Oldtimer-Freunde Swisttal-Odendorf luden ein in den Gewerbepark
Zahlreiche Bauwagen-Besitzer nutzten die Gelegenheit für einen Kurzurlaub
Auch die sechste Auflage des Oldtimertreffens machte seinem Ruf als Familienveranstaltung erneut alle Ehre
Odendorf. Die Oldtimer-Freunde Swisttal-Odendorf (OFSO) freuen sich über stetig wachsenden Zuspruch sowohl bei den Teilnehmern also bei den Besuchern. Auch die sechste Auflage des Oldtimertreffens im Odendorfer Gewerbepark machte ihrem Ruf alle Ehre, ebenso stimmungsvoll wie familiär zu sein. Gemeinde und Projektentwicklungsgesellschaft Swisttal hatten dafür erneut das Gelände zur Verfügung gestellt, denn schließlich sei die Veranstaltung auch in gewisser Weise Wirtschaftsförderung und unkonventionelle Werbung für den Gewerbepark, so Bürgermeister Eckhard Maack in seinem Grußwort. Dem schloss sich die erste Beigeordnete Petra Kalkbrenner in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin der Projektentwicklungsgesellschaft uneingeschränkt an und lobte besonders, dass die Verzahnung der Oldtimerfreunde mit den ansässigen Unternehmen mittlerweile hervorragend klappt. „Eine Hand wäscht die andere“, schmunzelte OFSO- Vorsitzender Hans-Günter Cramer dazu.
Diesmal nahmen mehr als 170 historische Fahrzeuge aller Art, vom Oldtimer-Kinderwagen bis zum umweltfreundlichen, muskelkraftbetriebenen Sägefahrrad, an der bei der ganzen Familie beliebten Veranstaltung teil. In der Überzahl waren auch diesmal wieder Trecker und landwirtschaftliche Maschinen sowie fast 100 Bau-Wohnwagen. Die gehören mittlerweile zum festen Inventar, und zahlreiche Besitzer übernachten fast eine ganze Woche auf dem Festgelände. „Die ersten Wohnwagen waren schon am Mittwoch da, die nutzen die Gelegenheit für einen Kurzurlaub in Oberndorf“, freute sich Cramer. „Meine Frau Thea steht jeden morgen früh auf und macht Frühstück für die ganze Gruppe.“ Schließlich soll sich hier jeder wohlfühlen, der dazu beiträgt, die Veranstaltung zu einem Erfolg werden zu lassen.
Die meisten kamen auf eigener Achse
Dabei legt Cramer großen Wert auf die Feststellung, dass in Odendorf alles gerne gesehen wird, was irgendwie fährt. „Wir wollen ein bisschen weg von den üblichen Abgrenzungen der einzelnen historischen Fahrzeuggruppen untereinander“, erklärt er, weshalb Traktoren und Landmaschinen ebenso gern gesehen seien wie Multifunktionsfahrzeuge und Automobile, Motorräder und Wohnwagen. Ehrensache, dass sämtliche teilnehmenden Fahrzeuge auf eigener Achse angereist waren und auch während des verlängerten Wochenendes so manche Runde durch das Dorf drehten, beispielsweise bei der gemeinsamen Ausfahrt von gut einem Dutzend historischen Treckern am Sonntagmorgen, die von einigen Teilnehmern indes bis in die Mittagsstunden hinein ausgedehnt wurde.
Ältestes Fahrzeug war diesmal ein Lanz Bulldog, Baujahr 1939, der ebenso, wie seine zahlreichen „Glühkopf-Brüder“ die Besucher scharenweise anzog, wenn sie ihre böllernden Motoren nach ausgiebigem Einsatz der Lötlampe anließen.
Einen Abstecher wert war auch der Motorsägen-Künstler Oliver Schulz aus Sinzig, der mithilfe verschiedener Motorsägen aus einem gewöhnlichen Holzblock Bären, Adler oder einen kleinen, kunstvollen Trecker schuf. An zahlreichen Ständen wurde fast alles angeboten, was ein Oldtimerfreunde-Herz begehrt, und sogar das Tierheim Mechernich informierte über seine Arbeit und suchte nach neuen Familien für heimatlose Tiere. Für die musikalische Unterhaltung sorgten das Tambourcorps „Frei Weg“ Heimerzheim und das Tambourcorps Essig-Odendorf.
Alle eine große Familie
„Wir Oldtimerfreunde sind alle eine große Familie, bestätigt Cramer noch einmal, und eigentlich sei der Erfahrungsaustausch in das Gespräch miteinander das wichtigste an der Veranstaltung. Hier werden ungelöste Fragen beantwortet und schwierige Probleme gelöst, seltene Ersatzteile organisiert und abends am Lagerfeuer „Geschichten von damals“ aufgewärmt.
Auch in diesem Jahr wollen die Mitglieder der OFSO wieder möglichst oft zu Oldtimer-Veranstaltungen befreundeter Vereine fahren, im vergangenen Jahr war man nicht weniger als 30mal zu diversen Traktortreffen in halb Deutschland unterwegs. „Man kennt sich und unterstützt sich gegenseitig“, begründete Cramer dies.
Ein alter Mercedes 220 B Cabrio aus dem Jahre 1952 glänzt nicht nur durch ein schönes Armaturenbrett, von dem 85 PS starken Gefährt wurden nur 800 Stück gebaut.Fotos: -VJ-
Das Tambourcorps Heimerzheim unterhielt die Gäste des Odendorfer Oldtimertreffens mit Livemusik.
