um sie zu erforschen. Nachdem nun einige Zeit vergangen ist, macht es sich Sorgen, da die zwei nicht wieder heraus gekommen sind und auch auf Rufe nicht reagierten. Alle Fahrzeuge wurden besetzt und machten sich auf den Weg. Am Einsatzort angekommen, musste zuerst die Ruine ausfindig gemacht werden. Der Zugang war versperrt und nur durch ein schmales Loch zu erreichen. Der Angriffstrupp zwängte sich hindurch und fand im Vorraum eines der beiden verletzten Geschwister, welches wegen der Verletzung mittels Schleifkorbtrage ins Freie gebracht wurde. Bei der Suche nach dem zweiten Kind wurde der Angriffstrupp auf ein Schild aufmerksam, das vor Gasbildung warnte. Das weitere Vorgehen war nur unter Atemschutz möglich. Sofort wurden die Atemschutzgeräte angelegt und die Suche fortgesetzt. Dabei stießen die beiden auf das leblos am Boden liegende zweite Kind. Dieses wurde sofort durch die zwischenzeitlich von außen entfernte Stahltür nach draußen gebracht, unter Herz-Lungen-Wiederbelebung aus dem unzugänglichen Waldstück getragen und dem Rettungsdienst übergeben.

Weitere Aufgaben nach der Mittagspause

In der Mittagspause wurde über den bisherigen Verlauf des Tages resümiert, ehe die Sirene auf dem Dach des Gerätehauses die Wehrleute zu einem neuen Einsatz rief. Die Alarmierung führte dieses Mal auf den Marktplatz, wo Qualm aus einem Wohnhaus aufstieg. Der Gruppenführer befragte anwesende Passanten. Hier wurde schnell klar, dass sich offensichtlich noch zwei Personen im Gebäude aufhalten. Die Rettungsmaßnahmen starteten daraufhin von der Vorderseite des Gebäudes. Die Wasserversorgung wurde aufgebaut und der Angriffstrupp betrat unter Atemschutz das verrauchte Gebäude, um Raum für Raum abzusuchen. Bereits am Treppenaufgang konnte eine Person gefunden und nach draußen gebracht werden. Ein weiterer Trupp hatte inzwischen mittels Steckleiter von außen einen zweiten Rettungsweg aufgebaut. Im Obergeschoss konnte der Brandherd lokalisiert werden. Auch die zweite Person wurde aufgefunden und über die Steckleiter gerettet. Während der Brandbekämpfung im Inneren des Gebäudes brach einer der beiden Atemschutzgeräteträger mit Kreislaufproblemen zusammen. Mayday! Mayday! Mayday! Der bereitstehende Rettungstrupp rückte sofort an, um dem Verletzten nach draußen zu helfen. Die schauspielerische Einlage des Kameraden erfreute nicht nur die eigenen Leute, sondern auch zahlreiche Zuschauer, die schon an ein echtes Problem glaubten. Nachdem die Passanten über die Situation aufgeklärt waren, ging es wieder zurück zur Wache.

Am späten Nachmittag ereignete sich folgender Zwischenfall auf der Mosel. In Höhe des Moselvorgeländes kam es auf einem Motorboot zu einer Explosion. Dabei wurde der Bootsführer aus seinem Boot heraus ins Wasser katapultiert. Die übrigen Passagiere waren verletzt und trieben manövrierunfähig auf dem Wasser. Geistesgegenwärtig hatte einer der beiden den Anker ins Wasser geworfen, sodass das Boot nicht abtreiben konnte. Zu dem Einsatzstichwort „Person im Wasser“ rückte der Rüstwagen mit dem Boot zur Fährrampe nach Gondorf aus, um dort das Boot zu Wasser zu lassen. Die übrigen Fahrzeuge fuhren zum Moselvorgelände, um sich einen ersten Eindruck über die Lage zu verschaffen. Das sofort zugeworfene Seil, konnte der im Wasser treibenden Person nicht helfen, da sie sich aufgrund der Verletzung nicht bewegen und nach dem Seil greifen konnte. Wegen des Schockzustandes waren die Personen im Boot ebenfalls nicht in der Lage, die Seile zu fangen.

Für einen Augenblick konnte man vom Ufer aus nicht mehr für die Verunglückten tun. Weitere Rettungsmittel wurden vorbereitet und bereitgelegt, als sich über Funk das Feuerwehrboot meldete. Bis zum Eintreffen am Einsatzort dauerte es noch eine weitere Minute. Die Bootsbesatzung konnte die im Wasser treibende Person aufnehmen. Im Anschluss machte sie am Havaristen fest und schleppte ihn an den nahe gelegenen Landungssteg.

Der zweite „Einsatztag“ war nun geschafft! Für Übungsplaner und Mannschaft war es ein erfolgreicher Tag, der beim gemeinsamen Grillen mit der Ehrenabteilung und der Jugendfeuerwehr seinen gemütlichen Ausklang fand.

Aus einen verqualmten Haus mussten Menschen gerettet werden.

Aus einen verqualmten Haus mussten Menschen gerettet werden.

Auch auf dem Wasser war die Feuerwehr im Einsatz.

Auch auf dem Wasser war die Feuerwehr im Einsatz.

Verletzte mussten vom Burggelände geborgen werden.Fotos: Privat

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